Käferalarm

Achtung, aufgepasst: Es ist wieder soweit! Am 1. Mai sind die Käfer los. In und um Hannover ist mit einer Käferplage zu rechnen. Aber nicht nur das: Auch viele andere Schätze aus der Vergangenheit von Volkswagen treffen sich auf dem Messegelände, weiß luckx – das magazin.

Automobile Zeitreise

Zum 43. Mal treffen sich Käfer-Liebhaber und weitere Freunde der luftgekühlten Fahrzeuge auf dem Hannoveraner Messegelände. Es ist wieder eine Zeitreise in die deutsche Automobilgeschichte. Erwarten lassen sich wieder alle Fahrzeuge aus dem Volkswagenkonzern. Vom KdF über Käfer, Bulli, Transporter und Porsche – wahrscheinlich noch viel mehr – die in Hannover, Wolfsburg, Osnabrück oder auch in Mexiko auf die Räder gestellt wurden. Wie jedes Jahr wird auch Volkswagen Classic dabei sein. Diese Mal findet eine seltene Gegenüberstellung zweier Ikonen statt. Mit dem Hebmüller Cabriolet von 1950 und dem letztgebauten Käfer 1303 Cabriolet von 1980 treffen der exklusive Ursprung und das Finale der offenen Käfer-Ära direkt aufeinander. „Es geht hier nicht nur um Blech und Motoren“, so Michael Winkler, Sprecher Volkswagen Classic, der beide Ikonen auf der MaiKäfer Treffen präsentiert. „Es geht vielmehr um den Beweis, dass eine gute Idee über Generationen hinweg wachsen kann, ohne ihren Kern zu verlieren. Der Hebmüller ist der seltene Traum, mit dem alles begann. Das 1303er Cabrio hat den Wunsch erfüllt und zum Bestandteil des Alltags gemacht.“

Roadster-Traum

Der Hebmüller (Typ 14A) gilt unter Kennern als „Blaue Mauritius“. Mit seinem fließenden Heck und der eleganten Zweisitzer-Silhouette verkörpert er den Aufbruch der frühen Nachkriegsjahre. Mit nur 25 PS und dem unsynchronisierten Getriebe zeigt er die puristische, fast zerbrechliche Eleganz der frühen 50er Jahre. Doch die Geschichte des Typ 14A ist so dramatisch wie kurz: Nach nur 696 produzierten Einheiten zerstörte ein verheerender Großbrand im Jahr 1949 weite Teile der Produktionsstätten der Karosseriefabrik in Wülfrath (Nordrhein-Westfalen). Der Hebmüller blieb ein rares Fragment – ein „Was wäre, wenn“ der Automobilgeschichte.

Der Klassiker

30 Jahre später markiert das letztgebaute Käfer 1303 Cabriolet den technischen und emotionalen Höhepunkt der Baureihe. Während die Welt bereits den Golf feierte, hielten die Karosseriebauer bei Karmann in Osnabrück am luftgekühlten Boxer fest und entwickelten ihn zur Perfektion. Mit der markanten Panorama-Windschutzscheibe, dem modernen McPherson-Federbein-Fahrwerk und Sicherheitsfeatures wie Scheibenbremsen, Sicherheitsgurten und einer beheizbaren Glasheckscheibe war der 1303 der „beste Käfer aller Zeiten“. Am 10. Januar 1980 verließ dieses letzte Exemplar die Werkshallen und beendete damit eine Ära, die den Käfer vom einfachen „Volks-Wagen“ zum klassenlosen Kultobjekt gemacht hatte.

Die beiden Fahrzeuge verdeutlichen, wie sich das Konzept des luftgekühlten Boxermotors über die Generationen hinweg vom handgefertigten Luxusgut zum technisch ausgereiften Kultobjekt wandelte.