Ein Winterquartier für Tiere bedeutet nicht, alles was draußen kreucht und fleucht im Winter in die eigene Wohnung einzuladen. Denn im Garten lassen sich immer wieder kleine Plätze finden, wo ein Aufenthalt während der kalten Jahreszeit möglich ist. Wie das funktionieren kann, hat luckx – das magazin recherchiert.
Unterschlupf
Der Frost hat nun überall in Deutschland Einzug gehalten. Die Gartenarbeit ruht. Tiere sind auf der Suche nach oder befinden sich schon in Winterquartieren, in denen sie die kommenden Monate geschützt verweilen können. Im Hinblick auf unser Klima und Zukunft bekommt biologische Vielfalt und natürliche Habitate eine besondere Bedeutung. Wir alle wissen, um die Bedeutung von Insekten. So sind nicht nur Bienen, sondern viele weitere Arten, für die Bestäubung von Pflanzen verantwortlich und für ein intaktes Ökosystem. Besonders wohl fühlen sich die Helferlein in einem naturnahen Garten, der ihnen durch wilde Ecken Lebensräume erschließt. Je mehr unterschiedliche Strukturen der Garten bietet, desto größer ist die Biodiversität. Doch was machen die Nützlinge eigentlich im Winter, wenn die Temperaturen in den Minusbereich sinken und der Boden gefroren ist, oder eine dicke Schneedecke die Landschaft überzieht?
Naturnaher Garten
Während der Winterpause profitieren Tiere von diversen Materialien: Laubschichten, Totholz, Reisighaufen, Stängel und Fruchtstände von Blühpflanzen sowie Steinformationen werden nicht nur zum Winterquartier für Insekten, sondern beherbergen auch Reptilien und Säuger wie Blindschleichen und Igel. Einen Naturgarten zu hegen bedeutet, ihn im Einklang mit den Jahreszeiten zu pflegen. „Weniger ist mehr“ lautet die Devise für die Gartenpflege im Winter. So sollten die Strukturen im Garten belassen und abgestorbene Pflanzen nicht zurückgeschnitten werden.
Während draußen eisige Kälte herrscht, machen es sich Insekten in den verbliebenen Stauden und in abgestorbenen Stängeln „gemütlich“. Unter Laubdecken und Gehölzschnitt ruhen zahlreiche Ei-Gelege, erwachsene Tiere und Larven. Auch das Umgraben des Bodens kann in den meisten Fällen getrost unterlassen werden, denn so kann das Bodenleben ungestört überwintern.
Wenn nicht ausreichende Strukturen im Garten vorhanden sind oder bereits alle Halme zurückgeschnitten wurden, kann dennoch unterstützen. So können Gartenbesitzer Reisighaufen, Schilfrohre, Hohlziegel und markhaltige Zweige auslegen oder Stängel von Brombeeren, Königskerzen und Disteln als Bündel anbieten, um Winterquartiere zu schaffen. Ebenfalls hinzugefügt werden können Nisthilfen für Wildbienen, denn einige Arten sind bereits ab dem zeitigen Frühjahr aktiv und suchen dann ein geeignetes Plätzchen, um ihre Eier abzulegen. Nisthilfen, die bereits im Garten angebracht sind, sollten überprüft werden, ob sie regen- und windgeschützt sind.