In wenigen Tagen ist Ostern. Viele Familien nutzen die Ferientage und sind mit ihren Kindern verreist. Wird das in Zukunft nicht mehr möglich sein, weil die Kraftstoffpreise gestiegen sind? Sind Wochenendreisen tabu? Werden Konzerte und andere Events abgesagt, fragt luckx – das magazin?
Änderung des Reiseverhaltens?
Während der Tourismusmesse ITB in Berlin war die Euphorie groß. Es könnte wieder ein überaus fantastisches Reisejahr werden. Das Buchungsverhalten der Deutschen lag über dem Vorjahr und insbesondere vor dem Corona-Jahr 2019. Doch nun berichten die ersten Reiseveranstalter von erheblichen Stornierungen und deutlichen geringerem Buchungsverhalten in den ersten März-Wochen. So könnten steigende Spritpreise das Reiseverhalten vieler Deutscher beeinflusst haben. Nachdem Benzinpreise zeitweise von rund 1,67 Euro pro Liter auf über 2,00 Euro gestiegen sind, überlegen manche Autofahrer genauer, wie weit sie für einen Kurztrip fahren. Zuletzt lag der Preis für Super E10 vielerorts über der Marke von 2,00 Euro pro Liter, während Diesel häufig über 2,20 Euro oder mehr kostete. So könnten aus längerer Autofahrten für ein Wochenende möglicherweise kürzere Ziele in der Nähe werden. Darauf deutet eine Auswertung eines Reiseportals hin. Für einen Kurzurlaub liegt die durchschnittliche Anreise aktuell bei rund 192 Kilometern. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt etwa 2,7 Tage. Viele Kurzreisen finden damit in einem Umkreis von rund 200 Kilometern um den Wohnort statt.
Kurze Trips, kurze Anreise
Für Reisen über ein Wochenende spielt die Entfernung eine wichtige Rolle. Wer nur zwei bis drei Tage unterwegs ist, möchte möglichst wenig Zeit im Auto verbringen. Eine Distanz von etwa 200 Kilometern lässt sich meist in zwei bis drei Stunden zurücklegen und ermöglicht dennoch einen deutlichen Tapetenwechsel vom Alltag. Regionen in der Nähe größerer Städte könnten dadurch für Kurzurlauber interessanter werden.So ergibt sich für einen typischen Kurztrip mit rund 200 Kilometern Entfernung bei Hin- und Rückfahrt eine Strecke von etwa 400 Kilometern. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer werden dafür rund 28 Liter Kraftstoff benötigt. Bei einem Preisniveau von rund 2,05 Euro pro Liter für E10 fallen für Hin- und Rückfahrt etwa 57 Euro Kraftstoffkosten an. Noch vor drei Wochen lag der durchschnittliche Preis für Super E10 teilweise deutlich niedriger. Bei aktuellen Preisen von über zwei Euro pro Liter verteuert sich ein Kurztrip mit dem Auto damit um mehrere Euro. Bei längeren Fahrten können dadurch schnell mehr als 20 Euro zusätzliche Kraftstoffkosten entstehen. Deutlich höher fallen die Kosten bei längeren Anreisen aus. Wer etwa 500 Kilometer bis zum Reiseziel fährt, legt für Hin- und Rückfahrt rund 1.000 Kilometer zurück. Bei gleichem Verbrauch werden dafür etwa 70 Liter Kraftstoff benötigt. Bei diesem Preisniveau fallen für Hin- und Rückfahrt rund 143 Euro Kraftstoffkosten an. Der Unterschied zwischen einem Kurztrip mit etwa 200 Kilometern Entfernung und einer längeren Fahrt von rund 500 Kilometern kann damit mehr als 85 Euro betragen.
Beim Tanken sparen
Wer für den Kurzurlaub mit dem Auto unterwegs ist, kann mit einigen einfachen Maßnahmen zusätzlich sparen. Bisher galt immer: Abends tanken spart. Nun gilt ab 1. April, dass Kraftstoffpreise nur einmal am Tag um 12 Uhr erhöht werden können. Es könnte daraus folgen, dass statt bisher die Kraftstoffpreise häufig am frühen Abend am niedrigsten waren, oft zwischen 18 und 20 Uhr, nun zwischen 11 und 12 Uhr am Vormittag günstig sein werden.
Weiterhin wird aber gelten, dass Stationen direkt an Autobahnen häufig deutlich teurer als Tankstellen in Städten oder Gewerbegebieten sind.
Wichtig ist, Preise zu vergleichen. Dabei helfen Apps wie ADAC Drive, Clever Tanken oder mehr-tanken helfen dabei, günstige Tankstellen in der Nähe zu finden.
Reisen rund um den Kirchturm
Anscheinend könnte es wieder darauf hinaus gehen, dass wir uns wie im Mittelalter verhalten müssen. Der Kirchturm, oder besser, die Tankstelle ganz in der Nähe, wird die Ziele vorgeben. So könnten Kurzurlaube, also Ziele in der Nähe des Wohnorts, für Wochenendtrips besonders attraktiv werden. Eine überschaubare Anreise spart Zeit und bei steigenden Spritpreisen möglicherweise auch Kosten. Da werden dann Fahrrad- und Schuhhändler Profiteure der Energiekrise werden. Damit könnte dann auch der frühere ADAC Vorstand sein Ziel erreicht haben, mit der Kraftstoffpreiserhöhung Elektroautos zu fördern. Viele aktuelle E-Autos erreichen je nach Modell und Fahrweise Reichweiten von mehreren hundert Kilometern pro Ladung. Kurzreisen innerhalb eines Radius von etwa 200 Kilometern lassen sich damit in vielen Fällen ohne zusätzliche Ladepause bewältigen. Doch mit solchen Querdenkerein wollen wir von luckx – das magazin nicht in Verbindung gebracht werden.