Technik im Reisemobil

Wer immer noch meint, Reisen mit dem Zelt, Wohnmobil und Wohnwagen hat etwas mit Baumwoll- und Steilwandzelt zu tun, war wohl lange Zeit nicht mehr auf einem Campingplatz. Auch hier hat sich hier dank der technischen Entwicklung viel geändert, wie luckx – das magazin recherchierte.

Camping ist nicht gleich Camping

Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es Zeltmaterial welche das Transportieren sowie auf- und abbauen sehr komfortabel gestalten. Leichte Materialien, die kaum oder gar keine Feuchtigkeit speichern, lassen das Wandern zu Fuß oder mit dem Rad extrem einfach ermöglichen. Beim Wohnwagen und Wohnmobil ist es fast genauso. Zwar haben viele Wohnmobile immer noch den sehr alten Standard des Fiat Ducato aus den 1980-er Jahren als Basisfahrzeug. Doch viele andere Anbieter, allen voran MAN TGE (baugleich mit VW Crafter) und Mercedes Sprinter, aber auch Ford und Renault bieten deutlich mehr Qualität was zum Beispiel Geräuschentwicklung, Fahrerassistenzsysteme, Kraftstoffverbrauch und Service anbetrifft. Wer nun meint, ein Fiat Ducato aus 2022 würde mit den vorher genannten gleichziehen können, sollte einen Blick ins Innere wagen. Der Charme der 1980-er überzeugt heute keinen Neu-Camper mehr.

Trotzdem setzen heute immer noch viele Fahrzeugaufbauer auf diese völlig veraltete Technik. Wahrscheinlich aus Bequemlichkeit oder „das haben wir immer schon so gemacht“ und lassen sich dabei seit September 2022 vom Stelantis-Konzern mit exorbitanten Preissteigerungen beim Basisfahrzeug abzocken. Wer zahlt die Zeche? Das ist der sehnsüchtig auf sein Freizeitmobil wartende Reiselustige. Und wenn er dann sein Fahrzeug hat, ärgert er sich über den hohen Diesel- und AdBlue-Verbrauch. Darüber hinaus überzeugt der 180 PS Motor nicht unbedingt mit Leistung. Im Vergleich mit älteren, schwächeren Motoren wie zum Beispiel Citroen im gleichen Fahrzeug, hat der Fiat Motor ein viel zu geringes Drehmoment. Das ist ein Problem.

Komfort

Was die Ausstattung von Freizeitfahrzeugen anbetrifft, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Dabei ist die Innenraumgestaltung fast immer durch das Fahrzeug festgelegt. Nach dem Motor kommen vorne Beifahrer und Fahrersitz, dann folgen meist eine Sitzecke, Küchenzeile, bei etwas längeren Fahrzeugen Dusche und WC getrennt und dann irgendwelche Bettgestaltungen. Wer nun denkt, bei einer Fahrzeugbreite von über zwei Meter ist auch die Bettlänge komfortabel, muss sich leider vielfach mit weniger als zwei Meter begnügen, wenn, ja wenn, die 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht eingehalten werden sollen. Sonst wird es meist schwerer – und teurer. Zwar ist Leichtbau vielfach möglich. Doch die Aufbauhersteller haben in dieser Beziehung und damit an die Nachhaltigkeit bisher wenig Engagement gezeigt.

Doch der Komfort endet nicht bei der Innenraumgestaltung. Ob zum Beispiel Energieversorgung, Wassermanagement, Toilettenentsorgung sind Themen, mit denen sich Reisende beschäftigen/müssen.

Stromversorgung

Wer öfters mal den Stellplatz wechseln will, kennt das Problem: Wenn die Strecke von einem Ort zum anderen zu kurz ist, kann die Lichtmaschine die Akkus nicht vollständig aufladen. Das kann zu einem bösen Erwachen führen, wenn am Ziel kein Landstrom zur Verfügung steht. Dann können leistungsfähige Lithiumbatterien in Kombination mit einem Ladebooster die Stromversorgung auch in solchen Situationen sicherstellen. Damit ist dann die 12 Volt Versorgung einigermaßen gesichert. Diese mobilen Umspannwerke sorgen dafür, dass sich die Bordbatterie auch während kürzerer Fahrten vollständig auflädt, wenn die Lichtmaschine ausreichend groß ist, der Ladebooster genug durchlässt und die Fahrtstrecke ausreichend lang ist. Dann gibt es nach dem Ankommen keine bösen Überraschungen wegen leerer Akkus.

Um Beleuchtung und Geräte im Aufbau seines Fahrzeuges zu betreiben, ist diese Batterie für eine gesonderte Stromversorgung erforderlich. Diese kann gleich bei der Fahrzeugbestellung mit in Auftrag gegeben werden. Doch aufgepasst: Hier langen Hersteller und Händler gern kräftig in die Brieftasche des Kunden. Zwar sind die Anschlüsse schon vorhanden. Doch für die Batterie und ein paar Kabel werden horrende Preise aufgerufen. Wer nicht ganz ungeschickt ist, kann hier tausende von Euros sparen. Das fängt bei den Solarpanelen an und hört beim Wandler nicht auf.

Eine technische Vorrichtung, die Strom erzeugt, anstatt ihn zu verbrauchen, ist eine Solaranlage. Doch nicht alle Fahrzeuge verfügen über die nützlichen Panels. Eine feste PV-Anlage lässt sich selbst oder beim Händler nachrüsten. Allerdings gibt es auch noch mobile Lösungen, die man nicht fest installieren lassen muss. Der Vorteil: Das mobile Panel lässt sich zur Sonne hin ausrichten und kann mit einem Laderegler dauerhaft an die Batterie angeschlossen werden. Fortsetzung Teil 2.

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