Viele reden von kriegstüchtig und bereiten sich schon gleich auf den Ernstfall vor. Doch ob das tatsächlich erforderlich ist, muss jeder für sich entscheiden. Wer nun denkt, „die Russen kommen“, muss sich darüber keine Gedanken machen. Doch der Ernstfall kann auch anders aussehen, meint luckx – das magazin.
Vorsorge
Der Überfall auf die Ukraine durch Putins abgewrackte Armee und korrupte Offiziere zeigt sehr deutlich, dass auch eine anscheinend militärische Übermacht nicht zum Erfolg führt. Um einigermaßen die Stellungen zu halten, holt er sich Unterstützung aus Nord-Korea, China, Indien und lockt Menschen aus Afrika in seine Armee. Doch das hilft alles nicht, weil er einfach viel zu schwach ist. Wer nun denkt, dass dieser Menschenverachter in absehbarer Zeit ein oder weitere europäische Länder überfallen könnte, kann sich beruhigt zurücklehnen. Dazu fehlt ihm ja heute schon das Geld zur Finanzierung des aktuellen Abenteuers. Ob er 2027 noch an der Macht sein wird, ist deshalb ungewiss. Ob dann ein neuer Despot aus dem Nebel aufsteigen könnte und sein „Werk“ zu Ende bringt, ist nicht abzusehen.
Ungeachtet dessen hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) kürzlich einen aktualisierten Ratgeber herausgebracht. Die Broschüre gibt in kompakter Form Hinweise und Empfehlungen, was im Krisenfall zu tun ist und vor allem, welche Vorbereitungen Bürger schon jetzt treffen sollten. Dabei kann die Krise auch einen Stromausfall betreffen, der aber aufgrund der bisherigen Erfahrungen eher unwahrscheinlich ist.
Ratgeber
Der Ratgeber klärt unter anderem über mögliche Szenarien und deren Entstehung auf, darunter Feuer, Explosionen, Unterbrechung von Stromversorgung und Heizsystemen. Ziel ist, dass die Menschen im Falle des Falles direkt wissen, was zu tun ist und nicht hilflos dastehen. Wichtig: Solche Situationen können auch ohne Krieg im eigenen Land entstehen. Gerade im Zeitalter von Cyberangriffen ist tatsächlich jegliche Sabotage denkbar und der Umfang kann weitreichend sein. Aufgeklärte und handlungsfähige Bürger vermeiden dann die Entstehung von Chaos. Daher zeigt die Broschüre genau auf, was in welchem Fall direkt getan werden kann, gibt aber auch konkrete Tipps, wie man bereits jetzt vorbeugen kann.
Ein typisches Beispiel für eine Vorsorge ist das Anlegen eines sinnvollen Notvorrats. Klassisch sind natürlich Wasser und Lebensmittel; aber es geht auch um Medikamente, Erste-Hilfe-Materialien und Hygieneartikel. Ideal zur Orientierung ist der Vorratskalkulator , den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) anbietet. Das BBK empfiehlt eine Mindestbevorratung für drei Tage, als ideal benennt es zehn Tage. In die Notversorgung gehören dann neben Wasser auch Getreideprodukte wie Nudeln, Brot und Reis, außerdem Gemüse- und Obstkonserven, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fette oder Öle, Fisch und Fleisch, aber auch Milchprodukte und Eier. Noch besser sind Vollei- und Milchpulver aufgrund der längeren Haltbarkeit sowie Produkte, die nicht zubereitet werden müssen oder kalt gegessen werden können. Nicht zu vergessen sind Baby- und Tiernahrung, wenn Kinder oder Tiere zum Haushalt gehören.
Auf dem Laufenden sein
Ganz entscheidend ist die Beschaffung von Informationen. Man sollte also unbedingt an Warnsysteme angeschlossen sein. Für Smartphone-Besitzer macht der Download einer der Warn-Apps Sinn. Das BBK empfiehlt die App NINA, die sowohl für Android- als auch für Apple-Nutzer verfügbar ist. Allerdings können Internet und Mobilfunk durch erfolgreiche Cyberangriffe versagen. Um auf anderen Wegen Angehörige erreichen zu können, sollte man daher eine Liste der wichtigsten Kontakte auch offline parat haben. Ebenso sollte man sich mit einer Powerbank ausstatten, die bei Stromausfall trotzdem das Handy lädt. Fällt der Strom aus, sind Kerzen, Streichhölzer und eventuell ein Gaskocher sinnvoll. Um auch bei Stromausfall informiert zu bleiben, ist ein batteriebetriebenes Radio wichtig.
Das BBK widmet tatsächlich einen großen Teil der Broschüre auch dem gesamten Thema Informationsverbreitung. Ein Teil ist die Warnung vor Fake News, also Fehlinformationen, vorrangig kommuniziert über Soziale Medien. Denn Panikmache ist dort nicht selten und die Weiterverbreitung geht rasend schnell. Das Ergebnis sind entweder überstürzte Handlungen oder aber Abgestumpftheit, die dazu führt, dass echte Warnungen nicht mehr ernstgenommen werden. Der Ratgeber gibt daher Hinweise, wie man sich bestmöglich absichern kann, korrekte Informationen zu erhalten. Ein wichtiger Punkt dabei ist der Quellen-Check. Zuverlässig sind amtliche Warnungen, die vorrangig über Sirenenwarnung, Cell Broadcast, öffentlich-rechtliche Medien, Lautsprecherdurchsagen oder über digitale Informationstafeln, beispielsweise auf Bahnhöfen, erfolgen. Die Broschüre wendet sich aber auch an die Schwächeren der Gesellschaft. So hält sie gezielte Hinweise für Menschen mit Beeinträchtigungen parat, gibt Eltern Hilfestellungen darin, wie sie ihre Kinder in das Thema einführen können und informiert über Stellen, die bei nicht mehr zu bewältigenden Zukunftsängsten und Sorgen zur Seite stehen. Darunter die Telefonseelsorge , erreichbar unter anderem unter 0800-111 01 11.