Gewohnheit

Wir alle wissen um unseren Drang, bloß nichts zu verändern im Leben. Denn dann läuft ja nichts mehr so richtig rund. Doch was passiert, wenn wir unsere Gewohnheiten verändern müssen? Gibt´s nicht? Klar ist das möglich. Wer das nicht bemerkt hat, muss die letzten beiden Jahre auf einer abgeschiedenen Insel gelebt haben, wo glücklicherweise keine Nachrichten zu empfangen und das Corona-Virus drumherum geschlichen ist. Alle anderen wurden vom Virus zu Veränderungen gezwungen.

Veränderungen

Ob Homeoffice, Lockdown, Masken tragen: Alles hat zu Veränderungen in unserem Leben geführt. Und zwar so schnell und nachhaltig, dass es schon für einige schon unheimlich wurde. So können sich zum Beispiel Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr gut vorstellen, regelmäßig im Homeoffice zu arbeiten. Anscheinend ist das auch für viele Arbeitgeber attraktiv. Lag vor dem Lockdown der Anteil der Remote Arbeitenden bei 2 Prozent, so arbeitenden in der Spitze über 25 Prozent zuhause.

Was nun im Berufsleben gelangt, möchten viele auch im privaten Bereich umsetzen. Dabei ist der Beginn eines neuen Jahres ein passender Anlass. Denn fast jeder hat wohl Neujahrsvorsätze – aber auch fast jeder setzt diese nicht langfristig um. Warum ist das so? Warum ist es so schwer Gewohnheiten aufzubauen bzw. zu ändern? Luckx – das magazin ging der Frage nach, wie neue Gewohnheiten wirklich effektiv aufgebaut werden können – sei es eine gesündere Ernährung, mehr Bewegung, ein besserer Umgang mit Stress oder mehr Zeit für sich selbst.

Automatisch

Gewohnheiten sind Handlungen, die automatisch ablaufen. Da dies Energie spart, machen Gewohnheiten evolutionär Sinn und sind fest in einem Areal in unserem Gehirn abgespeichert – dem Basalganglien. Das Problem dabei ist, das dieses Areal im Gehirn mit unserem bewussten Willen nur sehr schwer zugänglich ist. Da sich etwa 40 % unseres täglichen Verhaltens in Form von Gewohnheiten wiederholen, prägen sie unsere Existenz und letztlich auch unsere Zukunft. Im Guten sowie im Schlechten beeinflussen sie unsere Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität. Grund genug unsere (An)gewohnheiten mal kritisch unter die Lupe zu nehmen und nun wirklich damit zu beginnen eine Gewohnheit loszuwerden oder eine neue aufzubauen.

Die wohl wichtigste Regel ist: Kleine Ziele setzen bzw. große Ziele in verschiedene kleine Teilziele unterteilen. Auch minimale, kontinuierliche Veränderungen, die nur je 1% des Ziels ausmachen, führen früher oder später zu den angestrebten 100%. Deshalb sich Zeit lassen und keinen Stress, weil damit von heute auf morgen die Gewohnheit nicht aufgebaut bzw. das Ziel nicht erreicht zu haben. Das klappt nur in den wenigsten Fällen und dann meist auch nicht langfristig.

So einfach wie möglich

Einfache, unkomplizierte neue Gewohnheiten lassen sich natürlich leichter umsetzen, als aufwändige und große Veränderungen. Um die neue Gewohnheit so einfach wie möglich zu gestalten, sollten folgende Dinge beachtet werden:

Das Ziel bzw. die neue Gewohnheit sollte in kleine Einheiten bzw. Teilziele zerlegt werden. Oft ist es so, dass uns der Anfang oder das Starten einer Tätigkeit am schwersten fällt. Deswegen sollte die neue Gewohnheit nicht einschüchtern. Zum Beispiel: Lesen Sie jeden Tag 2 Seiten Ihres Buches, anstatt das ganze Buch in einer Woche. Oder setzen Sie sich zum Ziel 15 Minuten Sport zu machen, anstatt 30 Minuten.

Wählen Sie den Weg der geringsten Anstrengung. Wenn Sie zum Beispiel öfters kochen möchten, sollten Sie auch Tiefkühlgemüse und Hülsenfrüchte im Glas zu Hause haben sowie vorab eine Auswahl an einfachen Rezepten und Gerichten zusammenstellen. Anders herum kann dies auch umgekehrt werden um unliebsame Gewohnheiten loszuwerden. Verbinden Sie eine Gewohnheit, die Sie loswerden möchten, mit einer extra Anstrengung. Platzieren Sie die Schokolade zum Beispiel ganz oben im Regal, sodass Sie sich extra einen Hocker nehmen müssen, um sie zu erreichen.

Es ist viel einfacher eine neue Gewohnheit an eine bereits bestehende anzuknüpfen bzw. mit dieser zu verbinden. Auf diese Weise nutzen wir Verhaltensweisen, die sich über Jahre im Gehirn verankert haben, als Reiz bzw. Auslöser für die neue Gewohnheit. Zum Beispiel, wenn Sie mehr Wasser trinken möchten, ist es hilfreich immer ein Glas zu oder nach festen täglichen Gewohnheiten/Routinen zu trinken. Wird fortgesetzt.