Schönes Grundstück

Es sieht nach einer günstigen Gelegenheit aus: Gute Lage, guter Preis. Doch der erste Eindruck darf nicht trügen. Ein günstiges Grundstück kann zur Kostenfalle werden. Was beim Grundstückskauf zu beachten ist, hat luckx – das magazin recherchiert.

Bauland

Wer ein Grundstück kaufen will, schaut zuerst auf den Quadratmeterpreis. So gibt es außerhalb der Stadtgrenzen Bauland für unter 100 Euro pro Quadratmeter. Dagegen werden in der Innenstadt mehrere hundert Euro aufgerufen. Doch der Kaufpreis ist immer nur ein Teil. Denn für fast jedes Grundstück fallen Erschließungskosten an. Das sind Gebühren für den Anschluss an Straße, Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Internet. Diese können zwischen 10.000 und 25.000 Euro liegen. Dabei hat die Gemeinde die Möglichkeit, bis zu 90 Prozent davon auf die Eigentümer umzulegen. So können für ein typisches Baugrundstück folgende Kosten anfallen: Wasser und Abwasser schlagen mit rund 5.000 Euro zu Buche. Strom kostet etwa 3.000 Euro, Gas 2.500 Euro. Für Telefon und Internet fallen rund 1.000 Euro an. Die Straßenerschließung macht mit 6.500 Euro den größten Posten aus. In der Summe: 18.000 Euro. Bei Grundstücken in einfachen Lagen oder bereits teilweise erschlossenen Flächen beginnen die Kosten bei etwa 7.000 Euro. In städtischen Gebieten mit aufwendiger Infrastruktur können sie sie auch 25.000 Euro übersteigen.

Risiko sind Altschulden

Was viele nicht wissen: Wer ein Grundstück kauft, übernimmt auch offene Erschließungsbeiträge. Die Rechnung kann Jahre später kommen – wenn die Gemeinde eine Straße erst nachträglich abrechnet. Deshalb sollten sich Käufer vor dem Kauf schriftlich bestätigen lassen, ob alle Erschließungskosten bereits vollständig abgerechnet wurden. Das gilt für Straßenbau, Abwasser, Gas, Strom, Wasser und Internet. Ein Blick ins Bodenrichtwertverzeichnis klärt auf: Steht dort „erschließungsbeitragspflichtig“, sollten Käufer bei der Gemeinde nachhaken.

Die gute Nachricht: Erschließungskosten können nach vier Jahren verjähren. Spätestens 20 Jahre nach Eintritt der sogenannten Vorteilslage darf keine Gemeinde mehr Beiträge erheben. Wer ein sehr altes Grundstück kauft, kann also unter Umständen aufatmen.

Erschlossene Grundstücke können im Schnitt 30 Prozent mehr kosten als teilerschlossene. Wer ein günstiges Angebot findet, sollte genau prüfen, welche Kosten noch auf dem Ersteher zukommen können. Ein unabhängiger Sachverständiger kann die Erschließungssituation im Rahmen einer Kaufberatung prüfen.