Donnerwetter

Zuerst kommt der Blitz und dann der Donner. Als Kinder haben wir immer die Sekunden zwischen Blitz und Donner gezählt. So lässt sich feststellen, wie weit das Gewitter noch entfernt ist. Das schützt aber nicht vor einem Blitzeinschlag. Was bei Gewitter Schutz bieten kann, hat luckx – das magazin recherchiert.

Schutz vor Blitzeinschlag

Im letzten Jahr mussten die Versicherer in Deutschland rund 88.000 Schäden durch Naturereignisse regulieren. Wie viele davon durch Blitzeinschlag entstanden sind, wurde nicht gesondert erhoben. Doch bekannt ist, dass 2025 ein außergewöhnliches blitzarmes Jahr war. So wurden genau 99.930 Blitze im vergangenen Jahr in Deutschland registriert. Gerade im Sommer treten Gewitter häufiger auf – und fallen dabei oft auch heftiger aus. Bei der elektrischen Entladung durch einen Blitzeinschlag können Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius entstehen, die ganze Gebäude in Brand setzen und im schlimmsten Fall Menschenleben fordern. So kamen 2011 in Uganda 18 Schülerinnen und Schüler ums Leben, als ein Blitz in ihr Klassenzimmer einschlug. Was sind also die die wichtigsten Regeln und Tipps beim Gewitter? Wichtig ist, so schnell wie möglich Schutz zu suchen. Sichere Schutzmöglichkeiten können zum Beispiel Gebäude sein oder Autos mit einer Metallkarosserie. Gebäude mit Blitzschutzsystemen seien zwar sicherer als solche ohne. Aber bei privaten Gebäuden ist so etwas in der Regel nicht nötig, sie schützen auch so genug.

Auto und Blitzschlag

Bei einem Gewitter suchen viele Menschen auch Schutz in ihrem Auto – zu Recht. Doch beim beim Auto ist die Sache komplizierter. Sie gelten seit Jahrzehnten als besonders sicherer Schutzraum bei Gewittern. Denn ihre Metallkarosserie funktioniert als sogenannter „Faradayscher Käfig“, der den Blitzstrom über die metallene Außenhaut zur Erde ableitet. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Karosserie auch wirklich aus Metall ist. Wohnmobile und Cabriolets ohne Dachgerüst oder Überrollbügel aus Metall schützen daher nicht sicher vor einem Blitzeinschlag – auch nicht bei geschlossenem Verdeck.

Prinzipiell keinen Unterschied macht hingegen die Antriebsart des Fahrzeugs. Daher funktionieren auch Elektroautos als Faradayscher Käfig. Selbst beim Laden seien Personenschäden äußerst unwahrscheinlich. Öffentliche Ladeeinrichtungen und Ladeparks können sinnvoll mit Blitz- sowie Überspannungsschutz ausgerüstet werden. So seien sie noch einmal sicherer. Dennoch kann ein direkter Blitzeinschlag die Infrastruktur der Elektromobilität schädigen – ähnliches gilt aber auch für die allgemeine Verkehrsinfrastruktur wie Ampelanlagen. Grundsätzlich rät der VDE daher auch, bei heftigen Gewittern im Auto zu bleiben, aber nicht zu fahren. Denn Blitz, Donner und Regen können durch eingeschränkte Sicht und heftiges Erschrecken zu Fahrfehlern und Unfällen führen. Bei einem direkten Blitzeinschlag können zudem die Reifen durch die entstehende Hitze beschädigt werden – und durch das elektromagnetische Feld des Blitzes die Fahrzeugelektronik. Deshalb ist es wichtig, nach einem Blitzeinschlag ins Auto die Funktionen der Elektronik zu prüfen, bevor es weitergeht.