Viele Bundesbürger haben sich eine persönliche Ausgabensperre auferlegt. Es fehlt ihnen einfach das Geld für große Anschaffungen. So planen 50 Prozent kurzfristig keine höheren Ausgaben wie luckx – das magazin recherchierte.
Hohe Preise und geringe Ersparnisse
In den letzten Jahren sind die Ersparnisse dahingeschmolzen. Bei vielen, aber nicht bei allen. So plant die Hälfte der Deutschen in den kommenden 12 Monaten keine Käufe von hochpreisigen Produkten wie Autos, Möbeln oder Waschmaschinen. Egal ob persönlicher Wunsch oder notwendige Investition, beides liegt derzeit auf Eis. Dafür einen Kredit aufzunehmen, kommt für 76 Prozent der Deutschen nicht in Frage. Die Zurückhaltung drückt einen bewussten, vorsichtigen Umgang mit dem eigenen Budget aus. Das sind Ergebnisse aus der repräsentativen Umfrage. Der erstmals erhobene easyCredit-Kreditindex zeigt diese Sensibilität deutlich: Er liegt bei -27,3 Punkten und damit klar im negativen Bereich. Der Index kann auf einer Skala von -100 (zurückhaltende Kredit- und Investitionsneigung) bis +100 (überdurchschnittliche Investitions- und Finanzierungsbereitschaft) schwanken. Ursache für die geringe Konsumfreude ist die finanzielle Situation der Haushalte. Zu hohe Preise (40 Prozent), zu wenig Ersparnisse (34 Prozent) sowie hohe Energie- oder Lebenshaltungskosten (31 Prozent) bremsen derzeit die meisten Vorhaben aus. Knapp ein Fünftel derjenigen, die geplante größere Anschaffungen wahrscheinlich nicht realisieren, möchte aktuell bewusst sparen.
Älter schauen verstärkt aufs Bankkonto
Die Kaufzurückhaltung nimmt zu, je älter die Befragten sind. Das verdeutlicht auch der Kreditindex: Während junge Erwachsene unter 30 Jahren mit +3,9 Indexpunkten im positiven Bereich liegen, sind die 50- bis 79-Jährigen mit -43,1 Punkten stark im Minus. Konkret wollen 63 Prozent der unter 30-Jährigen in den kommenden 12 Monaten in größere Anschaffungen investieren. In der Generation 50 Plus planen dagegen nur 36 Prozent notwendige Ersatzbeschaffungen oder die Erfüllung ihrer Wünsche. Welche Ausgaben genau auf der Liste stehen, unterscheidet sich ebenfalls je nach Alter. 18- bis 29-Jährige mit Investitionsabsichten entscheiden sich vor allem für Reparaturen, Ersatzanschaffungen und andere notwendige Ausgaben (50 Prozent). An zweiter Stelle stehen bei den Jüngeren Renovierungen, der Kauf eines Autos oder andere wichtige, aber theoretisch aufschiebbare Investitionen (48 Prozent). Die 30- bis 49-Jährigen planen hauptsächlich, in die schönen Seiten des Lebens und ihren Komfort zu investieren: 48 Prozent von ihnen wollen in einen Urlaub oder neue Möbel investieren, nur 38 Prozent in notwendige Anschaffungen und Reparaturen. Die Generation 50 Plus zeigt im Altersvergleich in allen Bereichen die geringste Bereitschaft zu Anschaffungen.
Investitionen
Die Vorsicht der Älteren beruht jedoch seltener auf konkreten Hindernissen als bei den Jüngeren. Etwa ein Viertel der 50- bis 79-Jährigen, die ihre Investitionen voraussichtlich nicht tätigen, hält eigentlich nichts davon ab, Geld auszugeben. Zu hohe Preise sind mit 46 Prozent der Hauptgrund der 18- bis 29-Jährigen gegen Anschaffungen. Bei den 30- bis 49-Jährigen kommen mehrere Gründe zusammen: zu hohe Preise (50 Prozent), zu wenig Ersparnisse (41 Prozent), bewusstes Sparen (27 Prozent) und ein unsicherer Arbeitsplatz (16 Prozent). Auch wenn derzeit weniger größere Anschaffungen geplant sind, könnten einige Entwicklungen dazu führen, dass die Deutschen ihre Sparneigung überdenken. Ein höheres Einkommen (44 Prozent), sinkende Verbraucherpreise (42 Prozent) und attraktive Angebote (39 Prozent) wären konkrete Anreize, die viele Befragte zum Geldausgeben bewegen würden. Steuerliche Entlastungen könnten jede dritte Familie mit Kindern zu mehr Ausgaben veranlassen, bei den Haushalten ohne Kinder reizt dies nur ein Viertel der Befragten.
Die Studie „easyCredit-Kreditindex 2026″ zeigt auf, wie es aktuell um die Investitionsneigung und Kreditaufnahmebereitschaft privater Haushalte in Deutschland bestellt ist. Im Mittelpunkt steht der easyCredit-Kreditindex, der beide Dimensionen zu einem Indikator für die aktuelle Investitions- und Finanzierungsbereitschaft privater Haushalte zusammenfasst. Für die repräsentative Studie befragte das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag der TeamBank AG 1.679 Deutsche im Mai und Juni 2026 online.