Wohin wird die Reise der Deutsche 2026 gehen? Dazu gibt es eine Vielzahl von Vorhersagen und Analysen. Viele diese sind gefärbt durch die jeweiligen Auftraggeber. Doch ein Rundgang über die Tourismusmesse ITB ergibt ein anderen Bild, wie luckx – das magazin feststellt.
Viele Länder, wenig Reisende
Deutsche bleiben im Land und ernähren sich redlich. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild. 22 Prozent der Deutschen verreisen im eigenen Land. Die „restlichen“ 78 Prozent unternehmen eine oder mehrere Auslandsreisen. Die meisten Deutschen reisen in den europäischen Bereich den Mittelmeeres; rund 35 Prozent. So jedenfalls sagen es die Zahlen der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reis (FUR). Doch zwischen den großen und gelernten Zieldestinationen wie Spanien mit 15 Millionen Gästen aus Deutschland und Montenegro mit 50.000 Besuchern liegen große Reisewelten. Dann gibt es noch den afrikanischen Teil des Mittelmeeres mit rund 22 Prozent und die Fernreisen mit etwa 8 Prozent. Doch besonders diese 8 Prozent der Ferndestinationen sind stark präsent in Berlin auf der ITB. Der größte Teil der Ausstellungsfläche wird von ihnen belegt. Und alle wollen ein Stück vom deutschen Reisekuchen abhaben. Das ist auch erklärlich. Sie bieten Natur, eine leidlich geeignete Infrastruktur und an den gut zahlenden deutschen Touristen interessiert. Je mehr Deutsche also den Weg dahin finden, desto besser ist die wirtschaftliche Entwicklung. Doch nicht alle zieht es eben in die Ferne.
So macht Deutschland Urlaub
Wer kann das deutsche Reiseverhalten besser beantworten, als die Reisebüros meint nun eine aktuelle Studie zum Reisegeschehen. Die Ergebnisse diese Studie zeichnen ein deutliches Bild: Deutschland reist am liebsten ans Meer – und vor allem mit einem Ziel vor Augen: abschalten, entspannen und neue Kraft tanken. Wenn es um die bevorzugten Urlaubsarten geht, zeigt sich eine klare Rangfolge: Mehr als die Hälfte der Deutschen entscheidet sich am liebsten für einen klassischen Strand- und Badeurlaub. Städtereisen folgen auf Platz zwei, dicht dahinter der Urlaub im Ferienhaus oder in der Ferienwohnung. Auch Fernreisen bleiben attraktiv und gehören für gut ein Viertel der Befragten zu den favorisierten Reiseformen. Das steht nun aber im Widerspruch zur seit mehreren Jahrzehnten durchgeführten FUR Studie. Daraus schließen die Interpreten, dass besonders die Reisebüros die Reisende kompetent durch diese Angebotsvielfalt zu begleiten und genau den Urlaub zu finden, der zu den individuellen Wünschen passt.
Was sich Deutsche vom Urlaub wünschen
Noch klarer als bei den Urlaubsarten fallen die Ergebnisse bei den Reisemotiven aus: Sonne und Wärme stehen für die meisten Deutschen ganz oben auf der Wunschliste. Ebenso wichtig sind Entspannung sowie bewusst Ruhe zu haben und dem Alltagsstress zu entkommen. Erst danach folgen Motive wie Zeit für sich selbst oder für die Familie, neue Eindrücke zu sammeln oder die Natur zu erleben.
Im Ergebnis kommt die Studie zu der Aussage, je komplexer Wünsche und Angebote werden, desto wichtiger wird persönliche Beratung. Moderne Reisebüros übernehmen dabei die Rolle von Urlaubslotsen – sie hören zu, ordnen ein und finden aus der Vielzahl an Möglichkeiten genau die Reise, die wirklich passt, weil es online scheinbar unendlich viele Optionen gibt, ist der Wunsch nach Orientierung groß. Schlussendlich kommt heraus, dass Reisebüros persönliche Reise-Experten sind, die Bedürfnisse übersetzen und aus Ideen echte Urlaubserlebnisse machen. Dann hoffen wir mal, dass das auch wirklich so passiert. Wie das aber geschehen soll bei den vielen tausend Reisezielen, wird ein schwieriges Unterfangen sein. Da könnte die Vermittlungsprovision den einen oder anderen Reise-Experten auf die Sprünge helfen.
Die Studie wurde vom Marktforschungsunternehmen mindline im Auftrag der Reisebürokooperation rtk Gruppe im November 2025 durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland im Alter von 18-74 Jahren, die in den letzten drei Jahren eine Urlaubsreise ab fünf Tagen unternommen haben und selbst über ihren Urlaub entscheiden bzw. diese Entscheidung mit beeinflussen.