Klimaziele

Wie wahrscheinlich es ist, die vereinbarten Klimaziele zu erreichen, wird immer wieder gegensätzlich diskutiert. Dazu gibt es politische Vereinbarungen. Doch diese sind aus dem Blickwinkel geraten, weil es weder um die Verbesserungen der Lebensbedingungen der Bürger geht, sondern darum, welche Partei eigentlich regieren darf, ist der Eindruck in der Redaktion von luckx – das magazin.

Wie wird geheizt

Die Wahl in Sachsen-Anhalt brachte eine eindeutig neonazistische und demokratiefeindliche Partei zum Wahlsieger hervor. Nun wird die Ursache beim Wähler gesucht. Na klar. Der Wähler hat entschieden, ist zwar über „LOS“ gegangen, hat dafür aber keine Belohnung von 5.000,- Dollar erhalten. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Jedenfalls hat der Wähler der Bundes- und den Landesregierungen die Quittung für die bisherige Politik gegeben. Gestiegene Lebensmittelpreise, hohe Energiepreise, ständig steigende Mieten, miserable Gesundheitspolitik, Verbrennerverbot, irrige Rentendiskussion, ungerechte Mietrechtsreform und vieles mehr treffen die Bürger unserer Republik am Eingemachten. Unsicherheit auf allen Ebenen trägt nicht zum entspannten Leben bei. Beschimpfungen, Bevormundungen und nicht gehaltene Versprechen lassen sich die Bürger nur bis zu einem gewissen Grad gefallen. Und bei der dringend erforderlichen Klimapolitik, die alle betrifft, will die Wirtschaftsministerin ihren Kumpels aus der Gasbranche die Kohle zuschieben. Das sind schon amerikanische, besser, Trumpsche Zustände. Ebenfalls wird der Solar- und Windenergiebranche die erforderliche Unterstützung entzogen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz wurde zwar beschlossen und den Bürgern wieder die Heizungsraumhoheit zugestanden. Doch die Klimaziele fallen hinten herunter.

Heizen

So sollen Hausbesitzer künftig mehr Flexibilität bei der Wahl ihrer Heizsysteme erhalten. Bundestag und Bundesrat haben dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) zugestimmt. Mit dem GModG ersetzt die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG). Ziel der Reform ist es, die Heizungsmodernisierung einfacher, technologieoffener und praxistauglicher zu gestalten. Hausbesitzer erhalten dadurch mehr Spielraum bei der Wahl eines passenden Heizsystems. Gleichzeitig bleibt der Anspruch bestehen, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudestand zu erreichen. Das kann auch früher geschehen, wenn es politisch gewollt wäre. Mit dem Gesetz entfällt die bisherige 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen. Dadurch erweitert sich die Auswahl möglicher Heizsysteme. Neben Wärmepumpen oder Biomasse- und Hybridheizungen können künftig auch moderne Gas- und Ölheizungen eingebaut werden. Gleichzeitig entfallen die bisherigen Betriebsverbote für ältere Heizkessel und gesetzlich verpflichtende Beratungen vor dem Einbau bestimmter Heizungen. Fossile Heizungen können allerdings nicht uneingeschränkt betrieben werden. Im Zuge des GModG wurde mit der sogenannten Bio-Treppe ein Stufenplan eingeführt, der vorschreibt, dass neue Gas- und Ölheizungen ab 2029 schrittweise einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Energieträger nutzen müssen. Ergänzend sollen Energieversorger über eine Grüngasquote zunehmend Biomethan, Wasserstoff und andere erneuerbare Gase bereitstellen. Darüber hinaus werden die Einsatzmöglichkeiten von Stromdirektheizungen – etwa Infrarotheizungen oder elektrischen Direktheizkörpern – erweitert.

Neue Anforderungen

Ab dem 1. Januar 2027 folgen weitere Vorgaben zur Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie EPBD. Dazu zählen neue Anforderungen an Nichtwohngebäude, Solaranlagen, Energieausweise und die Ökobilanzierung von Neubauten. Zudem wird das Nullemissionsgebäude schrittweise zum neuen Neubaustandard: Ab dem 1. Januar 2030 müssen grundsätzlich alle Neubauten als Nullemissionsgebäude errichtet werden. Diese zeichnen sich durch einen sehr geringen Energiebedarf aus und sollen im Betrieb keine Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen.

Rahmenbedingungen schaffen

Politik sollte eigentlich wissen, dass verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen eine wichtige Voraussetzung dafür sind, dass Hausbesitzer und Unternehmen in nachhaltige Heizungslösungen investieren. Jetzt kommt es darauf an, langfristige und verlässliche Förderbedingungen zu schaffen -möglichst ohne übermäßige Auflagen oder komplizierte Nachweispflichten. Die größere Technologieoffenheit eröffnet neue Möglichkeiten bei der Heizungswahl. Entscheidend bleibt jedoch, für jedes Gebäude die wirtschaftlich und technisch passende Lösung zu finden. Welche Heizung langfristig sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Maßgeblich sind unter anderem der energetische Zustand des Gebäudes, der vorhandene Wärmebedarf, die verfügbare Infrastruktur sowie die Investitions- und Betriebskosten. In vielen Gebäuden kann eine Wärmepumpe eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösung sein. Je nach Ausgangslage kann es aber auch sinnvoll sein, eine bestehende Gas- oder Ölheizung durch ein klimafreundliches Heizsystem wie eine Wärmepumpe zu einer Hybridheizung zu erweitern. Ebenso können eine Biomasseheizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz geeignete Alternativen sein.

Mehr Technologieoffenheit bedeutet daher nicht, dass jede Heiztechnik für jedes Gebäude gleichermaßen geeignet ist. Hausbesitzer sollten neben den Anschaffungskosten auch die langfristige Entwicklung der Energiekosten, die Verfügbarkeit klimafreundlicher Brennstoffe und mögliche Förderungen berücksichtigen. Das gilt besonders für Öl- und Gasheizungen: Biomethan, Bio-Heizöl und Wasserstoff sind bislang nur begrenzt verfügbar und können mit erheblichen Mehrkosten verbunden sein. Gleichzeitig wird das Heizen mit fossilen Brennstoffen durch den steigenden CO2-Preis zunehmend teurer. Aber auch hier kann die Bundesregierung die Bürger durch den Verzicht auf die Bepreisung entlassten.

Modernisierung

Wer seine Heizungsmodernisierung plant, sollte die neue Wahlfreiheit nutzen, die Entscheidung aber nicht allein von der gesetzlichen Zulässigkeit einer Technologie abhängig machen. Eine sorgfältige Bestandsaufnahme und eine fachkundige Beratung helfen dabei, Investitionen langfristig und zukunftssicher auszurichten.