Wassermanagement

Ob der Sommer warm wird oder regenreich war, wissen wir erst im September. Sicher ist nur eins: Die Wasserversorgung nimmt immer dramatischere Formen an. Das trifft Urlauber auf griechischen Inseln genauso wie Bauern in der norddeutschen Tiefebene. Wie wichtig Wasser für die Landwirtschaft ist, hat luckx – das magazin eecherchiert.

Weniger Wasser, höhere Erträge, einfachere Entscheidungen

Lohnt es sich für Landwirte, intelligentes Wassermanagement auf dem Feld einzusetzen – und wenn ja, warum? Datengestütztes Wassermanagement kann ganz einfach sein – zumindest für die Anwender. Lilia Planjyan, Mitgründerin des niederländischen Unternehmens Agurotech, erläuterte die Funktionsweise ihres Systems auf der Farming Forward Stage der FRUIT LOGISTICA 2026: Landwirte stellen Agurotech alle relevanten Informationen über die angebauten Sorten und deren spezifische Eigenschaften zur Verfügung. Anschließend installieren sie Sensoren auf ihren Feldern, um die Bodenfeuchtigkeit zu messen. Das Wassermanagementsystem kombiniert die Messdaten vom Feld mit Satellitenbildern und gibt darauf basierend Bewässerungsempfehlungen – stets individuell angepasst an die jeweilige Boden-Pflanzen-Kombination vor Ort. Landwirte erhalten zudem eine aktuelle Vorhersage für die nächsten zehn Tage.

Bewässerungsmanagement

Ziel ist es, die Daten zu nutzen, um die Bewässerung effizienter zu gestalten und bessere Ernteergebnisse zu erzielen. Doch funktioniert das tatsächlich? Agurotech beauftragte die Vrije Universiteit Amsterdam mit einer Untersuchung. Die Studie bewertete die Bodenfeuchtigkeit und den Bruttoertrag auf über 100 Feldern, und die Wissenschaftler befragten mehr als 40 Landwirte zu ihren Erfahrungen mit dem System. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Je besser die Bodenfeuchtigkeit, desto höher der Bruttoertrag. Und: Eine kontinuierliche Bodenfeuchtigkeitsregulierung während der gesamten Vegetationsperiode steigert ebenfalls den Ertrag. Alle befragten Landwirte überprüfen regelmäßig die Daten in ihrer App. Achtzig Prozent von ihnen gaben an, großes Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Sensoren zu haben – und dennoch gehen ausnahmslos alle regelmäßig aufs Feld, um die Bodenfeuchtigkeit und die Situation vor Ort selbst zu überprüfen. Lilia Planjyan findet das absolut verständlich: Es braucht einfach Zeit, Vertrauen in technologische Lösungen zu entwickeln, und es gibt ohnehin eine ganze Reihe von Faktoren, die auf den Feldern kontrolliert werden müssen.

Sicherheit bei den Entscheidungen

84 Prozent der Landwirte geben an, dass intelligentes Wassermanagement ihre Bewässerung effizienter gemacht hat. 61 Prozent bewässern mit dem System weniger, 23 Prozent mehr. Fast 60 Prozent freuen sich über das gesunkene Risiko von Überwässerung oder Trockenheit ihrer Felder. Angesichts der unzähligen Entscheidungen, die Landwirte täglich treffen müssen, ist dies vielleicht einer der wichtigsten Effekte: das gewonnene Gefühl der Sicherheit. 94 Prozent geben an, dass die Messungen ihnen die Bewässerungsentscheidungen erleichtern oder dass sie diese Entscheidungen mit mehr Zuversicht treffen.