Nachhaltiger Bootssport

Die Anzahl der Wassersportinteressierten nimmt ständig zu. So konnte die Messe Boot im Januar in Düsseldorf wieder eine große Anzahl von Bootsfahrerinnen und Fahrern ausgemacht werden wie luckx – das magazin beobachtete.

Bootsauswahl

Nun ist der Wassersport eine riesige Spielwiese unterschiedlicher Möglichkeiten. Das fängt unter Wasser mit dem Tauchen an, geht über das Paddel- und Segelboot und endet bei den Super-Yachten mit riesigen Motorantrieben. Nun müssen wir nicht über die Nachhaltigkeit von Paddelbooten diskutieren. Auch beim Segelboot gibt es nur kleine Hilfsmotoren, die bei Flaute das Boot in den Hafen bringen. Sicherlich lässt sich auch immer über die Bootsmaterialien diskutieren. Doch das ist natürlich ein weites Feld. Viel wichtiger erscheint dagegen der Kraftstoffverbrauch und -bedarf von Motorbooten einmal zu untersuchen. Auch die Antriebssysteme sollten betrachtet werden. Dazu liegen nun die Ergebnisse einer Studie zu nachhaltigen Antrieben auf dem Wasser vor. Diese wurde initiiert von der boot Düsseldorf, entwickelt von European Boating Industry, unterstützt vom ADAC und durchgeführt von Sea Teach SL. Die Teilnehmer rekrutierten sich aus den Branchen Bootsbau (unter 24 Metern) und Motorenhersteller sowie Verbänden und Wassersportlern. Sie wurden in persönlichen Interviews zu den aktuellen Nachhaltigkeitstrends befragt.

Initiatoren

Initiator der Studie ist die renommierte Wassersportmesse, boot Düsseldorf, entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit European Boating Industry, dem europäischen Verband der Branche mit Sitz in Brüssel, und unterstützt vom ADAC. Dieser führte unter seinen Mitgliedern aus dem Wassersportbereich eine Online-Umfrage durch und erzielte damit eine umfassende Auswertung ihrer Einstellung zu alternativen Antrieben. Eine Zusammenfassung der Studie, aufbereitet vom spanischen Marktforschungsunternehmen Sea Teach SL.

Ziel der Studie war es, valide Daten zu den Bedürfnissen von Bootsfahrern zusammenzustellen. Aufgrund dieser können die Hersteller bedarfsgerecht Produkte – Boote und Antriebe – entwickeln und in Zukunft maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Für die Branche sind diese Erkenntnisse grundlegend, um gegenüber der europäischen Politik Stellung zu beziehen. Beim Resümee der boot Studie wird deutlich, Bootsfahrer befürworten eindeutig Nachhaltigkeit und sprechen sich für den Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe aus. Gleichzeitig stehen sie jedoch einer Entwicklung zu deutlich höheren Preisen kritisch gegenüber und wollen bei Reichweite und Sicherheit keine Kompromisse eingehen. Ein klarer Fokus auf eine Technologie zur Dekarbonisierung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen. Die Industrie muss jedoch weiter vorausschauend entwickeln und auf neue Anforderungen aus der Politik und, daraus resultierend, auf die Erwartungen der Kunden reagieren.

Fazit

Alle Akteure sollten gemeinsam am Ziel einer nachhaltigen Bootsbranche arbeiten und allumfassende Lösungen verfolgen. Konkrete Ansätze und Entwicklungen zeigten die Hersteller auf dem „blue innovation dock“ auf der boot Düsseldorf 2023 im vergangenen Januar. Messe und European Boating Industry werden gemeinsam mit der Branche das Nachhaltigkeitsforum auf der boot 2024 weiter ausbauen und neuesten Innovationen einen publikumswirksamen Raum bieten.

Für den externen Betrachter scheinen diese Ergebnisse eher etwas dürftig daher zu kommen. Doch das Problem ist einfach, dass der im Automobilbau mögliche Elektro- als auch Wasserstoffantrieb beim Bootsbau größere Anforderungen an die Sicherheit stellt. Sicherlich, Elektroboote waren schon auf der letztjährigen Yachtshow in Cannes zu sehen und zu fahren wie zum Beispiel das obige Boot von Axopar. Wir von luckx – das magazin konnten die ersten Testfahrten auf einen solchen Boot absolvieren. Auch Wasserstoffboote wurden demonstriert. Doch bis diese Boote beim Verbraucher ankommen, wird es noch einige Zeit dauern. Doch der Weg geht unaufhaltsam in diese Richtung.