Weingenießer wissen, worauf es beim Wein ankommt. Es zählt die Lage. Doch was passiert, wenn die Lage stimmt, aber die Reben von Schädlingen oder Pilzen befallen werden. Besonders der Klimawandel setzt den Reben zu, wie luckx – das magazin recherchierte.
Pflanzenschutz
Der Klimawandel setzt auch den Reben zu. Deshalb müssen sich Weinbauern auf die veränderten Bedingungen einstellen. Dafür müssen sie sich mit Neuzüchtungen versorgen, die für den Klimawandel gewappnet sind. Nun gibt es Neuzüchtungen, die darüber hinaus weniger Pflanzenschutz brauchen, weil sie u.a. gegen Pilzerkrankungen resistent sind. So gelten sie als besonders klimafreundlich: Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, kurz Piwis, sind Neuzüchtungen, die die Umwelt schonen sollen und gewappnet sind für den Klimawandel. In Deutschland werden sie immer häufiger angebaut, zuletzt ist ihre Fläche auf 4000 Hektar angewachsen. Das berichtet das Deutsche Weininstitut (DWI). Demnach legten die neuen Sorten 2025 gegenüber dem Vorjahr im Anbau um zehn Prozent zu. Piwis haben damit einen Anteil von etwa vier Prozent am deutschen Weinbau. Die gesamte Rebfläche in Deutschland beläuft sich auf 102.000 Hektar.
Souvignier Gris und Cabernet Blanc vorne
Die weisse Piwi-Sorte Souvignier Gris verzeichnete 2025 sogar den höchsten Flächenzuwachs (+170 ha) von allen Rebsorten, und das im zweiten Jahr in Folge. Mit 766 Hektar ist sie damit mit Abstand Deutschlands wichtigste Piwi-Sorte, gefolgt von Cabernet Blanc mit 356 ha. Unter den konventionellen Weissweinsorten konnten im vergangenen Jahr nur Chardonnay (+102 ha) und Sauvignon Blanc (+40 ha) in nennenswertem Umfang an Fläche zulegen.
Auch bei den roten Rebsorten nahm der Anbau von Merlot um 18 Hektar auf nunmehr 981 Hektar zu. Das ist zwar nur ein sehr kleines Plus, dennoch eine Entwicklung gegen den Trend, in dem rote Sorten generell abnehmen, aufgrund stetig sinkender Nachfrage bei den Verbrauchern nach Rotwein. Ausser Merlot konnten unter den roten Sorten nur noch drei Piwis dezent zulegen, nämlich Satin Noir (+ 10 ha), Cabernet Cortis (+ 8 ha) sowie Pinotin (+6 ha).
Rebfläche schrumpft
Wie das DWI zudem auf Basis der Rebflächenstatistik von Destatis mitteilt, ging die bundesdeutsche Gesamtrebfläche im vergangenen Jahr um ein Prozent auf rund 102.000 Hektar zurück. Diese Anbaufläche entspricht dem Niveau des Jahres 2007. Seinen Höchststand hatte die deutsche Rebfläche im Jahr 1994 mit 106.000 Hektar. Den Flächenrückgang betraf die roten Sorten mit einem Minus von 791 Hektar etwas stärker als Weisswein, der um 539 Hektar zurückging. Damit ist die deutsche Rebfläche aktuell mit 70 Prozent Weisswein bepflanzt.
Innerhalb der Anbaugebiete nahm die Rebfläche in Württemberg (-485 Hektar) und Baden (-312 ha) am stärksten ab. Größere Flächenrückgänge verzeichnete zudem die Mosel (-158 ha) und die Pfalz (-147 ha). Nur in Saale-Unstrut wuchs die Rebfläche, und zwar um 10 auf 868 Hektar.