Risiken vermeiden

Aktuelle erscheint das Reisen in bestimmte Region ein Risiko darzustellen. Einige verantwortungsvolle Reiseanbieter bieten ihren Kunden kostenlose Stornierungsmöglichkeiten an, wie luckx – das magazin während der ITB in Berlin erfuhr.

Reiserisiko

Das Reisen in den arabischen Raum scheint für viele Menschen mit einem hohen Reiz verbunden zu sein. Es ist wohl das Unbekannte aber auch das Exotische, was Menschen anzieht. Wie schnell eine eher friedliche und entspannte Situation eskalieren kann, habe ich in den letzten Tagen erlebt. Solche Situation waren in der Vergangenheit eher die Ausnahme, habe sich in den letzten Jahren gehäuft. Es gibt aber viel naheliegendere Herausforderungen, mit denen wir bei fast jeder Reise umgehen müssen. Ob Fernreise, Familienbesuch im Ausland oder Aktivurlaub in den Bergen: Reisen mit kleinen Kindern erfordern eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Je exotischer das Reiseziel und je jünger das Kind, desto früher sollte eine qualifizierte reisemedizinische Beratung erfolgen – idealerweise noch vor der Buchung, empfehlen Ärzte. Denn Kinder sind auf Reisen besonderen Risiken ausgesetzt. Internationale Auswertungen zeigen: Bei erkrankten Kindern nach Auslandsreisen entfallen 28 Prozent der Diagnosen auf Durchfallerkrankungen, 25 Prozent auf Hauterkrankungen und 23 Prozent auf fieberhafte Erkrankungen. Im Vergleich zu Erwachsenen leiden Kinder etwa dreimal häufiger an akuter Gastroenteritis, sind viermal häufiger von Tierbissen betroffen und erkranken knapp zweimal häufiger an Hauterkrankungen.

Malaria und Höhe

Fieberhafte Infektionen gehören zu den häufigen Problemen nach Auslandsreisen. Besonders gefährlich können fieberhafte Erkrankungen nach Aufenthalten in Tropenregionen sein. So verläuft eine Malaria tropica bei Kindern oft rascher und schwerer als bei Erwachsenen. Deshalb sollten Kinder unter fünf Jahren nicht in Verbreitungsgebiete der Malaria tropica reisen. Jedes unklare Fieber bei Kindern nach Aufenthalt in einem Risikogebiet sei bis zum labormedizinischen Beweis des Gegenteils als Malaria zu werten. Auch von Aufenthalten in Schlafhöhen über 2500 Metern wird bei Kindern unter fünf Jahren abgeraten, da Symptome einer akuten Höhenkrankheit bei diesen schwer zu erkennen sind. Zudem sind Reisen in abgelegene Regionen mit fehlender pädiatrischer Versorgungsstruktur für Kinder aller Altersstufen kritisch zu bewerten. Eine kindgerechte medizinische Einrichtung sollte innerhalb von 48 Stunden erreichbar sein.

Vorbereitungen

Ein zentrales Element der Prävention sind Impfungen und ihre Planung. Zunächst sollte geprüft werden, ob die altersentsprechenden Standardimpfungen vollständig sind. Danach wird individuell und je nach Reiseziel entschieden, welche Reiseimpfungen notwendig oder sinnvoll sind – etwa gegen Gelbfieber, Hepatitis A, Typhus, Tollwut oder Japanische Enzephalitis. Eltern sollten besonders bei kleinen Kindern einen Vorlauf von etwa drei Monaten einplanen. Last-Minute-Reisen sind problematisch, da Impfserien Zeit benötigen und Infekte Impfpläne verzögern können.

Neben Infektionsschutz spielt Unfallprävention eine zentrale Rolle. Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache bei reisenden Kindern, gefolgt von Ertrinkungsunfällen. Geeignete Rückhaltesysteme im Auto sowie konsequente Aufsicht am Wasser seien daher unverzichtbar.

In vielen Reiseländern stellen zudem Mücken übertragene Erkrankungen ein Risiko dar. Effektiver Schutz beruht auf der Kombination mehrerer Maßnahmen: Repellenzien, körperbedeckende, ggf. imprägnierte Kleidung, imprägnierte Moskitonetze und – bei entsprechender Indikation – eine medikamentöse Malariaprophylaxe .

Auch konsequenter Sonnenschutz ist essenziell. Kinderhaut ist besonders empfindlich, ein erheblicher Teil der lebenslangen UV-Belastung entsteht bereits im Kindesalter. So sollten Kinder direkte Sonneneinstrahlung möglichst meiden. Darauf sollten die Erwachsene unbedingt achten. Kinder sollten schützende Kleidung tragen. Auch Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollte regelmäßig aufgetragen werden. Sonnenschutz und Repellenzien gehören also ebenso in die Reiseapotheke wie Fieberthermometer, Elektrolytlösungen und Wundmaterial.

Checkliste für Eltern

Vor der Buchung:

Reisemedizinische Beratung vereinbaren

Malariarisiko und Höhenprofil prüfen

Reiseplanung am jüngsten Kind ausrichten

1–3 Monate vor Abreise:

Impfstatus überprüfen (Standardimpfungen vollständig?)

Individuelle Reiseimpfungen planen

Reiseapotheke zusammenstellen (u. a. Fieberthermometer, Elektrolytlösungen, Wundmaterial, Sonnenschutz, Repellenzien)

Am Reiseziel:

Kindersicherung im Straßenverkehr gewährleisten

Kinder nie unbeaufsichtigt am Wasser lassen

Konsequenter Mücken- und Sonnenschutz

Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet sofort ärztlich abklären

Medizinische Infrastruktur vor Ort kennen (Versorgung innerhalb von 48 Stunden erreichbar?)