2025 war ein erfolgreiches Jahr für die Krankenkassen. Sie konnten einen Milliarden-Betrag als Überschuss verbuchen. Trotzdem haben sie zum Jahresbeginn abermals ihre Beiträge erhöht. Wie ein Kassenwechsel zu geringeren Kosten führen kann, hat luckx – das magazin recherchiert.
Krankenkassenbeiträge
Die Bundesbürger kommen um eine Krankenversicherung nicht herum. Deshalb sind alle von einer Beitragserhöhung zum Jahreswechsel 2025/2026 betroffen. Die Beiträge liegen ab 2026 zwischen 16,78 und 19 Prozent. Der unterschiedliche Beitragssatz ergibt sich aus dem Zusatzbeitrag, den jede Kasse individuell festlegen kann. Im Durchschnitt liegt der Zusatzbeitrag 2026 bei 2,9 Prozent. Viele Kassen liegen aber deutlich darüber. Der Zusatzbeitrag ist die Stellschraube für Versicherte, um ihren Beitrag effektiv zu senken, nämlich durch einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse. Allerdings ist der Beitragssatz nur ein Kriterium bei der Krankenkassenwahl. Auch Zusatzleistungen spielen eine wichtige Rolle. Tatsächlich wissen viele Versicherte immer noch nicht, dass der Zusatzbeitrag der Krankenkasse die Stellschraube ist, um den Krankenkassenbeitrag mitunter deutlich zu senken. Denn es steht ihnen frei, zu einer Kasse zu wechseln, die günstiger ist.
Höhe des Krankenkassenbeitrags
Gesetzlich Krankenversicherte bezahlen alle einen einheitlichen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent vom Bruttoeinkommen. Diesen Betrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu je 7,3 Prozent. Zusätzlich kann jede Kasse seit 2015 einen individuellen, einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, auch diesen teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer beziehungsweise der Rentenversicherungsträger und Rentner je zur Hälfte. Freiwillig versicherte Selbstständige und freiwillig versicherte Rentner zahlen den Beitrag komplett alleine. Familienversicherte Mitglieder der GKV müssen keinen Zusatzbeitrag bezahlen. Für den Verbraucher ist dieser flexible Anteil am Beitragssatz auch eine Chance, denn es gibt Kassen, die einen höheren und solche, die einen niedrigeren Beitragssatz verlangen. Ein Krankenkassenwechsel kann somit eine echte Kostenersparnis bringen.
Wie hoch der Zusatzbeitrag ausfällt, bestimmt jede Kasse selbst. Im Jahr 2026 wird der Zusatzbeitrag aber bei vielen Kassen steigen, denn die Kassen wirtschaften nach eigenen Angaben defizitär. Im Jahr 2025 lag der Zusatzbeitrag im Durchschnitt bei 2,5 Prozent. Im Jahr 2026 steigt er um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag er noch bei 1,3 Prozent. Der Gesamtbeitragssatz 2026 erhöht sich auf durchschnittlich 17,5 Prozent vom Bruttoeinkommen (14,6 Prozent + 2,9 Prozent). Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist aber nur eine statistische Größe. Einzelne Kassen werden sogar noch deutlich über der 2,9-Prozent-Marke liegen, andere darunter. Genau aus dieser Differenz ergibt sich das Sparpotenzial, das in einem Kassenwechsel liegt.
Zu berücksichtigen ist, dass Beiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben werden. In der Kranken- und Pflegeversicherung liegt sie im Jahr 2026 bei 5.812,50 Euro im Monat (69.750 Euro im Jahr). Das heißt, nur bis zu diesem Bruttoentgelt werden Beiträge fällig – der Anteil des Monatsgehalts, der darüber hinausgeht, wird nicht berücksichtigt.