Sanieren steigert die Energieeffizienz

Seit ein paar Tagen zeigen die Zapfsäulen wieder Preissteigerungen an. Obwohl der Ölpreise weiterhin im Sinkflug ist. Bei den Strompreisen ist es nicht anders. Da hilft auch kein Umstieg auf Elektromobilität oder Wärmepumpe. Was kann helfen, fragt sich luckx – das magazin?

Entscheidungsfaktor

Wohin entwickeln sich die Energiepreise? Wenn wir die letzten Jahre beobachten, steigen die Energiepreise unaufhörlich. Und das persönliche Sparlevel scheint seit der Corona-Pandemie auch schon aufgebraucht, nachdem das Duschbad durch den Waschlappen ersetzt wurde.

E-Autos und Wärmepumpe werden immer als die Lösungen angeboten, um die Kosten zu reduzieren. Doch auch die Strompreise steigen und die Energieverluste sowohl beim Stromer als auch bei der Wärmepumpe sind im Winter groß. So müssen Vermieter und Mieter die energetische Sanierung der Immobilie vorantreiben. Da wird der energetische Zustand eines Gebäudes in der Vordergrund geschoben und beeinflusst direkt den Verkehrswert. Wer die energetische Qualität seiner Immobilie vernachlässigt, riskiert Preisabschläge, geringere Beleihungswerte und sinkende Nachfrage; insbesondere bei der Vermietung.

Marktwert und Regulierungen

Galt die Energieeffizienz früher als ökologischer Bonus oder Sparmöglichkeit, ist sie heute zu einem zentralen Standortfaktor geworden. Die Energiekrise, politische Vorgaben seitens der EU sowie immer höhere Ausgaben für den CO2-Ausstoß sorgen dafür, dass es zu großen Verlusten kommt, wenn Eigentümer die Energieeffizienz nicht im Blick haben und Gebäude energetisch nicht aufrüsten. So sind Objekte, die in den niedrigen Energieklassen F und G liegen, kaum noch attraktiv. Bei Gebäuden dieser Art beträgt der Wertverlust – das haben Studien der Deutschen Bank ergeben – bei 10 bis 25 Prozent. Energetisch schlechte Immobilien erhalten in vielen Fällen geringere Beleihungswerte von Banken, während Käufer häufig Preisnachlässe oder Zusagen für Sanierungen fordern. Steigende Betriebskosten mindern zusätzlich die Nachfrage auf dem Mietmarkt, und Modernisierungskosten lassen sich nur begrenzt auf Mieter umlegen. Mit der neuen EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024/1275) sollen die Mitgliedstaaten nun eigene nationale Strategien entwickeln, um den Energieverbrauch von Gebäuden schrittweise zu senken. Vorrangig sollen dabei besonders ineffiziente Gebäude saniert werden – eine feste Verpflichtung, dass alle Wohngebäude bis 2033 Energieklasse D erreichen müssen, besteht jedoch nicht. Die Richtlinie muss bis spätestens 29. Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.

Wertsteigerung durch Sanierung

Deshalb kann ein gutes und durchdachtes strategisches Sanierungskonzept den Wert einer Immobilie zu steigern. Mit klug geplanten Maßnahmen verbessern Eigentümer die Substanz, erreichen eine höhere Attraktivität ihres Objektes auf dem Markt und erreichen eine bessere Förderquote. Hilfreich kann eine Energieberatung sein, die aufzeigt, welche Chancen es gibt und wie man ein solches Sanierungsprojekt am besten angehen sollte. Maßnahmen, die hierbei in Frage kommen, umfassen insbesondere die Dämmung, den Fenster- und Heizungstausch oder eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Mit professioneller Hilfe profitieren Eigentümer, Käufer und Mieter gleichermaßen davon, wenn eine Immobilie energieeffizienter wird. Das Wohnklima wird besser und die Kosten für den laufenden Betrieb sinken. Das zeigt: Eine bessere Energieeffizienz lohnt sich bereits ab dem ersten Monat.

Fördermittel

Eine große Hilfe bei der Sanierung und Modernisierung bieten Förderprogramme. Viele Eigentümer schöpfen die vorhandenen Mittel jedoch gar nicht aus, obwohl sie Anspruch auf eine Unterstützung geltend machen könnten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan ist etwa ein Bonus von bis zu 15 Prozent denkbar. Steuerliche Erleichterungen sowie zinsgünstige Kredite bei der KfW sind ebenfalls möglich. Die konkrete Förderhöhe hängt dabei von Art und Umfang der Maßnahme, dem Gebäudetyp sowie den jeweiligen Förderbedingungen ab. Die Voraussetzung hier ist lediglich, dass die richtige Reihenfolge und sachgerechte Nachweisdokumentation bei der Umsetzung der Maßnahmen beachtet wird.

Ein ausgeklügelter Sanierungsplan und dessen Umsetzung stellt für eine Immobilie eine enorme Wertsteigerung dar. Steuerliche Entlastungen, staatliche Hilfsmaßnahmen sowie eine professionelle, kompetente Energieberatung schaffen für Eigentümer die besten Voraussetzungen, um ihr Objekt zukunfts- und marktfähig zu machen. Dadurch ist nicht nur eine langfristige Nachfrage gewährleistet, man ist auch in der Lage, den wachsenden EU-Regulierungen gelassen entgegenzublicken.