Flugverkehr

Zu Beginn des Jahres, als der Reiseverkehr zum Jahreswechsel seinen Höhepunkt erreichte, fiel der komplette Funkverkehr zwischen den griechischen Flughäfen, also den Fluglotsen, und den Piloten aus. War das vermeidbar? Luckx – das magazin ging dieser Frage nach.

Reisezeiten und Angebote

Griechenland ist eines der beliebtesten Reiseländer der Deutschen. Zwar liegt die Hauptreise im Sommer. Doch die griechische Regierung hat den Ganzjahrestourismus ausgerufen. Denn es besteht die Angst, dass es zum Overtourismus kommen könnte. Doch wer als Reisender in Griechenland unterwegs ist, kann diese Bedenken eines Overtourismus nicht nachvollziehen. Zwar gibt es einige Orte und Inseln, wo so etwas passieren könnte. Doch insgesamt laden die Strände zum entspannten Ausruhen ein. Trotzdem wird versucht, anderenorts erfolgreiche Konzepte wie Gesundheitstourismus, Wandern und Skifahren auch für Griechenland zu adaptieren. Doch in diesen genannten Bereichen hat Griechenland keine Kompetenz. Gesundheitstourismus ist nur dann möglich, wenn entsprechende Kureinrichtungen vorhanden wären. Doch die vorhandenen Hotels oder Thermen erfüllen nicht einmal die Grundvoraussetzungen. Beim Wandern bemühen sich einige Inseln und gebirgige Regionen mit der Einrichtung von Wanderwegen, dem gerecht zu werden. Doch diese Wanderwege erfüllen nicht den beispielsweise von deutschen Wanderern erwarteten Mindeststandard. Zwar gibt es einige alpine Abfahrten mit einigen Liftanlagen. Doch auch hier ist eher unterer Standard deutscher Mittelgebirge vorhanden. Anderes lässt sich auch nicht vorhalten, weil eben die Tradition und die Erfahrung fehlt.

Unzureichende Fortschritte

Nun zurück zum Flugverkehr. Die griechische Regierung sei bloßgestellt, betonen die Europaabgeordneten von SYRIZA, Elena Kountoura sowie Costas Arvanitis, und unterstreichen, dass das Verkehrsministerium und die griechische Zivilluftfahrtbehörde ihren Verpflichtungen nicht nachkämen. Die offizielle Antwort der Kommission auf die von beiden am 15. Oktober 2025 gestellte Frage bezeichnet den Fortschritt im Rahmen des bekannten 346-Punkte-Aktionsplans, den die politische Führung des Verkehrsministeriums mit konkreten Meilensteinen für Verstöße gegen europäische Rechtsvorschriften im Bereich der Flugsicherung ausgearbeitet hat, als unzureichend. In der Antwort des Kommissars für Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas (früherer Gouverneur der griechischen Region Zentralmakedonien), heißt es: „Im Dezember 2025 würdigte die Kommission die Bemühungen der griechischen Behörden, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist sie jedoch der Ansicht, dass die Fortschritte unzureichend waren.“ Infolgedessen wurden im Dezember neue Vertragsverletzungsverfahren gegen Griechenland eingeleitet. So heißt es darin, dass „die Kommission beschlossen hat, Griechenland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen, weil es die notwendigen Maßnahmen zur Einrichtung und Veröffentlichung von leistungsbasierten Navigationsverfahren (PBN) an griechischen Flughäfen nicht ergriffen hat. Darüber hinaus hat die Kommission beschlossen, Griechenland eine begründete Stellungnahme zu übermitteln, weil es die Technologie zur Flugzeugidentifizierung (Radarinstallation) nicht implementiert hat.“

Sicherheit des Luftverkehrs

Auf der einen Seite befinden wir uns hier in einer Auseinandersetzung zwischen der Mitgliedern der Vorgängerregierung und der aktuellen. Denn in weniger als zwei Jahren gehen die griechischen Bürger wieder zur Wahlurne. Da passt es ganz gut, der Mitsotakis-Regierung „vors Schienbein zu treten“. Andererseits besteht weiterhin noch das unaufgearbeitete Zugunglück bei Tempi, wo 57 Zuginsassen, meist junge Studierende, starben. Darüber hinaus streiken die Bauern seit mehreren Monaten und haben die Fernverkehrsstraßen teilweise stillgelegt, weil die amtierende Regierung berechtigte Forderungen der Landwirte nicht nachkommt. Einiges kann die Regierung sofort umsetzen; andere Forderungen lassen sich in keiner Weise realisieren, weil es hier um europäische Regelungen geht. In Anbetracht des nicht aufgeklärten Korruptionsskandal bei der Verteilung von landwirtschaftlichen Fördermittel gibt die Regierung kein gutes Bild ab.

Aufgrund dessen, dass die Regierung um Mitsotakis nun in der zweiten Legislatur rund sechs Jahre im Amt ist, muss sie viele Fragen zur Sicherheit des Luftverkehrs auch beantworten und handeln. Denn für Griechenland ist die Sicherheit im Flugverkehr existenzbedrohend. Für ein Land wie Griechenland, welches von den touristischen Einnahmen abhängig ist, sind sichere Verbindung von höchster Priorität. Das weiß auch Elena Kountoura, die während der Syrisa-Regierung Tourismusministerin war. Denn die aktuelle Situation bei der Flugsicherheit besteht nicht erst seit sechs Jahren. Auch Kountoura hatte zu ihrer Ministerzeit sicherlich von der unzugänglichen Flugsicherheit gewusst.

Wie sicher sind touristische Reisen im Sommer 2026?

Das Handlungsbedarf besteht, ist allen Akteuren bewusst. Doch Bewusstsein reicht nicht. Es geht nun vordringlich um die Einhaltung der europäischen Richtlinien im Flugverkehr. Denn nur diese garantieren den Besucher deren Sicherheit. Zum Glück gab es bisher nur den Ausfall von Kommunikationsmitteln. Dadurch ist bisher kein Reisender zu Schaden gekommen; außer durch Ausfall von Flugverbindungen, fehlender Urlaubstage und verpasster Urlaubsfreude oder Arbeitstage. Doch der Sommer kommt bestimmt und damit kommen auch wieder Millionen Gästen ins Land. Wenn dann im Sommer das System wie nun zum Jahresbeginn wiederholt ausfallen sollte, ist der finanzielle und Imageschaden für Griechenland eine Katastrophe. Er wird den Tourismus um Jahre zurückwerfen. Es bleibt die Hoffnung, Premierminister Mitsotakis macht es zur Chefsache.