Zum Frühstück gehört Honig

Sonntags ist Familienfrühstück angesagt. Besonders zur Osterzeit. Da kommen dann die guten Sachen auf den Tisch, weil während der Arbeitstage meist keine Zeit für ein ausgedehntes Frühstück bleibt. Auch Honig gehört auf den Tisch. Doch die Produzenten dieser Spezialität haben es schwer, wie luckx – das magazin recherchierte.

Frühlingsbotschafterin

Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft und auf den Weiden erscheinen flauschige Kätzchen. Wer jetzt aufmerksam durch Parks, Gärten oder an blühenden Sträuchern vorbeigeht, kann sie bereits entdecken: die ersten Wildbienen des Jahres. An milden Frühlingstagen summen sie von Blüte zu Blüte und starten damit in eine neue Saison. Ob Wildbienen bereits fliegen, lässt sich auch wissenschaftlich beobachten – über die sogenannte Phänologie. Dabei werden Jahreszeiten nicht nach Kalenderdaten, sondern nach der Entwicklung von Pflanzen bestimmt, etwa wenn Hasel, Weiden oder Obstbäume zu blühen beginnen. Erste Auswertungen der phänologischen Frühjahrsbeobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (vgl. DWD‑Phänostatistik) zeigen, dass der Vorfrühling in diesem Jahr rund eine Woche früher eingesetzt hat als im langjährigen Mittel. Auch der ungewöhnlich warme Februar deutet darauf hin, dass der phänologische Frühling 2026 früher starten könnte. Für viele Wildbienenarten bedeutet das: Die Saison beginnt eher – und das kurze Zeitfenster der ersten Blüten wird besonders wichtig.

Wildbienen fliegen schon seit März

Einige Wildbienenarten gehören zu den besonders frühen Frühlingsboten. Sie schlüpfen, bereits sobald die Temperaturen steigen, und nutzen die Frühblüher. Weiden gehören dabei zu den wichtigen Blühern. Ihre Blüten liefern schon früh im Jahr reichlich Pollen und Nektar. Für viele Wildbienen ist diese Phase entscheidend, um Energie zu sammeln und ihre Nester anzulegen. Eine typische Frühstarterin ist die Große Weiden-Sandbiene (Andrena vaga). Sie fliegt meist ab März und sammelt ihre Pollen fast ausschließlich an Weidenkätzchen. Ebenfalls früh aktiv ist die Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius), die ihre Brutzellen mit einer seidenartigen, wasserabweisenden Substanz auskleidet. Mit etwas Glück lässt sich auch die Frühlings-Pelzbiene (Anophora plumipes) beobachten, die viele verschiedene Blüten besucht und auch in Gärten oder städtischen Grünflächen vorkommt.

Bestäuber mit großer Wirkung

Für unser Ökosystem stellen die Wildbienen eine zentrale Rolle dar. In Deutschland leben rund 585 Wildbienenarten, doch etwa die Hälfte gilt als gefährdet. Viele Arten legen nur kurze Strecken zwischen Nest und Nahrung zurück. Deshalb sind sie besonders darauf angewiesen, dass in ihrer unmittelbaren Umgebung ausreichend Blüten wachsen. Wer wissen möchte, welche Wildbienen im eigenen Garten oder auf dem Balkon unterwegs sind, kann ihre Aktivität inzwischen auch digital verfolgen. Mit der MyBeeHome App von Wildbiene + Partner lassen sich Nisthilfen fotografieren und automatisch auswerten. Eine integrierte Bilderkennung gibt Hinweise darauf, welche Wildbienenarten eingezogen sind und wie sich die Belegung im Laufe der Saison entwickelt. Beobachtungen können in einem persönlichen Wildbienen-Tagebuch gespeichert werden. Dabei erhalten Nutzerinnen und Nutzer saisonale Tipps zur Förderung von Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten. Auf einer anonymisierten Karte werden außerdem bienenfreundliche Standorte sichtbar – aus einzelnen Balkonen und Gärten entsteht so Schritt für Schritt ein wachsendes Netzwerk für Wildbienen.

Wildbienenhilfe

Schon kleine Veränderungen können Wildbienen helfen. Frühblühende Pflanzen wie Weiden, Krokusse oder heimische Wildstauden bieten wichtige Nahrung im zeitigen Frühjahr. Auch offene Bodenstellen, Totholz oder stehen gelassene Pflanzenstängel können als Nistplätze dienen, denn rund 70 Prozent der Wildbienenarten nisten im Boden. Andere Arten nutzen natürliche Hohlräume in Holz oder Pflanzenstängeln. Für diese können spezielle Nistkästen im Garten oder auf dem Balkon angebracht werden. Mit etwas Geduld lassen sich die Tiere auch gut beim Ein- und Ausfliegen beobachten. Wer zudem auf Pestizide verzichtet, schafft einen kleinen, aber wertvollen Lebensraum für die ersten Bestäuber des Jahres.