Produktivität

Der Hausbau verharrt immer noch an der LEGO-Methode. So werden Stein für Stein aufeinander gestellt. Methoden, wie die fabrikmäßigen Vorfertigung, werden weiterhin mit dem Plattenbau der 1950-er Jahre in der DDR verbunden. Doch die Platte ist viel älter, wie luckx – das magazin recherchierte.

Vorfertigung

Schon seit den 1920-er Jahren fand in Berlin der serielle Plattenbau statt. Zwar nur vereinzelt, aber immerhin wird er seit rund 100 Jahren angewendet. In der DDR begann dann aufgrund der Wohnungsnot nach dem 2. Weltkrieg der industrielle Wohnungsbau in den 1950-er Jahren. Heute wird die fabrikmäßige Vorfertigung als die Lösung bei der Schaffung von Wohnraum propagiert, ohne auf die Vergangenheit Bezug zu nehmen. Sicherlich, der Plattenbau in der DDR hatte aufgrund des fehlenden Materials erhebliche Mängel. Doch heute sollten wir gelernt haben, diese Mängel nicht zu wiederholen.

Mit der richtigen Vorgehensweise könnte es der Bauwirtschaft gelingen, die großen Herausforderungen im Planungs- und Bauprozesse zu beschleunigen und das Bauen insgesamt effizienter zu gestalten. Innovationen und Technologien, die dies gewährleisten können und eine durchgängige Digitalisierung der kompletten Wertschöpfungskette Bau ermöglichen sollten, sind hinlänglich bekannt. Die Bauprozessoptimierung mithilfe digitaler Werkzeuge ist eine zentrale Herausforderung, um die Produktivität in der Branche signifikant und langfristig zu steigern.

Digitalisierung

Die Digitalisierung von Bauprozessen umfasst die systematische Anwendung digitaler Technologien, Methoden und Werkzeuge die zur Planung, Ausführung, Steuerung und Bewirtschaftung von Bauprojekten notwendig sind. Zentrales Ziel ist es, Informationen digital, durchgängig und strukturiert verfügbar zu machen, Abläufe effizienter zu gestalten und die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten zu verbessern. Aktuelle Marktdaten unterstreichen die Dynamik in diesem Bereich: Als zentrales digitales Planungsinstrument erreichte die BIM-Methode nach einer globalen Markteinschätzung im Jahr 2024 ein Volumen von bis zu 8,6 Mrd. US-Dollar. Und auch in Deutschland wird der BIM-Markt demnach mit bis zu 13 Prozent in den kommenden Jahren wachsen, ausgehend von einem Marktvolumen von ca. 590 Mio. USD im Jahr 2024. Unter BIM (Building Information Modeling) wird eine kooperative Arbeitsmethode der Baubranche definiert, die digitale 3D-Modelle nutzt, um Bauwerke über den gesamten Lebenszyklus (Planung, Bau, Betrieb) effizient zu verwalten. Im Fokus dieser Prozessoptimierung steht das serielle Bauen. So wurde der globale Markt für modulares und serielles Bauen für das 2024 auf mehr als 104 Mrd. USD geschätzt – mit einem jährlichen Wachstumspotential von bis zu 8 Prozent bis 2030. In Deutschland beträgt das aktuelle Marktvolumen rund 10 Mrd. USD. Und auch hier gehen die Prognosen von einer Wachstumsrate von 7 Prozent jährlich für die kommenden vier Jahre aus.

Innovationen für durchgängig digitale Prozesse

Die Prozessoptimierung reicht von der Planung bis zur Genehmigung und Bauausführung. Ein zukunftsweisendes Feld ist hier die digitale Baugenehmigung. Bis März 2025 wurden in Deutschland bereits 18.500 digitale Bauanträge über den EfA-Onlinedienst gestellt. Wie das Beispiel Bayern zeigt, nimmt die Akzeptanz inzwischen rasant zu: In den teilnehmenden Ämtern wurden bis Ende 2024 monatlich rund 2.500 digitale Anträge eingereicht. Und auch in Mecklenburg-Vorpommern, für das die „Einer-für-Alle“-Lösung (EfA) ursprünglich entwickelt wurde, sind inzwischen mehr als 7.600 Anträge damit digital abgewickelt (Stand: Januar 2025). Die digitale Baugenehmigung ist längst ein Erfolgsmodell: Dreizehn Bundesländer nutzen EfA inzwischen und der Dienst wird weiter ausgebaut in Richtung KI-basierter Automation, BIM-basierter Bauantrag und ergänzender, digitaler Assistenzsysteme.