Vergesslichkeit

Wer in den Urlaub reist hat immer wieder eine Vorahnung, etwas vergessen zu haben. Sei es, das Fenster nicht geschlossen zu haben oder der Wasserhahn läuft noch. Doch wenn das alles erledigt sein sollte, sind es die vergessenen Medikamente. Was beim Kauf am Urlaubsort zu zu beachten ist, hat luckx – das magazin recherchiert.

Medikamentenkauf

Trotz aller Forschung ist immer noch kein Mittel auf dem Markt erhältlich, dass gegen die tägliche Vergesslichkeit hilft. Also hilft immer noch am besten ein Notizzettel, der abgehakt werden muss. Das geht natürlich auch mit einer gespeicherten Datei auf dem Mobiltelefon. Doch wenn es dann passiert ist, ist es passiert und es muss besonders bei Medikamenten nach Ersatz gesucht werden. Auch wenn eine Reise länger als geplant oder eine plötzlich auftretende Erkrankung eintritt, muss rasch nach Medikamenten gesucht werden. Es gibt also viele Gründe, Arzneimittel erst am Urlaubsort zu kaufen. Besonders bei Backpacking-Touren durch Südostasien, Rundreisen durch Zentral- und Westafrika oder längeren Auslandsaufenthalten empfiehlt sich dabei Vorsicht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen durchschnittlich 10,5 Prozent der Arzneimittel minderwertig oder gefälscht. So sollten notwendige Dauermedikamente möglichst vollständig aus Deutschland mitgenommen werden. Wenn der Kauf vor Ort erforderlich sein sollte, sollte dieser ausschließlich in lizensierten Apotheken oder etablierten Gesundheitseinrichtungen erfolgen.

Wirkung häufig nicht wie erwartet

Gefälschte oder minderwertige Arzneimittel können erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Häufig enthalten sie zu wenig oder keinen Wirkstoff oder setzen diesen unzureichend frei. Bei Antibiotika kann dies zudem die Entstehung antimikrobieller Resistenzen begünstigen. Auch denken viele Reisende bei Medikamentenfälschungen vor allem an gefährliche Inhaltsstoffe. Tatsächlich besteht das größte Risiko aber darin, dass Arzneimittel ihre therapeutische Wirkung nicht oder nur unzureichend entfalten. Gefälschte und qualitativ mangelhafte Medikamente kommen weltweit vor. Besonders häufig werden sie jedoch in Ländern Zentral- und Westafrikas sowie in Südostasien gefunden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass Arzneimittel auf informellen Märkten deutlich häufiger Qualitätsmängel aufweisen als Produkte aus offiziell betriebenen Apotheken und staatlichen oder kirchlichen Gesundheitseinrichtungen. Deshalb aufgepasst: Wer Medikamente im Reiseland benötigt, sollte Straßenhändler, Marktstände und andere informelle Verkaufsstellen konsequent meiden.

Originalverpackungen

Tabletten und Kapseln aus großen Sammelbehältern sind häufiger von Qualitätsmängeln oder Fälschungen betroffen als original verschlossene Blisterpackungen. Zusätzliche Hinweise können Rechtschreibfehler auf der Verpackung, beschädigte Packungen, fehlende Beipackzettel oder nicht nachvollziehbare Herstellerangaben sein. Lassen sich Herkunft oder Hersteller eines Arzneimittels nicht eindeutig überprüfen, ist auf die Einnahme zu verzichten und fachlicher Rat einzuholen. Denn Laien können Fälschungen in der Regel nicht erkennen.

Besondere Vorsicht gilt bei Arzneimitteln für Kinder. Verunreinigte Sirupe haben in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Vergiftungen und Todesfälle verursacht. Pädiatrische Sirupe unbekannter Herkunft sollten deshalb grundsätzlich gemieden werden.

Reiseapotheke

Eine sichere Versorgung mit Medikamenten auf Reisen beginnt daher bereits vor der Abreise. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese möglichst vollständig aus Deutschland mitbringen. Müssen Arzneimittel dennoch vor Ort gekauft werden, sind original verschlossene Blisterpackungen zu bevorzugen und bei Zweifeln an Qualität oder Echtheit auf die Einnahme zu verzichten und medizinischen Rat einzuholen.