Auch mit dem Auto sollte ein Urlaubsreise eigentlich entspannt sein. Doch wie es im Leben so ist, ändert sich auch das leider nur selten. Staus, technische Defekte und was es sonst noch so gibt, bleiben auch im Urlaub erhalten, wie luckx – das magazin aus eigener Erfahrung weiß und setzt den ersten Teil fort.
Alles steht – was nun?
Kommt der Verkehr vollständig zum Stillstand, sollte der Motor bei längeren Wartezeiten ausgeschaltet werden. Das spart Kraftstoff und reduziert Abgase. Rollt der Verkehr dagegen immer wieder an, ist häufiges Aus- und Einschalten wenig sinnvoll; moderne Fahrzeuge übernehmen dies automatisch über die Start-Stopp-Funktion. Technisch einwandfreie Fahrzeuge überhitzen im Stau normalerweise nicht, sondern sind für Stop-and-go-Verkehr ausgelegt. Kritisch kann es bei Fahrzeugen werden, deren Kühlsystem bereits Vorschäden oder Wartungsmängel aufweist. Gerade bei älteren Fahrzeugen sollten deshalb vor der Urlaubsfahrt Kühlmittelstand und Kühlsystem überprüft werden.
An heißen Tagen sollte der Innenraum vor Fahrtbeginn gut durchgelüftet werden. Die Klimaanlage sollte während der Fahrt moderat eingestellt sein. Ein Temperaturunterschied von fünf bis sieben Grad zur Außentemperatur schont den Kreislauf und spart Energie. Der Umluftbetrieb sollte nur zeitweise genutzt werden, da sich sonst die Luftqualität im Innenraum verschlechtert und die Scheiben beschlagen können. Gerade bei sommerlichen Temperaturen wirkt es bei längeren Staus verlockend, das Fahrzeug zu verlassen, um sich die Beine zu vertreten oder damit der Hund sich erleichtern kann. Auf Autobahnen kann das jedoch lebensgefährlich sein. Deshalb sollte auch bei längeren Staus Insassen das Fahrzeug nicht verlassen. Denn der Verkehr kann jederzeit wieder anrollen, zudem benötigen Rettungsfahrzeuge freie Zufahrt zur Unfallstelle.
Sicherheit der Insassen hat oberste Priorität
Kommt es zu einer Panne, sollte zunächst die Warnblinkanlage eingeschaltet und das Fahrzeug möglichst weit rechts oder auf dem Standstreifen angehalten werden. Anschließend sollten alle Insassen Warnwesten anziehen, das Fahrzeug möglichst über die rechte Seite verlassen und sich unverzüglich hinter die Leitplanke begeben. Sobald sich die Insassen in Sicherheit befinden, sollte die Pannenstelle, soweit dies ohne Eigengefährdung möglich ist, abgesichert werden. Bei Verletzten, Feuer oder unmittelbarer Gefahr muss unverzüglich der Notruf 112 abgesetzt werden. Besonders auf Autobahnen geht die größte Gefahr vom fließenden Verkehr aus. Deshalb müssen sich alle Insassen so schnell wie möglich hinter die Leitplanke in Sicherheit bringen. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Kinder und Hunde. Kinder und Tiere dürfen auch bei kurzen Stopps niemals allein im geschlossenen Fahrzeug zurückbleiben. Darüber hinaus dürfen Kinder nicht unbeaufsichtigt im Gefahrenbereich bleiben und sollten niemals zwischen Fahrzeug und Leitplanke warten. Eltern können sich zusätzlich vorbereiten, indem sie mit ihren Kindern vor der Reise einfache Verhaltensregeln besprechen: nur auf Anweisung aussteigen, immer auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen, an der Hand bleiben und hinter der Leitplanke warten. Hunde sollten noch im Fahrzeug angeleint werden, bevor Türen oder Heckklappe geöffnet werden. Stresssituationen können dazu führen, dass Tiere andernfalls unkontrolliert auf die Fahrbahn laufen oder Helfende behindern.
Unfall
Wer an einer Unfallstelle eintrifft und Hilfe leisten will, sollte immer zuerst auf die eigene Sicherheit achten. Das Fahrzeug möglichst mit 50 bis 100 Metern Abstand zur Unfallstelle an einer geeigneten Stelle anhalten, Warnblinkanlage einschalten und eine Warnweste anziehen, bevor das Fahrzeug verlassen wird. Alle Mitfahrenden sollten das Fahrzeug auf der verkehrsabgewandten Seite verlassen und sich hinter der Leitplanke oder an einem anderen sicheren Ort aufhalten. Anschließend sollte die Unfallstelle abgesichert und das Warndreieck aufgestellt werden. Als Orientierung gelten auf Landstraßen etwa 100 Meter und auf Autobahnen, abhängig von Sicht, Straßenverlauf und Geschwindigkeit, etwa 150 bis 200 Meter. Vor Kurven und Kuppen muss das Warndreieck so weit entfernt aufgestellt werden, dass die Gefahrenstelle rechtzeitig erkennbar ist.
Wenn die Unfallstelle gesichert ist, sollte der Notruf abgesetzt werden. Die Notrufnummer 112 funktioniert in allen EU-Ländern sowie in der Schweiz und Großbritannien in jedem Festnetz- und Mobilfunknetz und ist kostenfrei. Wichtig hierbei sind möglichst genaue Angaben zum Unfallort, zur Anzahl der Verletzten, zu offensichtlichen Verletzungen sowie zu besonderen Gefahren, etwa brennenden Fahrzeugen oder auslaufenden Betriebsstoffen. Um den Standort genau angeben zu können, sind folgende Informationen erforderlich: Fahrtrichtung, Autobahnnummer, die letzte Anschlussstelle und – wenn möglich – die Kilometerangabe. Der Standort lässt sich über die Kartenfunktion des Mobiltelefons oder eine Notruf-App genau bestimmen. Der Anrufer sollte erst auflegen, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet hat.
Bei einer Panne oder einem Unfall im Tunnel gelten besondere Regeln: Warnblinkanlage einschalten, das Fahrzeug möglichst in einer Pannenbucht oder weit rechts abstellen, Motor ausschalten und den Schlüssel im Fahrzeug lassen. Insassen sollten Warnwesten anziehen und den Tunnel über gekennzeichnete Fluchtwege verlassen. Der Notruf sollte möglichst über die Notrufeinrichtungen des Tunnels abgesetzt werden, weil dadurch der genaue Standort unmittelbar übermittelt wird.
Erste Hilfe
Niemand muss sich bei der Hilfeleistung selbst in erhebliche Gefahr bringen. Im Rahmen des Zumutbaren besteht jedoch die Pflicht, Hilfe zu leisten – mindestens durch das Absichern der Gefahrenstelle, das Absetzen des Notrufs und das Herbeiholen weiterer Unterstützung. Dabei gilt: Ruhe bewahren, sich einen Überblick über die Situation verschaffen und nur Maßnahmen ergreifen, die sicher durchgeführt werden können. Auf Autobahnen oder stark befahrenen Straßen ist besondere Vorsicht geboten: Helfende sollten die Fahrbahn nur betreten und nur dann in den Gefahrenbereich gehen, wenn dies zur Rettung von Menschen unbedingt erforderlich und sicher möglich ist.
Familien stehen als Ersthelfende vor besonderen Herausforderungen. Eltern tragen auch in einer Notsituation die Verantwortung für ihre Kinder. Sie dürfen an Autobahnen oder stark befahrenen Straßen nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben. Ist eine zweite erwachsene Person dabei, sollte sie die Betreuung übernehmen und die Kinder hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Ist eine Person allein mit Kindern unterwegs, sollten andere Anwesende gezielt um Unterstützung gebeten oder die Einsatzkräfte über den Notruf auf die Situation hingewiesen werden. Vor längeren Urlaubsreisen lohnt es sich, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen – vor allem, wenn der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon einige Jahre zurückliegt. Besonders wichtig ist es, einen Atemstillstand zu erkennen sowie die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage und das Stillen starker Blutungen sicher zu beherrschen.