Eigentlich hat jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch seine Lebensberechtigung. Doch manchmal müssen bestimmte Pflanzen weichen, damit die anderen umso besser gedeihen können. Wie das geschehen kann, hat luckx – das magazin recherchiert.
Unkrautbekämpfung
Alles was keine Nutzpflanze ist wird gern als Unkraut bezeichnet. Das lässt sich auch anders bezeichnen. Doch aufgrund des gemeinen Sprachgebrauch bleiben wir dabei. Um das Unkraut los zu werden, wird gern ein sogenanntes Pflanzenschutzmittel oder die Hacke eingesetzt. Über die Wirkung von Pflanzenschutzmittel müssen wir nicht diskutieren. Und die Hacke macht den Rücken krumm. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die Unkrautbekämpfung auf Feldern bisher immer arbeitsintensiv, teuer war oder erforderte den Einsatz von Chemikalien. Nun ist ein neues Gerät auf dem Markt, dass mit Hilfe von KI und Laser präziser als andere Methoden die Unkrautvernichtung vornimmt. Bei Temperaturen über 65 Grad Celsius ist praktisch jedes unerwünschte Unkraut auf dem Feld vom Absterben bedroht. Vor vier Jahren brachte das US-amerikanische Unternehmen Carbon Robotics seinen Laserweeder auf den Markt und hat seitdem „Milliarden von Unkräutern mit Lasern vernichtet“, wie Christian Janse, Regional Sales Manager für Europa, auf der Farming Forward Stage der FRUIT LOGISTICA 2026 erklärte.
Unkrautwachstum beenden
Der Laserweeder ist eine zwei bis sechs Meter breite Maschine – je nach Bedarf des landwirtschaftlichen Betriebs –, die an einen Traktor angehängt wird. Ein Mitarbeiter fährt sie langsam über das Rucola-, Spinat-, Zwiebel- oder andere Felder. Kameras scannen den Boden, ein KI-System erkennt sofort, welche Pflanzen ihre Blätter aus dem Boden strecken, und richtet einen Laserstrahl auf alle unerwünschten Unkräuter. Der Laser trifft mit einer Temperatur von mindestens 65 Grad Celsius auf das Herz der schädlichen Pflanzen und zerstört ihre Zellen, sodass sie nicht mehr wachsen können. Bei bereits gut entwickelten Unkräutern oder bei Feuchtigkeit bzw. Regen bleibt der Laserstrahl einige Millisekunden länger auf der Pflanze. Ungünstige Wetterbedingungen können die Maschine jedoch nicht stoppen, erklärt Christian Janse: „Laser arbeiten millimetergenau; weder Wind, Nebel noch Regen beeinträchtigen den Prozess – denn die Wärme wird durch Lichtpartikel erzeugt.“ Lediglich bei einer Schneedecke funktioniert das System nicht.
Für Nutzpflanzen Platz schaffen
Der Laser-Unkrautentferner löst damit eine ganze Reihe von Problemen, die die Unkrautbekämpfung bisher erschwert haben: Er benötigt weder viele Arbeitskräfte zum manuellen Jäten noch mechanische Methoden, die nicht unbedingt bodenschonend und pflanzenverträglich sind, noch Herbizide, die Resistenzen hervorrufen oder die Ernte schädigen können. „Wir haben verschiedene Methoden ausprobiert – aber keine ist so präzise wie der Laser“, betont Janse. Der Laserweeder steigert zudem den Ernteertrag: Laut Janse kann der Laserstrahl Unkraut selbst dann entfernen, wenn es nah an den Nutzpflanzen wächst, ohne diese zu beschädigen. Für die Nutzpflanzen bedeutet dies, dass ihr direkter Konkurrent um Nährstoffe und Wasser eliminiert wird.
Seit der Markteinführung hat Carbon Robotics über 250 Laserweeder verkauft. Die Maschinen vernichten durchschnittlich 99 Prozent des Unkrauts auf dem Feld, sodass kaum noch manuelle Nachbearbeitung nötig ist, so Janse. Landwirte könnten dadurch rund 80 Prozent ihrer jährlichen Kosten für die Unkrautbekämpfung einsparen.