Urlaubsreise in Gefahr?

Der Osterurlaub ist vorbei. Wer im Ausland mit dem eignen Auto verreist war, spürte es in der Geldbörse oder auf dem Kreditkartenauszug. Die Reisekosten sind explodiert. Zurück in deutschen Landen werden dann noch einmal beim Tanken die Augen gerieben. Wie wird der nächste Urlaub finanziert werden können, fragt sich nicht nur luckx – das magazin?

Auto ist das Verkehrsreisemittel

Die Ölkonzerne machen es uns seit Jahren vor. Denn sie kennen genau die Ferientermine. Immer zu den Oster-, Sommer-, Herbst- und Winterferien wird an der Preisschraube gedreht. Und diese funktioniert wie eine Daumenschraube. So wissen sie genau, dass das Auto das beliebteste Verkehrsmittel für Urlaubsreisen der Deutschen ist. Bei Inlandsreisen liegt der Anteil des Pkw als Verkehrsmittel bei rund 72 Prozent; manche Regionen lassen sich aufgrund schlechter ÖPNV-Anbindung nur mit dem Pkw erreichen. Da sind es dann 95 Prozent. Insgesamt nutzen ca. 60 Prozent der Urlauber das Auto für ihre Reisen, wobei besonders Familien mit Kindern das Auto bevorzugen. Das ist auch verständlich. Und der Trend zum Auto-Urlaub, besonders innerhalb Deutschlands, ist seit Jahren stabil hoch. So ist auch in der Zukunft nicht damit zu rechnen, dass sich hier etwas dramatisch ändert. Denn das würde den deutschen Tourismus ins Mark treffen. Der teure, schlechte und mangelhaft ausgebaute ÖPNV lässt abermals grüßen.

Hohe Tankkosten im Osterurlaub

Der Osterurlaub war für viele wegen der hohen Spritpreise dieses Jahr deutlich teurer als in der Vergangenheit. Dies zeigt vor dem Hintergrund des Irankriegs und der stümperhaften US-amerikanischen Politik, wie abhängig wir von fossilen Energieträgern sind. Das neue Spritpreis-Paket der Koalition verspricht keine kurzfristige Dämpfung. Auch langfristig werden die Kraftstoffpreise auf hohem Niveau dank deutscher Abgaben- und Steuerpolitik verharren. Auch ein Ausbau von erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Energieeinsparung werden dies nicht verändern. Denn 360 Millionen PKW in der EU, davon rund 46 Millionen in Deutschland, lassen sich erst in 20 bis 25 Jahren durch mit nachhaltig erzeugter Energie betreiben. Wiederkehrende Krisen lassen sich somit nicht vermeiden. Das ist kein Horrorszenario, das wir von luckx – das magazin verbreiten, sondern leider gelebte Realität. Besonders private Haushalte werden weiterhin unter steigenden Preisen leiden. Schon in der Energiekrise vor vier Jahren sollten die Bürger zum Waschlappen greifen, um Energie zu sparen. Wie das jetzt während der Urlaubsreise soll, bleibt fraglich.

Energieverbrauch

Klar ist, die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs ist aktiver Klimaschutz. Außerdem geht es bei den politischen Entscheidungen auch um die Versorgungssicherheit. Da hilft es leider wenig, wenn die Bahn mal eben 60 Prozent an Pünktlichkeit erreicht. Darüber hinaus ist sie zu teuer und die Verbindungen sind eher suboptimal. Da geht dann schnell der einzige Anschlusszug (oder Bus) eben verloren.

Aktuell entfällt fast ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland auf den Verkehrssektor. Dort machen Benzin und Diesel immer noch fast 98 Prozent aus. Wir sich da etwas kurzfristig änder soll, bleibt den unbedarften Betrachter leider verborgen. Doch wie lässt sich der Kraftstoffverbrauch reduzieren? Das ist die große Frage, die sich fast alle Autofahrer schon gestellt haben. Der Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) frischte dazu einmal mögliche Einsparungslösungen auf und zeigt auf, wie sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu 30 Prozent senken lässt. Dazu gehören langsam fahren, vorausschauend rollen, Kurzstrecken und Verschleiß vermeiden, kein Ballast im Auto mitnehmen, Luftdruck und Reifen mit geringem Rollwiderstand nutzen, früh schalten, niedertourig fahren, Stromfresser ausschalten und Motor im Stillstand ausschalten. Das sind alles Dinge, die die meisten Autofahrer schon seit Jahren handhaben. Denn die aktuelle Energiekrise ist nicht die erste. Und die nächste kommt bestimmt. Es sind wohl eher „Waschlappenempfehlung“ aus dem Autoland Deutschlands. Der Umstieg auf E-Fahrzeuge wird uns dabei auch nicht retten.