Viele Mitmenschen nutzen aus bestimmten Gründen eine Haushaltshilfe. So manchen Pflegebedürftigen reicht es aber nicht aus, nur für wenige Handgriffe Unterstützung zu bekommen. So ziehen Haushaltshilfe direkt in die Wohnung ein. Doch bevor das geschieht, müssen einige Dinge beachtet werden, meint luckx – das magazin.
Was zu beachten ist
Meist sind es ausländische Betreuungskräfte, die sich um die Pflegebedürftigen kümmern. Doch bevor diese Pflegekräfte beschäftigt werden und dann sogar in die Wohnung einziehen, sind viele Dinge zu beachten und zu organisieren. Viele Aspekte spielen bei eine entscheidende Rolle. Das beginnt mit der Pflegebedürftigkeit. Die Art der Pflegebedürftigkeit ist entscheidend dafür, ob eine Betreuung zu Hause zu leisten ist. Dieses Modell eignet sich oft dann besonders, wenn die zu pflegende Person körperlich nicht allzu sehr eingeschränkt ist, aber zum Beispiel wegen einer beginnenden Demenz ein höheres Maß an Betreuung benötigt. Eine weit vorangeschrittene Demenz hingegen, bei der Betroffene dazu neigen, wegzulaufen oder auch aggressiv zu werden, ist meist ein Grund, eine Betreuung zu Hause aufzugeben. Das kann auch eine geduldige polnische Betreuungskraft nicht mehr stemmen.
Wohnsituation
Wer eine Haushaltshilfe bei sich im Haushalt beschäftigt, muss ihr natürlich adäquaten Raum zum Wohnen bieten können. Sie benötigt ein eigenes, abschließbares Zimmer, denn es steht ihr Privatsphäre zu. Ein Internetanschluss ist heutzutage auch Standard, auch ein Fernseher ist sicher willkommen.
Gemeinschaft
So schön es ist, dass jemand im Haushalt wohnt, der anpackt – man muss das auch aushalten können. Die pflegebedürftige Person und die Haushaltshilfe leben in einer Wohngemeinschaft zusammen, gerade für ältere Menschen ist das ungewohnt und eine Herausforderung. Auch wenn Angehörigen das Modell sinnvoll finden, nicht immer sind auch die Pflegebedürftigen damit einverstanden. Das muss unbedingt vorab geklärt werden.
Kommunikation
Es ist wichtig, von Anfang an eine gute Kommunikation zu kultivieren. Beide Seiten – Betreuungskraft und die pflegebedürftige Person – müssen herausfinden, wie sie am besten miteinander zurechtkommen. Es kann Sprachbarrieren geben. Viele Helferinnen sprechen etwas Deutsch, aber oft sind die Kenntnisse nur rudimentär. Eine Videokonferenz mit der Betreuungskraft im Vorfeld zu führen, ist empfehlenswert, um zu sehen, ob die Deutschkenntnisse ausreichend sind. Übrigens: Die Haushaltshilfe sollte Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren. Das klingt überflüssig zu erwähnen, in der Praxis zeigt sich aber, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Haushalte, die eine Betreuungskraft beschäftigen, müssen sich im Klaren sein, dass sie eine Fürsorgepflicht haben. Die Helferin soll mit Freude und Motivation an die Arbeit gehen und nicht wie ein Dienstmädchen im vorigen Jahrhundert behandelt werden.
Vertretung
Wird im Pflegeheim Pflegepersonal krank, dann springt eine Vertretung ein. Bei der Pflege zu Hause ist das nicht automatisch der Fall. Je nachdem, für welches Beschäftigungsmodell entscheiden wird, kann nicht unbedingt immer eine Vertretung gewährleistet werden, wenn die Helferin krank wird. Für diese Situation sollten Vorbereitungen getroffen werden. Das gleiche gilt, wenn die Betreuungskraft nach Hause fährt, um ihre eigene Familie zu besuchen. Auch dann ist nicht automatisch Ersatz vorhanden.
Tandem-Modell
Die meisten osteuropäischen Betreuungskräfte sind zwischen 20 und 60 Jahre alt und haben in ihrem Heimatland Familie. Manche fahren deshalb alle zwei bis drei Monate nach Hause, um ihre Familie zu besuchen. Manchmal teilen sich auch zwei Helferinnen im Tandem-Modell eine Stelle. Dann wechseln sie sich alle zwei bis drei Monate mit der Betreuung ab.
Kosten
Eine günstige Alternative zur Pflege im Heim ist es nicht. Tatsächlich erfolgt die Haushaltshilfe aus eigener Tasche. Von der Pflegekasse wird lediglich das Pflegegeld gezahlt, das es für die Pflege durch Angehörige gibt. Zu bedenken ist, dass zusätzlich zu den Kosten für die Haushaltshilfe auch weiter die Wohn- und Lebenshaltungskosten der pflegebedürftigen Person zu finanzieren sind.
Das sind die Vor- und Nachteile
Bei der Überlegung, ob eine osteuropäische Hilfskraft die bessere Lösung ist, als ein Umzug ins Heim, sollte man sich grundsätzlich fragen, ob die Pflege zu Hause umgesetzt oder fortgeführt werden kann. Sind die Angehörigen bereit, selbst Teil des Netzwerks zu sein, dass die Betreuung gewährleistet? Denn ohne Angehörige und ohne weitere Unterstützung wird die Pflege zu Hause nicht möglich sein. Ansonsten liegen die Vorteile der Pflege zu Hause mit Unterstützung einer ausländischen Betreuungskraft auf der Hand:
Die Versorgung ist individuell und persönlich.
Eine freie Tagesgestaltung inklusive freigewählter Essenszeiten ist möglich.
Die zu pflegende Person kann trotz Einschränkungen im gewohnten Umfeld bleiben.
Umgekehrt bietet auch ein Pflegeheim Vorteile:
Versorgung ist gewährleistet, auch wenn Angehörige sich nicht kümmern können und die Wohnsituation es nicht zulässt, dass eine weitere Person im Haushalt lebt.
Großer beziehungsweise wachsender Pflegebedarf wird jederzeit abgedeckt.
Mehr Geselligkeit
24-Stunden-Pflege möglich.