Weiterhin beliebt scheinen immer noch die Kurzzeitvermietungen von Wohnungen zu sein. Ob speziell zur Kurzzeitvermietung vorgesehene Apartments oder weil die Eigentümer oder Mieter sich aktuell beispielsweise anderswo befinden. Ein Blick in den Markt wagt luckx – das magazin.
Marktsättigung oder staatliche Überwachung?
Begonnen hat es wohl mit ganz einfachen Angeboten wie „Sofa zu vermieten“. So konnte für eine oder mehrere Übernachten statt bei Freunden bei Fremden eine Unterkunft gemietet werden. Ob Sofa oder eigens Zimmer: Die Angebote entwickelten sich sehr umfangreich. Heute hat sich eine wahre Vermietungsindustrie rund um die Kurzzeitvermietung entwickelt. So werden schon ganze Hotels der Kurzzeitvermietung zugeführt. Die Städte und Kommunen haben dies anfangs geduldet. Doch jetzt wurde erkannt, dass die professionellen Vermieter darunter leiden. Nicht nur, dass die Auslastung sinken kann. Auch die Steuereinnahmen ließen nach, weil die Vermieter nicht die erforderlichen Abgaben gezahlt haben.
Außerdem stehen Betreiber von Apartments mit steigenden Angeboten und anspruchsvolleren Gästen sowie Investoren in der Kurzzeitvermietung vor entscheidenden Herausforderungen. Der Nachholbedarf nach der Pandemie ist längst gestillt, und mancher Gastgeber befürchtet: Ist der Markt für Kurzzeitvermietungen inzwischen gesättigt? Doch wie entwickelt sich das Marktumfeld wirklich – und was braucht es, um als Gastgeber auch 2026 erfolgreich zu sein?
Marktveränderungen
Vergleicht man die Jahre 2021 bis 2023 mit der aktuellen Situation, lässt sich eine deutliche Verschiebung am Markt für Kurzzeitvermietungen feststellen: Während in Zeiten nach der Pandemie jeder Anbieter fast automatisch von prall gefüllten Apartments profitierte, wird es jetzt spürbar schwerer, konstant hohe Belegungszahlen zu erzielen. Online-Foren sind voll mit Stimmen verunsicherter Vermieter, die über leere Kalender und rückläufige Umsätze klagen. Ein Blick auf große Buchungsportale genügt und man stößt auf eine Vielzahl neuer, aber auch etlicher qualitativ minderwertiger Angebote – Handyfotos, wenig aussagekräftige Titel, unprofessionell eingerichtete Wohnungen. Viele Gastgeber fragen sich: Bleiben im größer werdenden Wettbewerb die eigenen Unterkünfte auf der Strecke?
Professionalisierung erforderlich
Um weiterhin erfolgreich zu sein, ist eine kompromisslose Professionalisierung erforderlich. In den letzten Jahren haben unzählige Gastgeber aufgegeben. Doch eines ist klar geblieben: Die Nachfrage verschwindet nicht, sondern konzentriert sich auf Anbieter, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wer seine Unterkunft professionell präsentiert, Preisentwicklung und Gästewünsche im Blick behält und Qualität konsequent sichert, wird auch von einer robusten Nachfrage profitieren.
Das Prinzip von Angebot und Nachfrage prägt jede Branche, doch in der Kurzzeitvermietung werden Schwankungen besonders sichtbar. Während der Pandemie profitierte die Reise-Branche von einem regelrechten Nachholeffekt: Wenige verfügbare Apartments trafen auf riesige Nachfrage – eine Situation, die hohe Preise und Auslastungen fast garantierte. Durch die Normalisierung hat das Angebot in den letzten Jahren deutlich zugelegt, vor allem in beliebten Lagen, während sich die Nachfrage auf eine größere Zahl an Objekten verteilt. Es gibt mehr Apartments, die Aufmerksamkeit der Gäste verteilt sich, und Gastgeber spüren, dass schneller Kapazitäten leer bleiben können. So besteht eine Chance zur Qualitätsverschiebung: So verschwindet die Nachfrage nicht, sie strukturiert sich neu. Ein starkes Produkt wird auch gebucht.
Qualität entscheidet
Blicken Gäste heute in einen Buchungskalender, erwarten sie ein hochwertiges Erlebnis – das war nicht immer so. In den Anfangsjahren war ein AirBnB-Aufenthalt oft ein experimentelles Abenteuer. Mittlerweile setzt die Mehrheit der Gäste Hotelstandard voraus: Sauberkeit, verlässlicher Check-in und stabiles WLAN sind unverhandelbar. Enttäuscht schon eine Kleinigkeit, etwa fehlendes Zubehör beim morgendlichen Kaffee, folgt prompt eine negative Bewertung – die sich direkt auf weitere Buchungen auswirkt. So haben früher Gäste vieles verziehen, heute nicht mehr. Auch die Präsentation entscheidet: Schlechte Handyfotos, unaufgeräumte Zimmer und nichtssagende Titelbilder sind ein No-Go. Das Ergebnis: Professionell geführte Apartments setzen sich durch, Amateure verlieren an Boden. Gäste erkennen sofort, wer sich Mühe gibt und wer nicht – sie buchen gezielt bei den Profi-Anbietern.