Verteidigung

Milliarden Euros werden jetzt in die Verteidigung demokratischer Werte investiert. Deutschland, die europäische Gemeinschaft als auch viele weitere Mitgliedsstaaten sehen diese Notwendigkeit. Doch ist es sinnvoll, Geld auszugeben für etwas, was nicht eintreffen soll, fragt luckx – das magazin?

Versicherung

Die Verteidigungsausgaben sind so etwas wie eine Versicherung für unsere Demokratie; könnte so interpretiert werden, um unsere Werte zu erhalten. Das diese Werte erhaltenswert sind, zeigt ja auch der Zustrom von Menschen nach Europa und speziell nach Deutschland. Das Versicherungen für uns notwendig sind, lassen sich aus den Branchenzahlen der Versicherung ablesen. Rund 226 Milliarden Euro sind uns Deutschen unsere Versicherungen jährlich wert. Das ist ein Vielfaches, was die Bundesregierung als Ausgaben insgesamt für die nächsten Jahre für die Verteidigung angesetzt hat.

Solche Versicherungen haben eine lange Tradition. Sie reicht über 5.000 Jahre zurück, beginnend mit Risikogemeinschaften im alten Babylon (um 2000 v. Chr.) und Seedarlehen im antiken Griechenland. Im 17. Jahrhundert entstanden Feuer- und Transportversicherungen. Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Grundstein für moderne, versicherungsmathematische Grundlagen gelegt. Unter Bismarck entstanden im 1883 die staatlichen Sozialversicherung, die heute undenkbar wären.

Tradition

Auch die Verteidigung hat eine ähnlich lange Tradition. Kriege und militärische Auseinandersetzungen werden seit etwa 3.000 Jahren geführt. Ursache sind wahrscheinlich individueller Neid und Missgunst. Wahrscheinlich auch Rache oder religiöse Ursachen. Das führte dann in Deutschland dazu, dass sich Städte und Orte verteidigen wollten und mussten, um ihre Bürger, deren Hab und Gut und ihre Wirtschaft zu schützen. In Deutschland ist das Schützenwesens stark mit dieser Verteidigung verbunden. So reicht es vielerorts bis ins Mittelalter zurück. Im rheinisch-flandrisch-westfälischen Raum wurde zu dieser Zeit die jeweilige Stadt bzw. Gemeinde durch die Bürger selbst geschützt; der Wehr- und Verteidigungscharakter stand somit im Vordergrund. Mit der Übernahme dieser Aufgaben durch den Staat schwand diese Funktion des Schützenwesens. Dies kommt heute noch in einzelnen symbolischen Bräuchen zum Ausdruck, etwa dem Paradieren mit Holzgewehren oder der Tradition des Vogelschusses.

Schützenvereine

Das Schützenwesen ist vielerorts ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen bzw. lokalen Identität. Es umfasst eine große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in ganz Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind. Das Spektrum reicht von den stark christlich geprägten Bruderschaften im rheinischen-westfälischen Bereich über das weltliche, zum Teil streng traditionell gelebte Brauchtum im östlichen Deutschland und die eher bürgerlich-republikanisch veranlagten Gepflogenheiten der Vereine in den früheren freien Reichs- und Hansestädten bis hin zu den folkloristisch-fröhlichen Traditionen der süddeutschen Schützengesellschaften. Das Schützenwesen hat im Laufe seiner Geschichte immer wieder auf Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert und sich enorm ausdifferenziert. Das alte Brauchtum wird heute in der Regel im Rahmen einer Vereinszugehörigkeit von Menschen jeden Alters und Geschlechts unabhängig von religiösem Bekenntnis, sexueller Orientierung, Herkunft oder auch Behinderung ausgeübt. Es gibt vielfältige Maßnahmen zur Weitergabe der Tradition, unterschiedliche Formen der Jugendarbeit und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen.

Kulturerbe

Am 4. Dezember 2015 nahmen die Deutsche UNESCO-Kommission und die Kultusministerkonferenz das „Schützenwesen in Deutschland“ in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf. In ihrer Begründung würdigen das zuständige Expertenkomitee und die Kultusministerkonferenz das Schützenwesen als Ausdruck lokal aktiver Kulturpraxis mit lebendiger Traditionspflege, die stark in örtliche Sozial- und Kulturmilieus eingebunden ist. Es gibt vielfältige Maßnahmen zu Weitergabe, unterschiedliche Formen der Jugendarbeit und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen. Auch die Verpflichtung gegenüber sozialem Engagement und ziviler Kultur im Umgang mit Waffentechnik und Waffengebrauch sowie der integrative Charakter wurden hervorgehoben.

Das Schützenwesen ist vielerorts ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen bzw. lokalen Identität. Es umfasst eine große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in ganz Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind. Das Spektrum reicht von den stark christlich geprägten Bruderschaften im rheinischen-westfälischen Bereich über das weltliche, zum Teil streng traditionell gelebte Brauchtum im östlichen Deutschland und die eher bürgerlich-republikanisch veranlagten Gepflogenheiten der Vereine in den früheren freien Reichs- und Hansestädten bis hin zu den folkloristisch-fröhlichen Traditionen der süddeutschen Schützengesellschaften.

Als älteste deutsche Schützengesellschaft gilt die Aachener Karlsschützengilde, die sich traditionell auf das Jahr 799 zurückführt und 1198 erstmals schriftlich nachweisbar ist. 320 Vereine des Deutschen Schützenbundes sind vor dem Jahr 1500 gegründet, etwa 1000 vor dem Jahr 1700.