Energieeffizienz

Am Beginn der Energiekrise wurden wir Bundesbürger mit einer Vielzahl von Energiespartipps und Verhaltenshinweisen versorgt. Nun ist der „Alltag“ eingekehrt. Doch die Energiekrise ist nicht vorbei. Das zeigen die vorliegenden Abrechnungen der Energielieferanten, wie luckx – das magazin selbst erfahren hat.

Kostensteigerungen

In den nächsten Wochen und Monaten werden die Vermieter und Eigentümern ihren Mietern die Nebenkostenabrechnungen präsentieren. Aber auch Einfamilienhausbesitzer werden stark zur Kasse gebeten. Was tun, um die Energiekosten im Griff zu behalten? Natürlich Energie einsparen, wo es geht. Doch irgendwann ist Schluss damit, weil mehr Energieeinsparen führt zu kalten Füßen. Da ist jetzt doch eine Dämmung oder neue Heizung fällig. Wer aktuell auf der Suche nach nach Immobilie ist, ob Kauf, Miete oder wer sogar sich von seiner trennen möchte, begegnet unweigerlich der Energieeffizienzklasse. Von A+ bis H eingestuft, zeigt sie auf einen Blick, wie sparsam oder verschwenderisch ein Gebäude mit Energie umgeht. Doch was bedeuten die Buchstaben konkret? Und lohnt es sich, in eine bessere Klasse zu investieren?

Der Buchstabe entscheidet

Die Energieeffizienzklasse ist mehr als eine abstrakte Kennzahl. Sie beeinflusst die monatlichen Heizkosten, den Marktwert der Immobilie und zunehmend auch die Finanzierungskonditionen. Banken berücksichtigen den energetischen Zustand mittlerweile bei der Kreditvergabe, und für Käufer ist die Klasse oft ein entscheidendes Auswahlkriterium. Die Skala reicht von A+ (Endenergiebedarf unter 30 kWh/m² pro Jahr) bis H (über 250 kWh/m² pro Jahr). Ein unsanierter Altbau der Klasse G verursacht bei 150 Quadratmetern Wohnfläche jährliche Heizkosten von rund 3.500 Euro. Ein vergleichbares Gebäude der Klasse B kommt mit etwa 1.200 Euro aus. So kann aus der Effizienzklasse auch die Zukunftsfähigkeit einer Immobilie abgelesen werden. Besonders in den Regionen, wo die Immobilienpreise hoch sind, achten Käufer und Mieter sehr genau auf die laufenden Kosten. Und Heizkosten sind nun einmal die höchsten Nebenkosten einer Immobilie.

Einstufung

Die Einstufung basiert auf den Angaben im Energieausweis. Dabei gibt es zwei Varianten: Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf anhand von Gebäudedaten wie Dämmstandard, Heizungsart und Fensterqualität – unabhängig vom Nutzerverhalten. Der Verbrauchsausweis hingegen wertet den tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre aus. Der Bedarfsausweis liefert die objektivere Einschätzung. Ein niedriger Verbrauchswert kann auch schlicht bedeuten, dass die Vorbesitzer wenig geheizt haben. Wer seine Energieeffizienzklasse verbessern möchte, hat mehrere Stellschrauben. Die wirkungsvollsten Maßnahmen betreffen die Gebäudehülle und die Heizungstechnik: Eine nachträgliche Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke reduziert Wärmeverluste erheblich. Der Austausch alter Fenster gegen moderne Dreifachverglasung verbessert den energetischen Standard sichtbar. Und der Wechsel von einer alten Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe kann den Endenergiebedarf um 40 bis 60 Prozent senken. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: Erst die Gebäudehülle optimieren, dann die Heizung anpassen. So wird die neue Anlage nicht überdimensioniert. Doch aufgepasst: Die Dämmung z.B. der Fassade verschlingt erhebliche Kosten. Da kann ein „Rundumpaket“ schon deutlich über 100.000 Euro liegen, was rund 20 Jahre Zahlungsbereitschaft erfordert.

Kauf- und Verkaufsargument

Für Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, ist eine gute Energieeffizienzklasse bares Geld wert. Die Klasse muss bereits in der Immobilienanzeige angegeben werden – ein schlechter Wert schreckt Interessenten ab, ein guter zieht sie an.

Wer nun meint, vor dem Verkauf zu sanieren, sollte ganz genau kalkulieren. Bestimmt lässt sich mit einer sanierten Immobilie ein höher Preis erzielen. Doch aktuell suchen Käufer auch nach sanierungsbedürftigen Immobilien. Da kann der Verkauf günstiger sein, weil eine Menge Stress und Arbeit dem Eigentümer erspart bleibt.