Schwere Beine hat wohl jeder schon einmal erlebt. Sei es vom Sport, längerem Sitzen oder aufgrund einer Erkrankungen. Was viele dabei nicht berücksichtigen, dass dabei auch Blutgerinnsel auftreten können. Wie sich so etwas vermeiden lässt, hat luckx – das magazin recherchiert.
Thrombose
Eine Thrombose kann jeden betreffen: Ob auf langen Reisen, nach einer Operation oder durch langes Sitzen. Welche Symptome auf eine Thrombose hindeuten können, welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind und wie effektiver Gefäßschutz funktioniert, kann jeder im Alltag anwenden.
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß, meist in den tiefen Beinvenen. Dort behindert oder blockiert es den Blutfluss. Eine Thrombose wird in ihrer Gefährlichkeit oft unterschätzt. Denn so ein Pfropf kann die Gefäße schädigen oder, wenn er sich löst und im Körper nach oben wandert, sogar eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen.
Dabei ist es immer wieder das gleiche Problem wie bei fast allen Erkrankungen. Denn zu den Risikofaktoren zählen Bewegungsmangel, zum Beispiel auch nach einer Operation, höheres Alter, Übergewicht, Rauchen, erbliche Gerinnungsstörungen oder auch Hormontherapien wie zum Beispiel auch die Pille. Nach der sogenannten Virchow-Trias gibt es drei Hauptfaktoren, die eine Thrombose begünstigen: Schädigungen oder Veränderungen an der Gefäßwand, verlangsamter Blutfluss, zum Beispiel durch langes Sitzen oder Liegen, sowie eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes. Ganz besonders ist zu beachten, dass derjenige, der schon einmal eine Thrombose hatte, besonders gefährdet ist, ein weiteres Mal daran zu erkranken.
Warnsignale
Viele Betroffene nehmen die Symptome einer Thrombose zunächst nicht ernst oder können sie nicht einordnen. Anzeichen einer Thrombose sind typischerweise Schwellungen, rot-violette Hautverfärbung oder ein Spannungsgefühl in der Wade. Das betroffene Bein fühlt sich häufig wärmer an als das andere, es können auch bläuliche Hautverfärbungen oder Druckempfindlichkeit sowie Schmerzen beim Gehen auftreten. In solchen Fällen sollte umgeht ein Arzt aufgesucht werden. Dabei gilt, je früher eine Thrombose erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.
Der beste Schutz vor Thrombosen ist körperliche Aktivität. Das müssen nicht gleich schweißtreibende Übungen sein. Kleine Übungen für zwischendurch machen schon einen Unterschied. Das kann sowohl am Schreibtisch erfolgen zum Beispiel durch Fußwippen, Zehenkreisen oder das Anspannen der Wadenmuskulatur. Wer lange sitzt sollte immer mal wieder aufstehen und sich die Beine vertreten. Auch die richtige Trinkmenge ist wichtig. Denn Wasser verbessert den Blutfluss. Mindestens 1,5 bis zwei Liter am Tag sind zu empfehlen. Kompressionsstrümpfe können eine sinnvolle Ergänzung sein, beispielsweise wenn jemand nach einer Operation noch nicht wieder so mobil ist oder während einer langen Flugreise. Thrombosestrümpfe unterstützen die Venen dabei, das Blut zurück zum Herz zu transportieren und können so verhindern, dass es sich in den Beinen staut. Wer nun denkt, diese „Oma-Strümpfe“ sind nur etwas für Älter, liegt leider völlig daneben. Sie sind ein wichtiger Schutzmechanismus für die Gefäße.
Lungenembolie
Die Lungenembolie ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation einer Thrombose. Ihr Schweregrad reicht von milden, kreislaufstabilen Verläufen, die manchmal auch chronisch sein können, bis hin zu gefährlichen Akutsituationen mit Schock und Kreislaufversagen. Blutgerinnsel können durch eine oder mehrerer Lungenarterien in der Lunge angeschwemmt werden, wo sie dann Blutgefäße blockieren und die Sauerstoffaufnahme verhindern. Plötzliche Atemnot ist das häufigste Warnsignal. Viele Betroffene berichten auch von stechenden Brustschmerzen, die sich beim Atmen verschärfen. Wenn so etwas auftritt, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Denn nun zählt jede Minute.