Aus der Mottenkiste

Die Energiekrise bringt wieder eine Vielzahl von völlig überholten Forderungen auf den Tisch. Mit scheinbar sinnvollen Begründungen soll nun das Tempolimit über Energiekrise, Verletzten im Straßenverkehr und Klimaschutz eingeführt werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DHU) spannt sich verschiedene Organisationen vor ihren Karren. Die Konsequenzen versucht luckx – das magazin zu ergründen.

Zahlen auf den Tisch

Die Zahlen sprechen für sich: 366.000 Verletzten im Straßenverkehr im Jahr 2025 erfordern mehr Verkehrssicherheit, Tempolimit auf Autobahnen, Tempo 80 außerorts und Tempo 30 innerorts sollen hunderte Menschenleben retten sowie zum Klimaschutz im Verkehrssektor beitragen. Diese Ideen wurden von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) koordiniert und sollen die Forderungen eines breiten gesellschaftlichen Bündnis darstellen. Diese Maßnahmen sollen laut DHU nahezu kostenfrei sein und wären sofort umsetzbar. Dadurch ließen sich jährlich hunderte Verkehrstote und tausende Schwerstverletzte vermeiden. Außerdem würden jährlich bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart und verringern die Abhängigkeit von Ölimporten. Zahlen, die beeindrucken. Im Verhältnis zu dem Gesamtausstoß pro Jahr von rund 146 Millionen Tonnen CO2 durch den Verkehrssektor könnten immerhin rund 8 Prozent eingespart werden. Die meisten Verletzten (74 Prozent) gibt es innerorts; die Anzahl der Getöteten verringert sind seit Jahren kontinuierlich. Alle Zahlen sind tendenziell rückläufig.

Beim CO2-Ausstoß gibt es leider andere Herausforderungen als eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Der wachsende Fahrzeugbestand, höhere Gesamtfahrleistungen des Personen- und Güterverkehrs als auch die höhere Effizienz der Motoren und anderer Faktoren im Fahrzeugbau verhindern eine Verringerung des CO2-Ausstoß leider nicht. Besonders der Gütertransport wird sich aufgrund des Onlinehandels weiter erhöhen. Eine Verringerung des CO2-Ausstoß wird mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung deshalb nicht verhindert. Das führte dann auch dazu, dass der Verkehrssektor seit 1990 nicht zur deutlichen Verringerung des CO2-Ausstoß beitragen konnte. Die Energiewirtschaft konnte seit dem um rund 50 Prozent reduzieren, die Industrie um rund 40 Prozent, Gebäude stießen nur rund 50 Prozent aus und die Landwirtschaft reduzierte um etwas mehr als 20 Prozent an CO2-Ausstoß. Die deutliche Reduzierung im Energiesektor fand dank Solar- und Windenergie statt. Doch auch hier gibt es noch viel Potential, wenn Windräder und die Solarfelder nicht abgeschaltet, sondern Energie in Speicher produziert würde.

Geschwindigkeitsbeschränkungen als Allheilmittel?

Anhand des CO2-Ausstoßes wird deutlich, das eine Reduzierung nicht durch ein Tempolimit – egal wo – erreicht werden kann. Es lässt sich erwarten, dass durch mehr Personal- als auch Güterverkehr der CO2-Ausstoß günstigsten Fall auf dem vorhandenen Niveau verbleibt. Auch mehr E-Fahrzeuge werden kurzfristig nicht zur Reduzierung beitragen können, weil die erforderliche Stromversorgung eher durch Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke erfolgen muss. Siehe fehlende Stromspeicher.

Geschwindigkeitsbeschränkungen werden überhöhte Geschwindigkeiten nicht reduzieren. Das gilt beispielsweise auf der Autobahn 2, wo ausländische Fahrzeuge – vorzugsweise mit Anhänger – Geschwindigkeitsbeschränkungen ignorieren. Eine kontinuierliche Verkehrsüberwachung könnte hilfreicher sein. Darüber hinaus würden Überholvorgänge von LKW durch PKW deutlich verlängert. LKW fahren zwischen 85 und 90 km/h. Wenn dann PKW mit 100 km/h vorschriftsmäßig überholen würden, wird das Risiko von Unfällen erhöht. Das gilt entsprechend auch auf Landstraßen.

Im städtischen Verkehr sollte eine besondere Aufmerksamkeit den Radfahrern gelten. Überhöhte Geschwindigkeiten, entgegengesetztes Fahren von Einbahnstraßen, verbotenes Befahren von Fußgängerzonen trägt zu hohen Verletzungsrisiko von Radfahrern und Fußgängern bei. Diese Zahlen wurden von der DUH nicht spezifiziert.

Sicherlich hat die Landesverkehrsministerkonferenz dies stärker betrachtet als der DUH lieb ist und deshalb nicht auf deren Forderung reagiert.

Auch den Bundesverkehrsminister in seinem Bestreben nach einer Entfrachtung der Fahrausbildung zu behindern, läuft in die falsche Richtung. Es wird Zeit, dass die Bürger weder durch eine drohende Geschwindigkeitsverringerung noch durch immer mehr Bürokratie behindert werden. Den drohenden Verkehrskollaps lässt sich nur durch intakte Straßen, Brücken und der gesamten Verkehrsinfrastruktur verhindern. Dafür sollten diese Verbände ihre gesamte Kraft aufwenden zum Wohle der Bürger.