Die Mobilität findet immer neue Fortbewegungsmöglichkeiten. Gab es früher Fahrrad, Moped und Auto sind nun u.a. E-Sooter, E-Bike und Microcars dazu gekommen. Und, wie es aussieht, ist es noch nicht das Ende der motorisierten Fahrzeuge, wie luckx – das magazin recherchierte.
Microcars
Bisher gilt, dass die neue Fahrgeräte eher für die sogenannte letzte Meile genutzt werden sollen. Deshalb sind die meisten Fortbewegungsmittel elektrisch betrieben, können klein gefaltet werden und reichen für Entfernungen für wenige Kilometer aus. Doch die Technik bleibt nicht stehen. Auf der IFA in Berlin wurden eine Vielzahl von Neuentwicklungen präsentiert. Durch neue Antriebstechnik mit mehr Leistung und Akkus mit höherer Kapazität lässt sich so manche längere Strecke bewältigen. So verlassen die „kleinen Flitzer“ den urbanen Bereichen und sind auch auf Landstraßen unterwegs. Welche unterschiedlichen Modelle auf den deutschen bzw. europäischen Markt kommen wollen, wird luckx – das magazin demnächst vorstellen. Doch in diesem Artikel geht es erst einmal darum, den Markt vorzustellen.
Microcars, auch Mopedautos oder Leichtkraftfahrzeuge genannt, sind längst keine Seltenheit mehr. Sie sind manchmal unscheinbar in einem hellem tarngrün, wie es herausgebracht von Fiat hinter dem Gebüsch zu entdecken war, oder auch im knalligen gelb oder hellgrün unterwegs. Diese zuckeln dann mit maximal 45 Kilometern pro Stunde über die Straße. Meist fahren sie an der Spitze einer Schlange. Sie geben das Tempo vor. Besonders beliebt sind sie in Städten, weil sie weniger mit Parkplatzproblemen zu kämpfen haben.
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Microcars verbinden Eigenschaften von Pkw und Moped: Sie haben vier Räder, einen großen Geschwindigkeitsaufkleber auf dem Heck, maximal zwei Sitzplätze, ein Dach und bieten Schutz vor Wind und Wetter, sind aber deutlich kleiner und leichter als klassische Autos. Sie dürfen maximal 45 km/h fahren und lassen sich bereits mit der Führerscheinklasse AM bewegen – in Deutschland ab 15 Jahren. Diese Fahrzeuge dürfen nicht mit einem richtigen Auto verwechselt werden. Denn weder sind Knautschzone noch hohe Fahrsicherheit bei den Leichtgewichten zu erwarten. Doch für Jugendliche auf dem Land können Microcars eine praktische Lösung sein. Wo der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt verfügbar ist, schaffen sie zusätzliche Flexibilität auf dem Weg zur Schule oder zum Ausbildungsplatz. Gleichzeitig zeichnen sie sich durch niedrige Betriebskosten, geringem Verbrauch und ihrer kompakten Bauweise aus. Kein Wunder also, dass sich immer mehr junge Menschen für ein Microcar statt für ein klassisches Moped entscheiden. Zwar sind sie noch nicht aus der Nische entwachsen. Doch im Straßenbild fallen sie schon deutlich auf; eben ein Hingucker. Auch bei den Versicherern fallen diese Fahrzeuge durch mehr Verträge auf.
Risiken
Mit der zunehmenden Nutzung auf Überlandstrecken rückt die Verkehrssicherheit stärker in den Fokus. Da Microcars maximal 45 km/h schnell sind, werden sie von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt. Die kompakte Bauweise und die Ähnlichkeit zu einem Pkw können dazu führen, dass nachfolgende Fahrzeuge die Geschwindigkeit falsch einschätzen. Riskante Überholmanöver oder zu geringer Abstand können die Folge sein. Hinzu kommt: Ein Microcar verfügt nicht über dieselben Sicherheitsreserven wie ein Pkw. Unter anderem fehlt die bei größeren Fahrzeugen übliche Knautschzone, wodurch sich Unfälle für die Insassen gravierender auswirken können als in einem klassischen Auto. Wer ein Microcar fährt, sollte deshalb vorausschauend unterwegs sein.
Bei der Versicherung orientieren sich Microcars am Moped: Statt eines klassischen Kfz-Kennzeichens erhalten die Fahrzeuge ein Versicherungskennzeichen, das direkt bei der Versicherung erhältlich ist und jährlich, jeweils zum 1. März, erneuert werden muss. Damit ist die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht abgedeckt, also Schäden, die man mit dem Microcar bei anderen verursacht. Optional kann eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen werden, die zusätzlich Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt. Hier werden beispielsweise Schäden durch Diebstahl, Brand oder Hagel übernommen.
Unfallversicherung
Ein wichtiger Punkt wird beim Blick auf den reinen Pflichtschutz oft übersehen: Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Fahrer anderen Personen zufügen, nicht aber eigene Verletzungen. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Wer sich also für ein Microcar entscheidet, profitiert von einem flexiblen und günstigen Fortbewegungsmittel, sollte aber sowohl im Straßenverkehr als auch beim Versicherungsschutz vorausschauend unterwegs sein.