Die Reisebranche ist erfolgreich ins neue Tourismusjahr gestartet. Der Januar hat wieder bestätigt, dass er der stärkste Buchungsmonat der Deutschen ist. So wird wieder ein gutes Reisejahr erwartet, wie luckx – das magazin recherchierte.
Wer früh bucht bekommt den besten Platz?
Sobald der Urlaubskalender mit den Kollegen im Unternehmen abgestimmt ist, gehts an die Reisebuchung. Das ist auch verständlich. Denn nichts wäre fataler, wenn während der Sommerferien kein Platz für Vater, Mutter und Kinder frei ist. Die Reisebranche erwartet aufgrund der aktuellen Frühbuchungssituation wieder ein Steigerung um rund 3 Prozent.
Das ist um so erstaunlicher, weil aufgrund wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten sowie zu erwartender erheblicher Preissteigerungen ein Einbruch nicht erwartet wird. Die Reiselust der Deutschen nimmt nicht ab. So werden die Bundesbürger in diesem Jahr etwa 86 Milliarden Euro für Urlaub und Reisen ausgeben.
Die Art, wie Reiseziele entdeckt werden, hat sich grundlegend verändert. Viele Reisende lassen sich heute nicht mehr nur von klassischen Reiseführern inspirieren, sondern kombinieren KI-Tools mit sozialen Netzwerken, Videoplattformen und Online-Foren. Diese sogenannte Travel Mixology beschleunigt Trenddynamiken massiv: Orte können innerhalb weniger Monate zu globalen Hotspots werden, oft ohne die nötige Infrastruktur oder geeignete Schutzkonzepte. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt, wenn Serien, Filme oder Influencer bislang wenig bekannte Destinationen ins Rampenlicht rücken.
Auch neue Technik fördert das Reisen
Zusätzlich verstärken technologische Entwicklungen im Luftverkehr diesen Trend. Neue Langstrecken-Schmalrumpfflugzeuge ermöglichen Nonstop-Verbindungen zwischen Städten, die zuvor nur umständlich erreichbar waren. Zwar eröffnen sich dadurch neue Märkte, zugleich geraten jedoch Regionen unter Druck, die auf einen plötzlichen Besucheransturm nicht vorbereitet sind. Die Folgen zeigen sich vor allem an beliebten Naturdestinationen. Ein prägnantes Beispiel ist der Nationalpark Berchtesgaden: Der sogenannte „Infinity Pool“, eine Gumpe oberhalb des Königssees, wurde durch Social-Media-Beiträge zu einem weltweiten Besuchermagneten. An Spitzentagen machten sich über 350 Menschen auf den gefährlichen Weg. Das Ergebnis war ein mehrere Kilometer langes Netz aus Trampelpfaden, massive Eingriffe in sensible Lebensräume und eine erhebliche Gefährdung streng geschützter Tierarten. 2021 blieb schließlich nur eine Konsequenz: die Sperrung des Gebiets für mindestens fünf Jahre, um weitere Zerstörung zu verhindern.
Ansätze für einen nachhaltigeren Tourismus
Nachhaltiger Tourismus scheint aufgrund der Demonstrationen und verschiedenen weiterer Vorfälle das Gebot der Stunde zu sein. Nicht erst heute haben sich Kooperationen gebildet, die durch den Zusammenschluss gemeinsame Strategien zur Bewältigung des Massentourismus verfolgen. Dabei lassen sich grundlegende Ansätze unterscheiden: Hotels in Regionen, die aktiv Touristenströme bewältigen, Hotels in bewusst abgelegenen Gebieten fernab touristischer Hot Spots sowie Hotels in Regionen, die Tourismus in ihren Regionen nachhaltig fördern. Mit aktiver Besucherlenkung und Schutzmaßnahmen soll beispielsweise bewusst auf sanften Tourismus statt auf Massen gesetzt werden. Durch ganzjährige Angebote soll sich der Besucherstrom gleichmäßig über alle Jahreszeiten verteilen. Besonders in Landschaftsschutzgebieten sorgen klare Wegeführungen gezielt dafür, dass sensible Bereiche entlastet werden.Darüber hinaus erfolgen Zufahrtsbeschränkungen für Fahrzeuge. Ebenfalls wird mit einer digitalen Besucherlenkung über Apps versucht, die klassische Infrastruktur zu entlasten und es werden alternative, geringer frequentierte Routen angeboten.
In manchen Gebieten wird noch stringenter verfahren. Dort ist die Nutzung des eigenen Fahrzeuges nur bei der An- bzw. Abreise erlaubt. Während des Aufenthalts müssen die Fahrzeuge auf ausgewiesenen Parkflächen abgestellt werden.
Neue Unterkünfte dürfen ebenfalls nicht gebaut werden. Sicherlich sind das sehr konsequente Maßnahmen. Ob das für jeden Gast interessant ist, wird sich zeigen.