Wer Europa entdecken möchte, nutzt vielfach das eigene Auto. Damit kann dann spontan auch eine andere Route gewählt werden. Oder aber auch noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit erfahren werden. Leider fallen dann nicht nur Treibstoffkosten an, sondern die EU-Bürger werden durch die Maut stark zur Kasse gebeten. Zum Jahresbeginn wird wieder tiefer in die Taschen der Autofahrer gegriffen, wie luckx – das magazin recherchierte.
Maut
So mancher Autofahrer fragt sich bei einer Auslandsreise, warum hier eigentlich Maut verlangt wird. Die Straßen befinden sich in einem desolaten Zustand. Darüber hinaus haben die deutscher Steuerbürger durch Förderprogramme der EU zwischen einem Drittel bis zu einem Viertel der Straßenbaukosten sowieso schon bezahlt. Nun werden sie zum zweiten (oder noch häufigeren) Male zur Kasse gebeten. In einigen Ländern haben die Regierungen dabei die Mautstraßen privatisiert. So lässt sich eine „schnelle Mark (ne, Euro), machen“. Ein Schelm, der böses dabei denkt.
Zu Jahresbeginn wurde in vielen Ländern der Mautpreis einmal wieder nach oben geschoben. Wird schon in einigen Länder die Maut auf elektronischen Weg erhoben und überwacht, soll nun auch in Österreich passieren. So wird für das Jahr 2026 letztmals die traditionelle Klebe-Vignette, das „Pickerl“, angeboten – zum Abschied in feuerrot. Ab 2027 wird es dann nur noch digital möglich sein, die Autobahngebühren im südlichen Nachbarland zu begleichen.
Preiserhöhungen
Für 2026 schlägt die Preisanhebung bei der 10-Tages-Vignette mit knapp drei Prozent bzw. 40 Cent auf 12,80 Euro zu Buche. Die 1-Tages-Vignette verteuert sich um 30 Cent und liegt nun bei 9,60 Euro. Beide sind zusammen mit den verschiedenen Streckenmaut-Tickets für Passstraßen und Alpentunnels online erhältlich. Der Preis der Jahresvignette steigt um drei Euro, sie kostet 106,80 Euro. Die 2-Monats-Vignette wird um 90 Cent teurer, ihr Preis beträgt 32 Euro. Auch Motorradfahrer müssen bei der Jahresvignette tiefer in die Tasche greifen. Sie kostet 42,70 Euro (+ 1,20 Euro). Die 2-Monats-Vignette ist mit 12,80 Euro um 40 Cent und die 10-Tages-Vignette für 5,10 Euro um 20 Cent teurer als im Vorjahr. Die Tagesvignette kostet fürs Motorrad 3,80 Euro.
Achtung beim Online-Kauf
Sogenannte Graumarktanbieter rufen teilweise mehr als das Doppelte der offiziellen Preise auf. Beispielsweise können über das ADAC Mautportal als lizensierter Partner der österreichischen Betreibergesellschaft ASFINAG Vignetten und Streckenmaut ohne zusätzliche Gebühren und mit sofortiger Gültigkeit gekauft werden.
Die Jahresvignette für die Schweiz kostet nach wie vor 40 Franken. Auf Basis des Wechselkurses sind 44,50 Euro beim Kauf in Deutschland fällig. Die digitale Version der Schweiz-Vignette 2026 ist online buchbar und sofort gültig.
Die Slowenien-Maut ist ausschließlich digital verfügbar und in der Wochen- und Monatsvariant erhältlich. Es gibt keine Änderungen bei den Preisen für diese „E-Vignetten“ gegenüber dem Vorjahr: Für Pkw kostet die Jahresvignette 117,50 Euro, ein Monat 32 Euro und der Zeitraum sieben Tage 16 Euro. Für das Motorrad fallen für ein Jahr 58,70 Euro, ein Halbjahr 32 Euro und für sieben Tage 8 Euro an. Die Jahresvignetten sind zwölf Monate ab dem gewünschten Beginn der Gültigkeitsdauer gültig (z.B. 15.12.2025 bis einschließlich 15.12.2026). Vorteilhaft: Die digitalen Vignetten können bis zu 30 Tage vordatiert werden.
Ausnahmen von der Vignettenpflicht in Österreich
Auf den folgenden Autobahnabschnitten in Österreich wird keine Maut verlangt. Diese Streckenabschnitte sind für Reisende aus Deutschland von besonderer Bedeutung:
– Tirol: Inntalautobahn A12 (zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und der Anschlussstelle Kufstein-Süd)
– Land Salzburg: Westautobahn A1 (zwischen der Staatsgrenze am Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg-Nord)
– Vorarlberg: Rheintal/Walgau-Autobahn A14 (zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und der Anschlussstelle Hohenems).