Das Schlüsselthema der sich transformierenden Energie- und Mobilitätswelt ist die Vernetzung. Photovoltaik (PV)-Anlagen müssen mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Wallboxen – und alle gemeinsam mit dem Stromnetz – interagieren, um den Anforderungen der Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden. Wie da sfunktionieren kann, hat luckx – das magazin recherchiert.
Energie managen
Ohne Energiemanagementsysteme (EMS) für Prosumer und Gewerbebetriebe ist die nachhaltige Energieversorgung nicht machbar. Produkte, Anwendungen und Lösungen in diesem Bereich werden in diesem Jahr eines der Top-Themen auf den Fachmessen, Foren und Konferenzen von The smarter E Europe sein. Dort finden Besucher alles für das smarte Zusammenspiel von PV, Speicher, E-Mobilität und Energiemanagement.
Das Smart-Energy-Unternehmen GridX hat 2024 eine Schätzung über die Entwicklung des europäischen Marktes für Heim-Energiemanagementsysteme (HEMS) veröffentlicht. Man prognostiziert für die betrachteten Länder Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Spanien „ein rund 11-faches Wachstum bis 2030“. Ob es in dieser Größenordnung eintritt, wird man erst 2030 genau wissen. Aber in jedem Fall ist klar: Die Nachfrage steigt rapide an, der Markt entwickelt sich sehr dynamisch.
Stimulierende Marktimpulse gehen aktuell von neuen Entwicklungen in der Regulatorik und den Märkten aus. So sieht beispielsweise der neue § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in Deutschland das versorgerseitige Dimmen von Wärmepumpen, Wallboxen oder Batteriespeichern vor. Ein leistungsfähiges EMS kann den externen Strombezug durch das Umlenken von Energie aus der PV-Anlage oder dem Speicher so begrenzen, dass das Steuersignal des Netzbetreibers keine Komforteinbußen für den Kunden bedeutet. Und auch dynamische Stromtarife können den Stromkunden erst in Kombination mit einer PV-Anlage mit einem leistungsfähigen EMS wirklichen Nutzen bringen.
Herausforderungen meistern
Allerdings gibt es vor allem im Hinblick auf die Interoperabilität der einzelnen Komponenten eine Vielzahl an offenen Fragen. Denn bislang fehlen allgemein gültige Standards und technische Regeln für Kommunikationsprotokolle. Die Vorteile von herstelleroffenen Produkten und Komponenten liegen auf der Hand. Der Kunde kann frei aus Angeboten des gesamten Marktes wählen. Wie sich ein Höchstmaß an Interoperabilität gewährleisten, wird sicherlich ein intensiv diskutiertes Themenfeld sein. Eine Vorreiterrolle bei den Versuchen, offene und herstellerunabhängige Standards für Energiemanagementsysteme zu schaffen, übernahm 2018 die OpenEMS Association. OpenEMS ist kein Kommunikationsprotokoll wie etwa EEBus, sondern eine Softwareplattform. Mitglieder des Vereins sind Universitäten und Forschungsinstitute, Netzbetreiber, Branchenverbände und natürlich Unternehmen aus dem Bereich Energiemanagement.
Das Thema Heim-Energiemanagement wird auch Gegenstand der Fokus-Veranstaltung sein. In zwei interaktiven Sessions werden aktuelle Themen beleuchtet, die für hochwertige Photovoltaik- und Speicherprojekte im Klein- und Großanlagenbereich entscheidend sind. Des Weiteren wird die Optimierung des Eigenverbrauchs, smarte Schnittstellen und eine wirtschaftliche Marktintegration sein. Auch wird die Optimierung von Großspeichern sowie die Qualitätssicherung von Planung, Konstruktion und Vermarktung diskutiert. Diese ganzen Diskussionsthemen zeigen, dass es noch ein langer Weg bis zur nachhaltigen Energieversorgung ist. Deshalb darf keine Beschränkung auf eine oder wenige Energiemöglichkeiten erfolgen. Wenn wir uns jetzt zu stark eine eine fokussieren, verlieren wir Jahrzehnte in der Optimierung.