Wir erleben es alle täglich: es gibt sympathische und weniger sympathische Mitmenschen. Unbewusst achten wir darauf, wie gepflegt oder ungepflegt unser Gegenüber ist. Ob Anzug- oder Jeans-Träger. Anscheinend gilt das auch für saubere Autos, wie eine Studie zeigt.
Sauberkeit
Sauberkeit ist nicht nur eine Frage der Eitelkeit. Zwar lässt sich Staub und Dreck nicht immer vermeiden. Beispielsweise auf dem Bau oder in einer Werkstatt kommt es häufig vor, dass Staub und Schmutz nicht ausgewichen werden kann. Doch bei einem Business-Anzug zeugen Schmutz oder abgewetzte Stellen nicht unbedingt von der Qualität seines Trägers. Das gilt wohl auch für Autos. Bei einem Pickup mit Dreck und Schlammspuren könnte es selbstverständlich sein und beweist den Zweck des Fahrzeuges. Doch bei einer Mercedes-S-Klasse oder einem anderen Luxus-Auto wird Sauberkeit auch außen erwartet. Aber Autos sind das ganze Jahr über hinweg unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt. Pollen auf dem Lack, Insektenreste auf der Motorhaube oder Streusalz nach dem Winter. Gleichzeitig steigen die Ansprüche vieler Autofahrer an Reinigung, Pflege und Schutz des Fahrzeugs. Schon immer gehört die samstägliche Autopflege seit Jahrzehnten zum Autofahrer-Ritual. Auch heute gehört die regelmäßige Fahrzeugwäsche für viele ganz selbstverständlich dazu. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) reinigt demnach sein Auto mehrmals im Monat, weitere 35 Prozent immerhin ein Mal monatlich. Waschangebote an Tankstellen sind dabei besonders beliebt: 28 Prozent der Befragten nutzen sie sehr häufig, weitere 43 Prozent gelegentlich.
Kein Perfektionismus
Für viele Menschen nimmt ein gepflegtes Fahrzeug durchaus einen hohen Stellenwert ein. 28 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein sauberes Auto sehr wichtig sei, weiteren 54 Prozent wichtig. Gleichzeitig zeigt die Umfrage hier einen eher pragmatischen Umgang mit dem Thema: 57 Prozent achten auf Ordnung und Sauberkeit, ohne dabei jedoch perfektionistisch sein zu wollen. Immerhin 14 Prozent beschreiben das eigene Auto als ihre „Visitenkarte“, das immer perfekt gepflegt sein sollte. Auch die Außenwirkung eines gepflegten Fahrzeugs spielt durchaus eine Rolle: 43 Prozent der Befragten empfinden Fahrer sauberer Autos als sympathischer oder gar attraktiver. Sieben Prozent verbinden ein besonders gepflegtes Fahrzeug hingegen eher mit einem protzigen Auftreten. Für die Hälfte der Befragten (50 Prozent) hat der optische Zustand eines Autos hingegen keinen Einfluss auf die Wahrnehmung der Person, die am Steuer sitzt.
Wahl der Waschanlage
Bei der Wahl einer Waschanlage zählt für die meisten vor allem eines: ein überzeugendes Waschergebnis. Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) benennt die Qualität der Reinigung als wichtigstes Kriterium. Erst danach folgen Preis-Leistungs-Verhältnis (27 Prozent) und Lage beziehungsweise Erreichbarkeit (15 Prozent). Entsprechend klar fallen auch die Erwartungen an eine gute Fahrzeugwäsche aus. Drei Viertel der Autofahrer (76 Prozent) wünschen sich vor allem ein sichtbar sauberes Fahrzeug. Für 70 Prozent ist außerdem entscheidend, dass Insektenreste und hartnäckiger Schmutz zuverlässig entfernt werden. Auch saubere Felgen (44 Prozent), eine gründliche Reinigung schwer erreichbarer Stellen (43 Prozent) und möglichst wenig Restwasser nach der Wäsche (31 Prozent) stehen für viele im Fokus.
Neben der klassischen Fahrzeugwäsche interessieren sich viele Autofahrer auch für zusätzliche Pflege- und Schutzleistungen. Besonders gefragt sind Aktivschaumprogramme (76 Prozent), Hochdruckreinigung (57 Prozent) sowie Unterbodenwäsche (51 Prozent). Auch Versiegelungen stoßen auf Interesse: 44 Prozent der Umfrageteilnehmer wären beispielsweise bereit, für eine Nano-Versiegelung zusätzlich zu bezahlen, 40 Prozent würden für eine Unterbodenwäsche extra Geld ausgeben.
Darüber hinaus gewinnen saisonale und nachhaltige Angebote an Relevanz. 60 Prozent halten saisonal abgestimmte Waschprogramme – etwa gegen Pollen oder Streusalz – für sinnvoll. Besonders gefragt sind zudem kombinierte Programme aus Reinigung und Schutz (51 Prozent), umweltschonende Reinigungsmittel (48 Prozent) sowie wassersparende Waschprogramme (35 Prozent).
Auch digitale Vorteilsprogramme für die Autowäsche stoßen bei Autofahrern auf großes Interesse: 29 Prozent würden ein digitales Vorteilsprogramm auf jeden Fall nutzen, weitere 51 Prozent zeigen grundsätzlich Interesse, auf Apps, Abos oder Stempelkarten zurückzugreifen, um bei der Fahrzeugpflege Geld zu sparen.
Waschanlage bleibt Favorit
Trotz zahlreicher Reinigungsangebote bleibt die klassische Waschanlage die bevorzugte Adresse. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) nutzen am liebsten automatische Waschanlagen mit Textilwäsche. SB-Waschboxen folgen mit 26 Prozent dahinter. Auch bei den Kosten zeigt sich ein klares Bild: Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) hält einen Preis zwischen zehn und fünfzehn Euro für angemessen. 27 Prozent möchten hingegen weniger als zehn Euro ausgeben. Nur 2 Prozent der Befragten sind bereit, sogar über zwanzig Euro für ihre Fahrzeugwäsche zu bezahlen.
Die Ergebnisse stammen aus einer Marktforschungsumfrage zum Thema „Trends in der Autopflege“, die von der Tankstellenkette HEM im Mai 2026 mit 2.148 Personen über 18 Jahren durchgeführt wurde.