Na ja, werden einige Leser jetzt denken. Was haben die von luckx – das magazin nun schon wieder ausgegraben? Doch es wird deutlich, dass Skifahren und Skilanglauf wegen Schneemangel nicht mehr wie früher möglich sind.
Nur Wetterphänomene?
Es stimmt. Auch von den 1960-er bis 1980-er Jahren gab es immer wieder Winter mit wenig und viel Schnee. Doch Skilaufen war eigentlich immer von Dezember bis März in den Mittelgebirgen möglich. Und heute? Weitestgehend Fehlanzeige. Auch beim Wandern haben sich die Verhältnisse verändert. Das zeigt nicht nur der aktuelle Steinlawinenabgang am Matterhorn. Immer häufiger schränkt die Klimawandel die sportlichen Aktivitäten ein und stellt den Sport vor neue Herausforderungen. Wer Sport treibt, sollte die wichtigsten klimabedingten Gesundheitsrisiken kennen und wissen, wie man sich schützt.
Der Klimawandel stellt einer der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Neben teilweise verheerenden Auswirkungen auf unsere Umwelt durch z.B. Extremwettereignisse oder Dürreperioden, wird ganz nebenbei unsere Gesundheit auf die Probe gestellt. Neben der zunehmenden Gesundheitsbelastung entstehen differenzierte Anforderungen an die Planung und Durchführung von sportlichen Aktivitäten. Somit wird auch für den organisierten Sport deutlich, wie wichtig es ist, sich mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen, um langfristig die Gesundheit aller sportbegeisterten Personen zu schützen.
Klimabedingte Gesundheitsrisiken
Klimabedingte Gesundheitsrisiken im Sport sind Gefahren für die körperliche und psychische Gesundheit, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen. Sportler zählen in diesem Zusammenhang zu den vulnerablen Risikogruppen. Darüber hinaus setzen sich eine Vielzahl weiterer Personengruppen wie z.B. Trainer, Kampfrichter, Zuschauer freiwillig den klimawandelassoziierten Belastungen aus. Durch ansteigende Temperaturen, stärkere UV-Strahlung, eine veränderte Luftqualität oder das vermehrte Auftreten von Krankheitserregern entstehen neue Herausforderungen für den organisierten und informellen Sport. So lassen sich folgende klimabedingte Gesundheitsrisiken unterscheiden: Hitze, Extremwetterereignisse, UV-Strahlung, Atemwege, Infektionen und Vergiftungen sowie Mentale Gesundheit .
Organisierter Sport und Klimawandel
Der organisierte Sport schließt 28,8 Millionen Mitglieder in seine Strukturen ein und bildet einen Querschnitt der Gesellschaft ab. Im Zuge der klimawandelbedingten Herausforderungen kann er eine besondere Rolle einnehmen und als Impulsgeber fungieren. Er trägt dazu bei, Wissen weiterzugeben und viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus schließt er eine Vielzahl von vulnerablen Risikogruppen (u.a. ältere Menschen ab 65 Jahren) in seine Strukturen ein, die aufgrund ihrer physiologischen Merkmale oder Lebensumstände besonders vor klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken geschützt werden müssen. Darüber hinaus findet organisierter Sport u.a. an öffentlichen Orten statt, wo Menschen in ihrem Alltag und Lebensumfeld erreicht und angesprochen werden können.
Risiken
Zu den direkten Risiken zählen insbesondere gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hitze. Eine starke Hitzebelastung kann zu Dehydrierung, Kreislaufproblemen oder sogar Hitzeschlag führen – vor allem, wenn Sport bei hohen Temperaturen und ohne ausreichenden Sonnenschutz betrieben wird. Auch die zunehmende UV-Strahlung stellt ein Risiko dar, da sie das Hautkrebsrisiko erhöht. Darüber hinaus führen vermehrte Extremwetterereignisse wie Stürme oder Starkregen zu einer erhöhten Unfallgefahr bei sportlichen Aktivitäten im Freien.
Neben den unmittelbaren Wetterfolgen gibt es auch indirekte Risiken. Dazu zählt die schlechter werdende Luftqualität durch Feinstaub, Ozon oder verlängerte Pollenflugzeiten. Diese Belastungen wirken sich besonders negativ auf Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma aus. Auch Infektionsrisiken nehmen zu, etwa durch Zecken (mit Krankheiten wie Borreliose oder FSME) oder Mücken, die neue Viren wie das West-Nil-Virus übertragen können. Zudem beeinflussen klimatische Veränderungen auch die psychische Gesundheit – etwa durch Sorgen um die Zukunft, Einschränkungen im Sportbetrieb oder den Verlust vertrauter Trainingsumgebungen.
Betroffene Personengruppen
Besonders gefährdet sind Menschen ab 65 Jahren, kleine Kinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Für diese Gruppen erhöht sich das Gesundheitsrisiko insbesondere bei großer Hitze und körperlicher Anstrengung. Gleichzeitig ist regelmäßige Bewegung – vor allem im höheren Alter – wichtig, um Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu fördern. Daher sind geeignete Schutzmaßnahmen unerlässlich. Dazu zählen unter anderem sportliche Aktivitäten in den kühleren Tageszeiten, regelmäßige Trinkpausen sowie das Aussetzen von Trainingseinheiten bei extremer Hitze.
Diese betroffenen Sportler können sich schützen, indem sie ihr Training an die klimatischen Bedingungen anpassen. Es ist sinnvoll, Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und regelmäßig Wasser zu trinken – idealerweise schon bevor ein Durstgefühl entsteht. Der richtige Sonnenschutz spielt ebenfalls eine zentrale Rolle: dazu gehören Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, schützende Kleidung und Kopfbedeckungen. Wichtig ist außerdem, sich regelmäßig über Wetterwarnungen zu informieren und bei einer akuten Gefahrenlage Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
Sportvereine und -verbände können unterstützen
Sportvereine und -verbände haben eine wichtige Verantwortung im Umgang mit klimabedingten Gesundheitsrisiken. Sie können durch bauliche Maßnahmen wie das Schaffen von Schattenplätzen, den Zugang zu Trinkwasser oder die wetterfeste Gestaltung von Anlagen für sichere Rahmenbedingungen sorgen. Darüber hinaus sollten sie ihre Mitglieder regelmäßig über Risiken informieren und Übungsleiter*innen gezielt schulen. Auch der Aufbau von Notfall- und Handlungskonzepten für extreme Wettersituationen kann helfen, Risiken zu minimieren. Nicht zuletzt können Vereine durch ihre Vorbildfunktion für Klimaanpassung und gesundheitsbewusstes Verhalten sensibilisieren.