Tourismus-Qualität

Wir Urlauber haben jedes Jahr immer höhere Kosten für unseren Urlaub. Doch die Qualität von Unterkünften, Service und Leistung nehmen leider nicht im gleichen Umfang zu. Was ist zu tun, damit wir einen unbeschwerten und schönen Urlaub genießen können, fragt luckx – das magazin?

Fachkräftemangel

Geringe Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen fördern nicht den Run auf den Tourismus. Und wenn jemand in dieser Branche arbeitet, wird ihm das Arbeitsverhältnis nicht unbedingt schmackhaft gemacht. Geringe Bezahlung, geteilte Schichten als auch mangelhafte Fürsorge seitens des Arbeitgebers fördert die Fluktuation. Wohlgemerkt, das gilt nicht für alle. Aber es ist allgemein die Arbeitssituation. Wenn dann die Mitarbeiter freundlich und zugewandt gegenüber den Gästen sind, lässt sich meist von einem guten Arbeitgeber ausgehen oder von einem besonders engagierten Mitarbeiter.

Um dem Fachkräftemangel her zu werden, werden überall Mitarbeiter angeworben. Das ist in manchen Ländern außerhalb der EU schwierig. Den neben einer anderer Kultur und Sozialisation spielen manchmal komplizierte Visa-Prozesse eine entscheidende Rolle bei der Stellenbesetzung. So versuchen private Organisationen den Recruiting-Prozess zu vereinfachen. Denn bisher gibt es eher komplexere Anwerbeverfahren in den Hotel- und Gastronomiebetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nun zeigt eine neue Initiative aus der Slowakei einen anderen Weg: qualifizierte Fachkräfte aus der Europäischen Union.

Recruiting Light

Mit dem Programm „Recruiting Light – Einfach Personal finden“ bietet die internationale Personalagentur backup jobs agency eine strukturierte Lösung für kleine und mittelständische Betriebe der Hotellerie und Gastronomie, um Fachkräfte aus Zentraleuropa schneller und unkomplizierter zu gewinnen. „Viele Betriebe unterschätzen, wie groß das Potenzial an motivierten Fachkräften innerhalb der EU noch immer ist“, sagt Stefan Liebig, Gründer der backup jobs agency. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: keine Visa-Verfahren, keine monatelangen Wartezeiten und eine deutlich schnellere Integration im Betrieb. Grundsätzlich sind deshalb Fachkräfte aus Europa schneller verfügbar und kulturell nah. Insbesondere in Ländern wie der Slowakei, Polen, Ungarn und Tschechien verfügt die Gastronomie- und Tourismusschule über eine lange Tradition. Viele Absolventinnen und Absolventen sind mobil, mehrsprachig und offen für berufliche Perspektiven in der DACH-Region. Für Arbeitgeber entstehen dadurch mehrere Vorteile wie keine Visa-Prozesse, weil EU-Bürger Kandidaten unmittelbar beschäftigt werden. Sie sind schneller verfügbar. Viele Fachkräfte sind innerhalb weniger Wochen einsatzbereit. Außerdem besteht eine eine kulturelle Nähe, weil Arbeitskultur, Ausbildungssysteme und Serviceverständnis sind oft stark mit der DACH-Region verbunden. Darüber hinaus bestehen geringere Integrationshürden. Deutsch oder Englisch sind häufig Teil der Ausbildung in Tourismusschulen. „Gerade in der Gastronomie funktioniert Zusammenarbeit besonders gut, wenn Sprache, Arbeitskultur und Erwartungen ähnlich sind“, erklärt Liebig. Und weiter: „Das ist bei Fachkräften aus Zentraleuropa häufig der Fall – auch durch die gemeinsame Geschichte und langjährige wirtschaftliche Beziehungen.“

Ein einfaches Modell für kleine Betriebe

Das Programm Recruiting Light richtet sich gezielt an kleinere Hotels und Gastronomiebetriebe, die keine eigenen Recruiting-Abteilungen besitzen. Statt komplexer Headhunting-Mandate soll das Modell ein klar strukturiertes Recruiting-Pakete mit transparenter Preisstruktur und direktem Zugang zu Kandidaten aus dem Netzwerk der Agentur bieten. Zu den Nachwuchskräfte aus Tourismusschulen gehören Köche und Chef de Partie, Restaurant- und Servicemitarbeiter, Rezeptionisten sowie Housekeeping-Personal. Die Kandidaten stammen überwiegend aus der Slowakei, Polen, Ungarn und Tschechien und verfügen über Erfahrung aus internationalen Hotels, Gastronomiebetrieben oder der Kreuzfahrtbranche.

Talente sichtbar machen

Die Initiative verfolgt auch ein strategisches Ziel: europäische Fachkräfte stärker in den Fokus der Personalgewinnung zu rücken. „In den letzten Jahren hat sich der Recruiting-Fokus stark in Richtung Drittstaaten verschoben“, sagt Liebig. Dabei wird oft vergessen, dass qualifizierte Talente innerhalb Europas nur wenige Stunden entfernt sind. Durch gezielte Recruiting-Events, Kooperationen mit Tourismusschulen und internationale Jobinterviews arbeitet die Agentur daran, diese Talente mit Arbeitgebern in der DACH-Region zu verbinden. Und klar ist doch, gut ausgebildet und relativ schnell verfügbare Fachkräfte sichern den Tourismusstandort und den Bestand von Betrieben. Nur eine gute Ausbildung bietet ein qualitativ hochwertiges Angebot, gutes Einkommen und Erträge für Mitarbeiter und Unternehmen.