Grüner Wasserstoff

Nun ist Wasserstoff weder grün noch ist Strom gelb. Doch zur Unterscheidung über die Verfahrensweise der Wasserstoffgewinnung wird gern nach Farben vorgegangen. Eines der ersten großen Wasserstoffprojekte in Deutschland soll nun Realität werden, wie luckx – das magazin recherchierte.

Investitionsentscheidung

Der Britische Energiekonzern BP hat nun die endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID, wie es so schön im Englischen genannt wird) für sein 100 Megawatt (MW)-Projekt „Lingen Green Hydrogen“ (LGH2) getroffen. Es soll die größte industrielle Anlage für grünen Wasserstoff sein und die erste, die das Unternehmen vollständig besitzen und betreiben wird. Die Anlage soll neben der eigenen Raffinerie in Lingen errichtet werden. Die Anlage, die im Rahmen des durch IPCEI-Mittel geförderten Projekts gebaut werden soll, könnte jährlich bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Das ist nun nicht unbedingt der erforderliche Gamechanger, aber ein wichtiges Signal für die Energiewende und der Nutzung von Wasserstoff. Der grüne Wasserstoff, der dort erzeugt werden soll, hätte das Potenzial, Industriekunden in der Region sowie die Raffinerien in Deutschland zu beliefern.

Die Anlage soll direkt an das Wasserstoffkernnetz angeschlossen werden. Sie ist als die bisher größte Produktionsanlage der Britten für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab weltweit geplant – und die erste, die das Unternehmen vollständig besitzen und betreiben wird. Der produzierte grüne Wasserstoff soll den Raffinerien von BP und Industriekunden in der Region angeboten werden, um die Dekarbonisierung von Produktionsprozessen zu unterstützen und zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele der Energiewende in Deutschland beizutragen. Der für den Elektrolyseur benötigte erneuerbare Strom soll voraussichtlich zunächst auf der Grundlage eines Offshore-Wind Stromabnahmevertrages (Power Purchase Agreement, PPA) für Offshore-Windenergie geliefert werden.

Förderung notwendig und sinnvoll

Das Projekt erhielt eine Förderung im Rahmen der IPCEI Hy2Infra-Welle, einem Programm zur Förderung des Aufbaus einer Wasserstoffindustrie in Europa. Die IPCEI-Unterstützung unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts für den Aufbau einer nachhaltigeren Wasserstoffwirtschaft und als Beitrag zur Erfüllung der europäischen Klimaziele. Diese Investition steht im Einklang mit der Hochstufung der Wasserstoff- und CCS-Pläne von BP und ist Teil der fünf bis zehn Investitionen, die der Energiekonzern weltweit in diesem Jahrzehnt in diesem Bereich vorantreiben möchte. Der Baubeginn ist für 2025 geplant. Eine Inbetriebnahme wird im Jahr 2027 erwartet.