Verantwortungsvoller Konsum

Verantwortung übernehmen ist einer der Megatrends unserer Zeit. Das gilt auch für den Konsum. Davon betroffen sind alle Wirtschaftsbereiche. Deutlich wurde es bei der Messe Ambiente in Frankfurt. Luckx – das magazin hat recherchiert.

Ethical Style

Große Interesse bei Besuchern und Ausstellern ist weiterhin das Thema Ethical Style. Zum elften Male wurde dieses Thema auf der Messe Ambiente 2026 präsentiert. Es zeigte eine Fülle von Angeboten und gab Inspiration und Orientierung für eine nachhaltige Sortimentsgestaltung. 2026 trugen insgesamt 335 Aussteller des Frankfurter Konsumgütermessetrios das Ethical-Style-Label. Davon entfallen 289 auf die Ambiente, 32 auf die Christmasworld und 14 auf die Creativeworld, wobei 123 Teilnehmer von der unabhängigen, international besetzten Experten-Jury neu juriert wurden. Zu den Kriterien für die Auszeichnung mit dem begehrten Nachhaltigkeits-Label, das jeweils drei Jahre seine Gültigkeit behält, zählen unter anderem die Verwendung von umweltfreundlichen und kreislauffähigen Materialien, eine ressourcenschonende Produktionsweise, handwerklich tradierte Herstellungsverfahren sowie sozial faire Arbeitsbedingungen.

Für die Aufnahme in das Programm bewerben können sich Unternehmen sowohl mit einzelnen Produkten als auch mit kompletten Produktlinien oder als gesamtes Unternehmen. Welche Konzepte besonders überzeugend sind, soll im Folgend beispielhaft aufgezeigt werden. Alle Produkte verbinden ökologische und soziale Verantwortung mit modernem Design und machen deutlich, wie zeitgemäße Nachhaltigkeit heute aussieht.

Ambiente Dining

Das finnische Unternehmen Nature Line fertigt Besteck, das zu 95 Prozent aus Biokomposit besteht – einer Mischung aus Weichholz und ISCC+-zertifiziertem, erneuerbarem Polypropylen, das ausschließlich aus Holz, genauer gesagt aus Tallöl, einem Rückstand aus Kiefern, hergestellt wird. So trägt das Produkt weder zur Entwaldung noch zum Verlust der Artenvielfalt bei. Hergestellt in Finnland, erfüllt das Besteck alle Sicherheits- und Lebensmittelstandards. Das Unternehmen achtet darauf, nicht zur Abholzung der Wälder beizutragen. Während die EU darum kämpft, die neue Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) in Kraft zu setzen, wird hier gezeigt, wie ein Unternehmen sich vom Wettbewerb abheben kann.

Ambiente Giving

Platzsparend und einfach im Handling: Einmal an beiden Enden kräftig ziehen – und schon faltet sich die Tragetasche der japanischen Marke Shupatto / Marna komplett zusammen. Im Anschluss wird sie zusammengerollt und mit einem Druckknopf verschlossen. Möglich macht es ein ausgeklügeltes Falt-Design, das an Origami erinnert.

Ambiente Living

My Flame Lifestyle hat sich auf die Herstellung von Bio-Kerzen aus nachhaltigem Sojawachs spezialisiert. So zeigt My Flame Lifestyle, wie Kerzenhersteller erneuerbare Materialien mit transparenten Beschaffungspraktiken kombinieren können. Durch die Verwendung von gentechnikfreiem Sojawachs anstelle von Paraffin und die Verpflichtung zu einer RTRS-konformen Beschaffung demonstriert die Marke eine klare Hinwendung zu einer saubereren Produktion. Ihr designorientierter Ansatz verbindet die Materialauswahl mit sichtbaren Nachhaltigkeitszielen und setzt damit Maßstäbe dafür, wie Lifestyle-Marken bessere Materialien und Lieferkettenbewusstsein in attraktive Konsumgüter integrieren können.

Ambiente Global Sourcing

Textialpaca aus Peru bietet seit über 35 Jahren hochwertige Kleidungsstücke und Stoffe aus Alpakafasern an. Dabei handelt das Unternehmen sozial verantwortlich und arbeitet im Rahmen der Initiative „We Care“ mit Strickerinnen aus der kleinen peruanischen Stadt Callalli zusammen, die unter prekären Bedingungen leben und durch ihre Arbeit ihren Kindern eine bessere Lebensqualität ermöglichen können. So stehen die Produkte für traditionelle peruanische Webkunst, Qualität, Weichheit und Langlebigkeit. Mit der Organisation von „We Care“ übernimmt das Unternehmen zusätzlich soziale Verantwortung zur Verbesserung der Lebensgrundlagen von Weberinnen in einem abgelegenen Bergdorf in den Anden.

Christmasworld

Im Januar werden immer die Vorzeichen für das nächste Weihnachtsfest aufgezeigt. Die Christmasworld gibt Einkäufern dabei Orientierung. So schuf vor über 120 Jahren Richard Mahr die Marolin-Masse aus Kaolin, Ton, Kreide, Papierfasern und Pflanzenleim, mit der sich Figuren aller Art in unterschiedlichen Größen fertigen lassen. Seitdem steht das Unternehmen aus dem thüringischen Steinach für saisonale Dekoobjekte, allen voran für traditionelle Krippenfiguren, nostalgischen Baumschmuck sowie Hasenfiguren für Ostern. Das Sortiment wird stetig erweitert, aktuell umfasst es mehr als 1.300 Objekte. Marolin ist eine bemerkenswerte Verbindung aus Tradition und Widerstandskraft. Die Manufaktur zeigt, wie ein Unternehmen durch handwerkliche Beständigkeit und gelebte Werte über Generationen hinweg resilient bleiben kann.

Creativeworld

Als Papiermühle 1584 in Südniedersachsen gegründet, entwickelte sich die Hahnemühle über die Jahre hinweg zu einer innovationsfreudigen und nachhaltig agierenden Manufaktur. Aus hochwertigen Zellstoffen und reinem Quellwasser werden dort nach teilweise Jahrhunderte alten Rezepturen verschiedene Papiere gefertigt. Dabei werden traditionelle Herstellungsverfahren mit innovativen Produktideen kombiniert. Das Ergebnis: einzigartige, hochwertige Papiere für verschiedene Anforderungen. So beeindruckt die Natural Line von Hahnemühle mit Künstlerpapieren aus vollständig recyclebaren, veganen Pflanzenfasern wie Bambus oder Hanf, die in ressourcenschonender Kaskadennutzung entstehen.