In der letzten Zeit wurde immer mehr bekannt, dass Wohnungen illegal untervermietet wurden. Mieter versuchten durch Untervermietung an der Wohnungsnot als auch bei der Kurzzeitvermietung kräftig zu verdienen, wie luckx – das magazin recherchierte.
Neue Regelungen
Viele Medien berichteten darüber, dass einige raffinierte Mieter ihre Wohnung zum mehr als dem Doppelten untervermieteten. Auch wurden Mietwohnung zweckentfremdet als Ferienunterkünfte genutzt. So etwas bliebt den Eigentümern nicht verborgen. Im Klageverfahren wurden diese Mieter nun abgestraft. Das führte außerdem dazu, dass immer mehr Städte den Druck auf private Ferienwohnungsanbieter erhöhen. Nicht selten mit drastischen Folgen von Aberkennung der Nutzung über Einnahmeverluste bis hin zur Zwangsschließung. Was bislang oft als Nebenverdienst funktionierte, steht nun auf dem Prüfstand. Wer also sein Vermietungsmodell nicht effizient aufstellt, riskiert nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch rechtliche Konsequenzen. So galt über viele Jahre die Kurzzeitvermietung in Europa als lukrativer Nebenverdienst. Plattformen wie Airbnb oder Booking.com machten es leicht, eine Wohnung tage- oder wochenweise an Touristen zu vermieten. Doch der Boom hat seine Schattenseiten. Immer mehr Städte gehen mittlerweile gezielt gegen illegale Angebote vor. Mithilfe digitaler Recherchen, systematischer Auswertung von Buchungsplattformen und Kontrollen vor Ort identifizieren Behörden mutmaßliche Schwarzvermietungen. Auffällige Indizien sind etwa Schlüsselsafes an Hauseingängen oder monatelang leer stehende Wohnungen. In München können bei unerlaubter Ferienvermietung Strafen von bis zu 500.000 Euro verhängt werden. Auch Wien hat die Kontrollen deutlich verschärft, um den regulären Wohnungsmarkt zu schützen.
Fehlender Wohnraum
Der Grund für diese Maßnahmen liegt auf der Hand: Wenn Wohnungen dauerhaft an Touristen vermietet werden, stehen sie nicht mehr als Wohnraum für Einheimische zur Verfügung. Das treibt die Mieten in die Höhe und verschärft den Wohnungsmangel, vor allem in beliebten Innenstadtlagen. In Barcelona ist die Lage so angespannt, dass dort von einer regelrechten Tourismuskrise die Rede ist. Viele Bürger protestieren gegen die Umwandlung ganzer Straßenzüge in Ferienunterkünfte. Auch in deutschen Städten wie Fürth, Nürnberg und Regensburg wächst der Druck. Sie setzen auf eigene Programme, um Leerstände und Zweckentfremdungen zu bekämpfen. Wer gegen lokale Vorschriften verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Neben hohen Bußgeldern drohen die komplette Nutzungssperre der Immobilie und die Rückforderung sämtlicher Mieteinnahmen. Zusätzlich wächst der soziale Druck. Häufiger Gästewechsel, Lärm und rücksichtsloses Verhalten mancher Besucher sorgen immer wieder für Spannungen mit der Nachbarschaft. Solche Probleme schaden nicht nur einzelnen Vermietern, sondern dem Ruf der gesamten Branche – auch denen, die sich an alle Regeln halten. Die Städte haben ihre Methoden inzwischen deutlich verfeinert. Neben öffentlichen Inseraten werten sie auch Daten aus, die sie direkt bei den Buchungsplattformen anfordern. So lassen sich illegale Angebote schnell aufspüren und sanktionieren. Für viele Vermieter bedeutet das: Das Risiko, entdeckt zu werden, war nie so hoch wie heute.
Rechtliche Lage und Strategien
Kurzzeitvermietungen stehen immer im Wettbewerb zum Hotelangebot. Außerdem können Mieteinnahmen unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze sein und damit Einkommenssteuern und Sozialbeiträge nicht anfallen. Ganz im Gegensatz zum Hotel. Denn ein Hotel ist ein Gewerbebetrieb, der neben Gewerbesteuer auch Einkommenssteuer und viele mehr an Abgaben leisten muss. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss die geltenden Gesetze kennen und einhalten. In vielen Städten ist eine Nutzungsänderung oder eine behördliche Genehmigung vorgeschrieben. Besonders in Kommunen mit Zweckentfremdungssatzung sind die Hürden hoch, Genehmigungen werden oft nur in Ausnahmefällen erteilt. In der Praxis ist es sinnvoll, schon vor dem Erwerb einer Immobilie zu prüfen, ob diese für die geplante Nutzung geeignet ist und ob sich eine Genehmigung problemlos beantragen lässt. Gewerbliche Flächen wie ehemalige Läden oder Büros können eine Alternative sein, da sie in der Regel nicht unter den strengen Wohnraumschutz fallen. Auch bestehende Beherbergungsbetriebe wie Pensionen oder Gästehäuser sind oft bereits für touristische Zwecke zugelassen und erfordern keine umfassende Genehmigungsänderung.
Entwicklungen in der Zukunft
Wer auf legale Strukturen setzt, verschafft sich nicht nur Planungssicherheit, sondern auch eine bessere Akzeptanz im Wohnumfeld. Professionelle Organisation, klare Hausregeln, transparente Preise und eine gute Gästebetreuung helfen, Konflikte zu vermeiden. Digitale Lösungen wie automatisierte Buchungen oder kontaktlose Schlüsselübergaben entlasten den Alltag und steigern die Gästezufriedenheit. So bleibt die Kurzzeitvermietung ein profitables Geschäftsfeld und das ganz ohne das Risiko hoher Strafen oder eines schlechten Rufes. Langfristig profitieren nicht nur Vermieter, sondern auch die Stadtgesellschaft: Wohnraum bleibt geschützt, Tourismus und Lebensqualität geraten nicht aus dem Gleichgewicht, und die Branche kann sich seriös und zukunftsfähig weiterentwickeln.