Vom bisherigen E-Auto-Konzept lösen

Elektromotor und Batterie: Das ist das bisherige Konzept der Elektromobilität. Doch anscheinend ist dieses Konzept völlig überaltert, wie auch die schwindenden Absatzzahlen von Tesla und anderen zeigen. Modernere Konzepte sind erforderlich, wie luckx – das magazin recherchierte.

Batterien behindern die Entwicklung

Zwischen 500 und 1.000 Kilogramm schleppen die heutigen E-Autos mit sich herum. Eine frühere Faustformel besagte, pro 100 kg sind etwa 1 Liter Kraftstoff erforderlich. So wurde schon in den 1960-er und 1970-er Jahren stark aufs Gewicht geachtet. Erst mit den vielen Helferlein im Fahrzeug stieg auch das Gewicht an und die Techniker entwickelten immer sparsamere Motoren. Doch was damals galt, gilt heute immer noch. Mehr Gewicht kostet Energie und besonders Reichweite. Und so wird versucht, das Gewicht und den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Obrist Group geht da einen viel eleganteren Weg mit einem Range-Extender-Konzept „HyperHybrid“. Der „Trick“: Der Wagen fährt zwar mit einem Elektro­motor, der aber nicht von den üblichen riesigen und teuren Batterieblöcken gespeist wird, sondern von einem kleinen Verbrennungs­motor mit Strom­generator. Damit kommt das Fahrzeug auf eine Reichweite von über 1.000 Kilometer ohne zwischendurch geladen oder betankt werden zu müssen.

„Mit dem HyperHybrid-Konzept können die europäischen und speziell die deutschen Hersteller endlich einen eigenen Weg gehen, um sich gegen den Wettbewerb aus China und den USA zu wehren“, sagt Thorsten Rixmann, Chief Marketing Officer der Obrist Group. Er erläutert: „Die deutsche Auto­industrie hat sich von der Politik befeuert bislang an dem von Elon Musk propagierten batterie-elektrischen Konzept orientiert. Seit der Markt hierfür im letzten Jahr auch aufgrund politischer Wankelmütigkeit nach unten ging, sind wieder herkömmliche Ver­brenner angesagt. Doch es gibt noch einen dritten Weg, der die Vorteile beider Technologien vereint und die jeweiligen Nachteile vermeidet: das E-Auto, das seinen Strom mit einem Miniverbrenner selbst erzeugt.“ Der Minimotor, der den Strom für den Elektromotor generiert, wird von der Obrist Group als „Zero Vibration Generator“ (ZVG) bezeichnet, weil er vibrationsfrei läuft.

Abkehr vom aktuellen Konzept zwingend erforderlich

Als Vorteile nennt der Marketingchef: Sanftes und kraftvolles Fahren mit Elektromotor, keine Batterielade­zeiten, tanken an jeder Tankstelle, geringer Spritverbrauch von nur 1,5 Liter Benzin bzw. 3,3 Liter Methanol pro 100 Kilo­meter und ein um 85 Prozent kleinerer „CO2-Rucksack“ als bei reinen E-Autos, weil die großen Batterieblöcke entfallen. Der CO2-Fußabdruck insgesamt wird beim Fahren mit Benzin um 35 Prozent gegenüber herkömml­ichen Fahrzeugen reduziert. Sofern „grünes Methanol“ getankt wird, fährt der Wagen CO2-neutral oder sogar CO2-negativ, also klima-positiv. Die Obrist Group hat ein Verfahren zur Herstellung von atmosphärischem Methanol (aMethanol) entwickelt, das der Atmosphäre bei der Produktion mehr CO2 entzieht als später bei der Verbrennung freigesetzt wird. Thorsten Rixmann erläutert: „HyperHybrid-Autos fahren mit Benzin, wie es heute an jeder Tankstelle zu haben ist. Aber gleichzeitig sind sie auch schon vorbereitet auf eine künftige Methanolwirtschaft.“ Er spricht von einer „idealen Kombination aus Sicht der Kunden, der Hersteller und der Nachhaltigkeit.“

Der Clou: Dank einer kompakten Pufferbatterie kann der Wagen sogar rein elektrisch mehr als 80 Kilometer fahren, ohne dass der ZVG überhaupt zur Stromerzeugung anspringen muss. „Das reicht für 90 Prozent aller Fahrten zur Arbeit oder zum Ein­kaufen“, sagt Thorsten Rixmann. Er appelliert: „Die deutsche Autoindustrie sollte sich endlich vom batterie-elektrischen Konzept eines Elon Musk lösen und einen eigenen Weg gehen. Die Kunden, die Zulieferer und die Beschäftigen in der hiesigen Automobil­branche werden es danken.“

Wichtig für die Hersteller: Ihre Investitionen in die E-Mobilität bleiben geschützt, weil der Range Extender der Obrist Group in viele der bereits entwickelten E‑Autoplattformen mit wenig Aufwand eingebaut werden kann. „Statt die Verbraucher vor die Wahl E-Auto oder Verbrenner zu stellen, verbinden Range Extender das Beste aus beiden Welten“, betont Thorsten Rixmann.