Günstige Studienunterkunft

In Kürze beginnt wieder das Wintersemester an den deutschen Hochschule. Nach einigen Tagen Urlaub machen sich die Studierenden nun auf den Weg in ihren anvisierten Hochschulort um dort eine Unterkunft zu finden. Das ist nicht so einfach wie luckx – das magazin recherchierte.

Wohnungsnot besonders in Hochschulorten

Die wenigsten Studenten sind in der Lage, ihre künftige Wohnung aus BAföG-Mitteln zu finanzieren. Denn die staatliche Förderung wurde für viele zu einem unerreichbaren Ziel. So wurde die studentischen Bedarf nicht der Realität angepasst. Die Freibeträge für das Elterneinkommen wurde jahrelang nicht angepasst. Außerdem ist der Förderbetrag so gering, dass ohne zusätzliche Arbeitsschichten das studentische Leben nicht finanziert werden kann. So trifft es in erster Linie Arbeiterkinder. Dazu kommt noch, dass diese sich zuerst einmal in der akademischen Welt zurechtfinden müssen, weil sie bisher damit keine Berührung hatten. Deshalb versuchen sie über die Studentenwerke ein Zimmer in einem Wohnheim zu ergattern, was nicht einfach ist. Dort gibt es dann Kontakt zu anderen Studierenden. Auch die internationale Welt findet sich meist in den Studentenwohnheimen wieder. Freundschaften mit Menschen aus vielen Ländern sind möglich. Doch das hat alles seinen Preis. Denn auch Wohnheimzimmer werden nicht mehr „für einen Apfel und ein Ei“ angeboten, wie es vielleicht noch in den 1960-er bis 1980-er Jahren möglich war. Auch Studentenwerke müssen heute ihre Kosten einbringen, weil die staatliche Förderung auch dort zurückgefahren wurde. So sind die Zimmer und Wohnungen meist nicht günstiger als am freien Wohnungsmarkt. Doch Studierende mit Kind haben Glück, weil es dort auch entsprechend kleine Wohnungen, die auf dem freien Markt meist nicht zu bekommen sind.

Studentenwohnheim

Wer sich für einen Wohnheimplätze interessiert, muss schnell sein. Denn deutschlandweit sind nur 196.000 vorhanden bei rund 3 Millionen Studenten. Entsprechend lang sind die Wartelisten. Nur wer sich früh bewirbt, hat Chancen. Zum Teil ist eine Bewerbung beim zuständigen Studierendenwerk schon vor der Zusage der Uni möglich. Auch private Träger, Vereine, Kirchen und Verbindungen bieten günstige Zimmer an. Kontaktadressen gibt es beim AStA und im Internet. Studierende sollten aber hinterfragen, welche Verpflichtungen mit einem Einzug verbunden sind. Manche Studentenverbindungen sind politisch sehr konservativ, zum Teil mit Kontakten in rechtsextreme Kreise.

Wer in eine Wohngemeinschaft (WG) zieht, kommt wahrscheinlich günstiger weg, weil Sie sich Miet- und Nebenkosten teilen. Bad und Küche werden gemeinsam genutzt. Sind nette Mietbewohner vorhanden, können diese den Start am neuen Studienort erleichtern. Damit das WG-Leben funktioniert, lassen Vermieter Studierende häufig mitentscheiden, wer einziehen soll, wenn ein Zimmer frei wird. Die Chemie sollte stimmen und die Regeln des Zusammenlebens abgesprochen werden. Streit um Putzpläne, nicht abgespültes Geschirr und abendliche Feten lassen sich so vermeiden.

Wohnen gegen Hilfe

Wem es in einer WG zu laut und trubelig ist, kann ein Zimmer bei einer Familie oder älteren Menschen mieten, denen das Haus zu groß geworden ist, seit die Kinder ausgezogen sind. Wie eng der Kontakt zu den Vermietern im Alltag ist, kann sehr unterschiedlich sein. Vom reinen Untermieter bis hin zu Projekten wie „Wohnen für Hilfe“ ist alles möglich. Wer bei Senioren einzieht, zahlt meist keine oder nur eine geringe Miete und übernimmt dafür Botengänge oder Tätigkeiten in Haushalt und Garten. Pro Quadratmeter Wohnraum ist eine Stunde Hilfe im Monat üblich. Pflegeleistungen sind jedoch ausgeschlossen. Art und Umfang der Hilfe sollten Sie vorab besprechen und im Mietvertrag regeln.