Wir haben schon alle von den unsäglichen Entwicklungshilfeprojekten gehört und gelesen. Das prägendste Beispiel ist wohl der Radweg in Peru, der vom deutschen Ministerium gefördert wurde. Doch wir Deutschen leisten täglich Entwicklungshilfe, ohne das diese so gesehen wird, meint luckx – das magazin.
Reisen bildet – und hilft
Wenn wir Deutsche verreisen, so geben wir dafür immer wieder Geld aus. Zwar werden wir aktuell durch die Ölkonzerne abgezockt. Doch wenn wir in unserem Reiseziel übernachten und die örtliche Gastronomie besuchen, lassen wir sehr viel Geld in der Region. Das gilt nicht nur für Deutschland. Auch im europäischen Ausland als auch darüber hinaus bleiben viele Reisende nicht im Hotel, sondern erkunden die Gegend durch gemietete Autos und besuchen Sehenswürdigkeiten und Essen vor Ort. Diese Ausgaben werden sofort als Löhne und Gehälter sowie in der regionalen Wirtschaft wirksam. Eine Datenanalyse von den ersten Sommermonaten 2026 zeigte, welche Reiseziele am stärksten von Gästen aus Deutschland profitieren.
Kreditkartennutzung
Weltweit werden Bezahlkarten immer häufiger eingesetzt. So zeigte eine Datenanalyse der Restaurants in Österreich im Juni und Juli 2026, dass fast die Hälfte des Umsatzes auf internationale Gäste zurückzuführen ist. Deutsche Touristen liegen hier mit 12,4 Prozent an der Spitze – das entspricht rund einem Viertel der gesamten touristischen Ausgaben. Grundlage der Untersuchung sind anonymisierte Vor-Ort-Zahlungen in Restaurants und Hotels aus den Zeiträumen Juni bis Juli 2026 sowie Januar bis Februar 2026. Die Analyse vergleicht, welchen Anteil Zahlungsmittel verschiedener Herkunftsländer (Land der Kartenausstellung) an den Umsätzen in beliebten Reisezielen wie beispielsweise Italien, Spanien, Dänemark, Polen und Österreich ausmachen.
Gemessen am Restaurantumsatz gehören deutsche Gäste im Sommer in einem Großteil der untersuchten Länder zu den ausgabestärksten internationalen Gästegruppen. Besonders deutlich zeigt sich das in den deutschen Nachbarländern Österreich und den Niederlanden, wo Deutschland hinter der lokalen Bevölkerung jeweils den ersten Platz belegt. In Österreich entfallen 12,4 Prozent des gesamten Restaurantumsatzes auf deutsche Gäste – das entspricht einem Viertel (25 Prozent) des gesamten ausländischen Umsatzes. In den Niederlanden sind es 4,4 Prozent des Gesamtumsatzes bzw. 24,6 Prozent des ausländischen Umsatzes.
Platz zwei unter den ausländischen Gästegruppen erreichen Gäste aus Deutschland sowohl in Dänemark als auch in Italien. In Dänemark entfallen im Sommer 5,9 Prozent des Restaurantumsatzes auf Karten aus Deutschland. In Italien sind 3,2 Prozent des Restaurantumsatzes auf deutsche Touristen zurückzuführen – hier hat sich der Anteil im Vergleich zum Winter verdreifacht. In Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich belegen deutsche Gäste jeweils den dritten Platz unter den Gästegruppen aus dem Ausland.
Europas Hotellerie profitiert von deutschen Touristen
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Hotellerie: Dort entfallen in Österreich 29,1 Prozent des Hotelumsatzes im Sommer auf deutsche Gäste – damit liegt der Umsatzanteil sogar über dem der österreichischen Gäste (21,8 Prozent). In Italien, den Niederlanden und Polen liegt Deutschland jeweils auf Platz zwei der umsatzstärksten Herkunftsländer. In den Niederlanden und Polen entfällt mit 9,7 bzw. 9,4 Prozent jeweils rund ein Zehntel des Hotelumsatzes auf deutsche Gäste, während der Anteil in Italien bei 7,2 Prozent liegt. Mit einem Anteil von 7,3 Prozent am Hotelumsatz im Sommer belegen deutsche Gäste in Spanien Platz drei unter den internationalen Gästegruppen. Höhere Anteile entfallen lediglich auf Gäste aus dem Vereinigten Königreich (15,3 Prozent) und den USA (13,9 Prozent).
Bei den Hotelausgaben zeigen sich je nach Reiseziel unterschiedliche saisonale Muster. Während der Anteil deutscher Karten an den Hotelumsätzen in den Niederlanden und Polen im Sommer über dem Niveau von Januar und Februar liegt, sind die Umsatzanteile der deutschen Reisenden in Spanien, Portugal und Italien im Winter sogar höher als in den Sommermonaten. Während sich der Gesamtumsatz der Hotelbranche in diesen Ländern im Winter saisonbedingt auf einem niedrigeren Niveau einpendelt, lassen die Ausgaben deutscher Gäste weniger stark nach als der allgemeine Markt. Der Tourismus aus Deutschland erweist sich somit im Winter als überdurchschnittlich robust, was zu einem entsprechend höheren relativen Umsatzanteil führt.
Saisonale Unterschiede
Während der Anteil deutscher Kartenumsätze in Spanien im Juni und Juli bei 7,3 Prozent liegt, sind es im Januar und Februar sogar 9,7 Prozent. In Portugal liegt der Anteil bei 4,1 Prozent im Sommer und ganzen 7,3 Prozent im Winter und in Italien bei 7,2 Prozent im Sommer und 8,5 Prozent im Winter. Österreich nimmt eine Sonderrolle ein: Mit 29,1 Prozent im Sommer und 27,1 Prozent im Winter tragen deutsche Touristen dort ganzjährig einen erheblichen Anteil zum Hotelumsatz bei. Das unterstreicht die Bedeutung Österreichs sowohl als Sommerreiseziel als auch für den Wintersport.
Über die Analyse
Für die Untersuchung wurden die POS-Umsätze vom 1. Juni bis 31. Juli 2026 sowie vom 1. Januar bis zum 28. Februar nach Ausstellungsland der verwendeten Karte analysiert. Sie umfasst nur vom Kunden initiierte Transaktionen, ausgenommen sind daher wiederkehrende Zahlungen wie z. B. Abo-Zahlungen. Dabei wurden die Kategorien Restaurants sowie Hotels & Motels berücksichtigt und ermittelt, welchen Rang Deutschland gemessen am Umsatzanteil unter den ausländischen Ausstellungsländern der Karten einnimmt. Die Erkenntnisse über die Herkunft und das Verhalten der Käufer werden aus den Ländern der ausstellenden Bank (Issuer Location) der verwendeten Zahlungskarten und der Verwendung lokaler Zahlungsmethoden abgeleitet. Alle Daten spiegeln nur das über die Adyen-Plattform abgewickelte Volumen wider.
Insgesamt umfasst die Analyse elf Länder: Italien, Spanien, Frankreich, die USA, Portugal, Österreich, Dänemark, Schweden, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Polen. Für Hotels und Motels liegen Daten für alle elf Länder vor. Die Restaurant-Auswertung umfasst insgesamt neun Länder – Italien, Spanien, Frankreich, die USA, Österreich, Dänemark, Schweden, Großbritannien und die Niederlande. Für Portugal und Polen liegen im Datensatz ausschließlich Daten zu Hotels & Motels vor.