Gut essen

Während der Corona-Pandemie hat sich nicht nur unsere Arbeitswelt verändert. Gerade im privaten Lebensbereich sind viele Veränderungen passiert, die wir so nicht geahnt haben. Wer hätte vor über einem Jahr gedacht, dass wir es kurzfristig schaffen, sowohl Keller als auch Boden aufzuräumen und zu entsorgen? Genauso scheint es in unserem Kühlschrank passiert zu sein. Jam-Food ist weitestgehend verschwunden und wurde von regionalen und Bio-Produkten abgelöst. Für viele hat das schon zu mehr gesundheitlichem Wohlbefinden geführt. Doch was ist, wenn das Essen ohne ersichtlichen Grund weiterhin gesundheitliche Probleme verursacht. Luckx – das magazin hat recherchiert.

Ursachenforschung

Beschwerden in Magen und Darm haben verschiedene Ursachen: Krankheiten der Verdauungsorgane oder unspezifische Unverträglichkeiten auf Lebensmittel können dazu führen, dass Lebensmittel und Speisen ein Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall verursachen. Aber auch Kummer, Angst und Stress können „auf den Magen schlagen“. Zur Linderung kann in diesen Fällen eine angepasste Vollkost beitragen. Hierbei werden individuell Lebensmittel, die Beschwerden verursachen, vermieden und geeignete Garmethoden von Lebensmitteln zur besseren Verträglichkeit berücksichtigt.

Angepasste Vollkost

Empfohlen wird diese Kost häufig bei „nervösem“, empfindsamem Magen und Darm. Auch bei verschiedenen Krankheiten von Magen, Darm, Galle, Leber und Bauchspeicheldrüse wie z. B. Gastritis kann eine angepasste Vollkost sinnvoll sein. Im Leitfaden „Ernährungstherapie in Klinik und Praxis“ (LEKuP) ersetzt die „angepasste Vollkost“ die frühere Bezeichnung „leichte Vollkost“. Der neue Begriff unterstreicht die größere Bedeutung auf die Anpassung der Kost an die individuell oft unterschiedliche Verträglichkeit von Lebensmitteln.

Strenge Diäten, wie sie früher bei Krankheiten der Verdauungsorgane als Schonkost empfohlen wurden, bergen durch das Verbot zahlreicher Lebensmittel und Speisen die Gefahr einer einseitigen Ernährung und begünstigen eine Mangel- und Unterernährung. Im Gegensatz dazu nutzen Betroffene in der angepassten Vollkost die Vielfalt der Lebensmittel und stellen den Speisenplan nach individueller Verträglichkeit zusammen. Gegessen werden kann und soll, was vertragen wird! Damit ist, wie bei der vollwertigen Ernährung, eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sichergestellt und der Energiebedarf gedeckt. Zwar kann die angepasste Vollkost die Krankheit selbst nicht heilen, kann aber dazu beitragen, Symptome von Verdauungsbeschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.

Bekömmlichkeit

Welche Lebensmittel bzw. Speisen leicht bzw. schwer bekömmlich sind, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Es ist daher wichtig herauszufinden welche Lebensmittel oder Faktoren die Beschwerden verursachen könnten. Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch, in dem über mehrere Tage alle verzehrten Lebensmittel und Speisen sowie eventuell auftretende Beschwerden notiert werden, kann helfen, mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen. Anhand dieser lässt sich eine persönliche Liste von verträglichen und unverträglichen Lebensmitteln bzw. Speisen erstellen. Besondere Ereignisse wie z. B. Stress oder Urlaub sollten auch erfasst werden, da sie sich ebenfalls auf die Verdauung bzw. Verträglichkeit auswirken können. Auch die Zubereitungsart, Temperatur der Speisen, Größe und Anzahl der Portionen, Essgeschwindigkeit und Bewegung können die Verträglichkeit beeinflussen.