Schützenfest

Karussell, Schießbuden und was zu essen und trinken – das ist Schützenfest. Doch darauf das Schützenwesen zu reduzieren, wird der Aufgabe nicht gerecht. Geselligkeit ist ein wichtiger Bestandteil und trägt gegen die Vereinsamung unserer Gesellschaft bei, meint luckx – das magazin.

Schützenwesen

Das Schützenwesen ist sicherlich auch selbst daran Schuld, dass es in einer Party- und Schmuddelecke gelandet ist. Trinken und feiern, um die Wette schießen als auch im grünen Rock beim Schützenfest durch die Stadt marschieren, kommt nicht bei jedem gut an. Es hatte viele Jahrzehnte den Anschein des ewig gestrigen. Das ist auch nachvollziehbar, weil Schützenvereine schon viele hundert Jahre alt sind. Gegründet aus der Notwendigkeit der Verteidigung von Leben und Gut sorgten Schützen für die Sicherheit in der Gemeinde. Im Laufe seiner Geschichte gab es immer wieder Veränderungen. Die Vereine haben auf diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert und sich enorm ausdifferenziert. Das alte Brauchtum wird heute in der Regel im Rahmen einer Vereinszugehörigkeit von Menschen jeden Alters und Geschlechts unabhängig von religiösem Bekenntnis, sexueller Orientierung, Herkunft oder auch Behinderung ausgeübt. Es gibt vielfältige Maßnahmen zur Weitergabe der Tradition, unterschiedliche Formen der Jugendarbeit und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen.

Schützenfest

Bekanntester und wesentlicher Ausdruck des Schützenwesens ist das Schützenfest, das mit vielfältigen örtlich unterschiedlichen Bräuchen einmal im Jahr gefeiert wird. Im Zentrum steht der oftmals durch das Königsvogelschießen ermittelte Schützenkönig bzw. die Schützenkönigin. Zu seinen/ihren Ehren finden Umzüge und Paraden statt, bei denen die uniformierten Schützen zu Ehren des Königs bzw. der Königin auftreten. Die Schützinnen und Schützen eines Vereins oder einer Bruderschaft treten in einheitlicher Schützentracht auf, tragen Vereinsabzeichen und verfügen über eine Fahne, um die sich wiederum diverse Bräuche gruppieren. In der Schützenhalle bzw. im Festzelt finden die gesellschaftlichen Feiern (Bälle, Frühschoppen, Platzkonzerte) statt. Jedes Schützenfest hat lokal hergebrachte Rituale und Bräuche und unterschiedliche Abläufe. Auch die genutzten Utensilien unterscheiden sich lokal und regional. Über dieses singuläre Ereignis im Jahr hinaus prägen gerade in kleineren Orten die unterschiedlichen ortsbezogenen Bräuche der Schützenvereinigungen das soziale und kulturelle Gemeinschaftsleben, so dass die Schützentradition das ganze Jahr wahrnehmbar ist und gelebt wird.

Ein Teil der Landesverteidigung?

Mehrmals pro Woche haben Schützen die Gelegenheit ihre Schießkünste im Verein zu perfektionieren. Ob mit Luftpistole, Luftgewehr, Kleinkaliber-Pistole oder Kleinkaliber-Gewehr oder das ganze auch in Großkaliber. Dabei sind Trefferergebnisse von 280 bis 299 Standard. Dabei werden 30 Schuss auf Zielscheiben abgegeben, wobei das beste Ergebnis pro Schuss die 10 darstellt. Geschossen wird dabei im liegen, kniend, stehend, aufgelegt im stehen oder sitzen. Je nach Alter und Disziplin. Sportschützen mit einer Waffenberechtigungskarte, also Kleinkaliber und Großkaliber, müssen mindestens 16 Mal pro Jahr ihre Schießkünste nachweisen, und weiterhin die Bedürftigkeit für einer Feuerwaffe zu haben. Die Qualität und Erfahrung ihrer Schießleistungen dürfte damit an die von Scharfschützen der Bundeswehr heranreichen. Sicherlich gibt es in den Rahmenbedingungen Unterschiede. Diese betreffen den militärischen Teil der Ausbildung. Doch für die Heimatverteidigung reichen die Schießfertigkeiten aus. Das sollte nicht im Verteidigungsministerium unterschätzt werden.