Weltbild

Wir Menschen lassen uns durch viele Informationen beeinflussen. Die erste Informationsquelle sind unsere Eltern, die uns Glaubenssätze vermitteln. Und heute? Immer mehr Nachrichten erreichen uns, ohne dass wir sie prüfen können. Was tun bei Falschmeldungen, fragt luckx – das magazin?

Nachrichten prüfen

Wir von luckx – das magazin haben es schon oft erlebt, dass uns von Unternehmen, Organisationen und Agenturen Berichte zur Veröffentlichung zugesandt wurden. Meist hört es sich spannend an. Doch irgendetwas stört oder ist auffällig und widerspricht unserem Wissen. Deshalb unterziehen wir alle Informationen einem Check. Wenn sich herausstellt, dass die Geschichte falsch oder frei erfunden ist, gibt’s ordentlich einen auf die Mütze, weil wir meist mehrere Stunden schon recherchiert hatten. Dann nennen wir Lügner auch bei ihrem Namen. Wichtig für uns ist, dass wir nicht bei der Weiterverbreitung von Lügen und frei erfundenen Geschichten uns beteiligen. Denn Geschichten können unser Weltbild prägen. Während manche Geschichten Menschen verbinden und Wissen weitergeben, können andere Gerüchte in Umlauf bringen und für Verunsicherung sorgen. Dazu gehören Fake News, also Falschmeldungen, die sich besonders in sozialen Medien schnell verbreiten können. Umso wichtiger ist es, Informationen einzuordnen und Fakten von Fiktion zu unterscheiden.

Drama-Meldungen oder Heilsmeldungen des russischen und amerikanischen Präsidenten

Gerüchte gab es schon immer. Doch im Zeitalter des Internets treffen so viele Nachrichten in kurzer Zeit auf unsere Augen und Ohren, dass es schwerer fällt, alles genau zu filtern. Laut Statistischem Bundesamt sind im ersten Quartal des vergangenen Jahres mehr als die Hälfte aller Internetnutzer auf Fake News gestoßen – also Informationen, die nach eigener Einschätzung unwahr oder unglaubwürdig waren. Solche Nachrichten zielen darauf ab, die öffentliche Meinung durch Falschmeldungen zu manipulieren. Sie sollen unter anderem Wut und Angst schüren, politisch Stimmung machen, Minderheiten diskriminieren und das Vertrauen in Institutionen schwächen. Deshalb ist es wichtig, jede Information, jedes Bild und Video zu hinterfragen. Es hilft bei der Bewertung, zunächst einmal zu prüfen: Aus welcher Quelle stammt der Inhalt? Ist sie bekannt und vertrauenswürdig? Wie werden die News übermittelt? Werden Emotionen bewusst geschürt, womöglich sogar Panik verbreitet? Je dramatischer die Information, desto mehr Ruhe sollte bewahrt und desto intensiver sollte geprüft werden, bevor diese weiterverbreitet und die Gerüchteküche zusätzlich angeheizt wird.

Formulierungen

Auch Überschriften liefern oft erste Hinweise. Reißerische Formulierungen in Großbuchstaben, viele Ausrufezeichen oder scheinbar sensationelle Enthüllungen sind typische Merkmale unseriöser Beiträge. Ebenso sollte man skeptisch sein, wenn Meldungen zum sofortigen Teilen auffordern oder angeblich „von den Medien verschwiegen“ werden. Im Folgenden ist eine tiefergehende Prüfung notwendig. Wird die Meldung mindestens auch über eine zweite Quelle veröffentlicht und stimmen die Inhalte überein oder gibt es womöglich entgegengesetzte Darstellungen? Gerade bei aktuellen Nachrichten können die Social-Media-Accounts und Online-Angebote verschiedener Tages- oder Wochenzeitungen sowie unterschiedliche private und öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender gut miteinander verglichen werden. Besonders wichtig ist die Überprüfung von Accounts und Websites, die einem noch gar nicht geläufig sind: Wer steht im Impressum? Gibt es Ansprechpartner mit Klarnamen oder nur Pseudonyme und anonyme Mailadressen? Wem stehen die Quellen nahe? Sind sie politisch motiviert oder neutral? Verbraucher sollten zudem darauf achten, ob ein Beitrag aktuell ist. Immer wieder werden alte Meldungen oder Bilder von vergangenen Ereignissen neu verbreitet und aus dem Zusammenhang gerissen. Ein Blick auf das Veröffentlichungsdatum und den ursprünglichen Kontext hilft, solche Irreführungen zu entlarven.

Fotos und Videos

Inzwischen ist es ein Leichtes, mit Künstlicher Intelligenz (KI) falsche Bewegtbilder oder Fotos zu generieren. Beispielsweise werden Prominenten immer wieder falsche Aussagen in den Mund gelegt, Geschehnisse an andere Orte verlegt oder Anschläge gezeigt, die es gar nicht gab. Und selbst wenn kein böser Wille dahintersteckt, kann es passieren, dass KI-generierte Videos und Bilder, die falsche Realitäten zeigen, unbedarft verbreitet werden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sogenannte Content Creator (auf Deutsch: Produzenten von Online-Inhalten) in den sozialen Netzwerken KI-Inhalte veröffentlichen, die sie zwar als solche kennzeichnen, die jedoch von anderen Nutzern ohne diesen Hinweis weiterverbreitet werden. Stößt man auf verstörende Bilder und Videos, sollte über eine Rückwärtssuche (zum Beispiel über Google Bilder) den Urheber herauszufinden. Dabei klickt man auf das kleine Kamera-Symbol rechts in der Suchleiste. Dann kann ein Bild oder eine Bildadresse hochgeladen werden. Zusätzlich können kleine Details Hinweise auf Fake News liefern: Stimmen Lippenbewegungen nicht mit dem Ton überein, wirken Schatten unnatürlich oder sind Hände und Zähne verzerrt, kann es sich um KI-generierte Inhalte handeln.

Tools zum Faktencheck

Wer Nachrichten überprüfen möchte, kann sich im Internet verschiedener Fakefinder bedienen. So liefert das unabhängige Recherchezentrum Correctiv mit seinem Faktencheck Analysen von Meldungen und Videos. Gemeinsam mit einem weltweiten Netzwerk überprüfen die Journalisten die Richtigkeit von Informationen und leisten so einen Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung. Auch verschiedene öffentlich-rechtliche Medien sowie Presseagenturen bieten solche Faktenchecks an, darunter die dpa, die ARD und der Bayerische Rundfunk mit dem Faktenfuchs. Gerade vielen Facebook-Nutzern ist Mimikama bekannt. Bereits seit vielen Jahren überprüft der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch Meldungen, die vor allem über soziale Medien weitergetragen werden, und ordnet diese richtig ein. Oft werden verständliche Erläuterungen geliefert, wie man die Falschmeldungen hätte entlarven können.

Wer unsicher ist, sollte zweifelhafte Inhalte grundsätzlich nicht ungeprüft weiterleiten, auch nicht im privaten Chat. Denn jede Weitergabe verstärkt die Reichweite von Desinformation. Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr prüfen oder ganz auf das Teilen verzichten.

Ach ja, wir von luckx – das magazin haben bei unseren Berichten immer wieder erfahren dürfen, dass „große“ Nachrichtenportale gern unsere Recherchen nutzen. Meist wird der Bericht etwas abgewandelt veröffentlicht. Das ist uns nicht so wichtig, nicht als Quelle genannt zu werden. Es ist nur eine Genugtuung, zur Entlarvung von Falschmeldung beigetragen zu haben. Wir freuen uns darüber, liebe Lesering und lieber Leser, wenn Sie auch Fake News recherchieren. Die Internet-Welt dankt es allen.