Wer kennt das nicht: Um der Welt zu entfliehen, suchen wir uns einen ruhigen Ort zur Entspannung. Das kann die Hütte in den Bergen oder einen Ferienhaus an der See sein. Etwas ganz Ausgefallenes ist sicherlich ein Baumhaus, wie luckx – das magazin meint.
Rückzug als Reisebedürfnis
Ruhige Rückzugsorte gewinnen im Tourismus an Bedeutung. Warum nicht einmal hoch hinaus. Doch stand in die Berge, geht es ins Baumhaus. So hat sich ein Baumhaushotel zu einer Nische und sozusagen zur eigenständigen Unterkunftsform entwickelt. So kann mit eine bewussten Reduktion der Ausstattung zu einem ganz neuen Reiseverständnis führen. Reisen erfüllt für viele Menschen heute eine andere Funktion als noch vor einigen Jahren. Nicht, weil sich die Welt grundlegend verändert hätte, sondern weil der Alltag sich verdichtet hat. Arbeitsverdichtung, ständige Erreichbarkeit und hohes Grundtempo prägen den Alltag viele Menschen. Urlaub wird deshalb zunehmend als bewusste Unterbrechung dieses Modus verstanden – weniger als Abfolge von Aktivitäten, mehr als Zeit für Ruhe und Entlastung. Diese Verschiebung zeigt sich besonders deutlich bei kleineren, unabhängigen Unterkünften. Gefragt sind Orte, die Abstand ermöglichen – räumlich wie mental. Qualität und Komfort bleiben wichtig, treten jedoch hinter Atmosphäre, Klarheit und Übersicht zurück. Natur wirkt dabei weniger als Erlebnisraum, sondern als ruhiger Rahmen. Gestaltung, Lage und Ruhe gewinnen an Gewicht, während Programme und Animation an Bedeutung verlieren.
Weder Isolation, noch Verzicht, kein Kloster
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Rückzugsorte mit Isolation oder Verzicht gleichzusetzen. Tatsächlich geht es nicht um Abkehr, sondern um bewusste Reduktion. Viele Reisende schätzen es, tagsüber aktiv zu sein – etwa in Städten oder bei Ausflügen – und abends an einen Ort zurückzukehren, der Ruhe ermöglicht. Der Rückzug beginnt dabei nicht geografisch, sondern mental. Hochwertig ausgestattete Baumhaushotels lassen sich vor diesem Hintergrund als Ausdruck dieses veränderten Reiseverständnisses lesen. Sie stehen nicht für Abenteuer oder Einfachheit, sondern für Abstand, Übersicht und eine bewusste Gestaltung von Zeit – oft für bewusst erlebte Zweisamkeit. Ihre Bauweise, die begrenzte Anzahl an Einheiten und ihre oftmals besondere Lage ermöglichen eine klare Trennung zwischen Außenwelt und persönlicher Erholungsphase. So geht es für viele Menschen nicht darum, etwas zu erleben, sondern um für eine Zeit aus dem Alltagsmodus auszusteigen. Baumhaushotels können damit für eine Form des Reisens stehen, die nicht lauter werden will, sondern eher leiser.