Jetzt wechseln!

Auch wenn schon ein paar E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind und die Schadstoffe aus den Verbrenner-Motoren immer weniger werden, sollten die Innenraumfilter bei Autos dringend gewechselt werden, meint luckx – das magazin.

Raus damit!

Die Schadstoffreduzierungen beim Verbrenner haben sich immer weiter verringert. Mancher Diesel lässt heute weniger Schadstoffe aus dem Endrohr kommen als er ansaugte. Doch es werden Bremsenstaub, Salzrückstände und Pollen aufgewirbelt und gelangen durch die Lüftung in das Fahrzeuginnere. Nur saubere Filtern können effektiv diese zurückhalten. Besonders der Blütenstaub von Bäumen, Gräsern oder Kräutern macht Allergikern zu schaffen. Autofahrer sollten deshalb auf ein gutes Raumklima achten. Mehr als 500.000 Liter Luft pro Stunde strömen über Lüftungs- und Klimaanlage in das Fahrzeug. Und mit der zugeführten Außenluft können auch Pollen, Feinstaub oder Schadstoffe in das Wageninnere gelangen. Innenraumluftfilter versprechen, solche Partikel abzufangen. Sinnvoll kann ein Austausch einmal pro Jahr sein. Optimaler Zeitraum ist der Frühling, wenn die Pollensaison beginnt. Spätestens aber nach 15.000 bis 20.000 gefahrenen Kilometern sollte man für Ersatzfilter sorgen. Dafür eigenen sich auch die Wartungstermine oder ein Frühjahrs-Check.

Allergiker

Gesundheitlich belastend bis akut gefährlich sind Pollen für Allergiker. So können allergische Reaktionen, die zu Niesanfällen, tränenden Augen oder Husten führen, die Fahrtüchtigkeit einschränken. Für Allergiker ist es deshalb besonders wichtig, bei ihrem Fahrzeug auf funktionstüchtige und leistungsfähige Filter zu achten. Auch die Wahl des Parkplatzes kann dabei helfen, die Pollenbelastung im Fahrzeug zu verringern. So sollten Allergiker-Fahrzeuge nicht unter Bäumen abgestellt werden. Besonders an Asthma Erkrankte sollten den Innenraum möglichst frei von Feinstaub halten.

Für den Zustand von Innenraumfiltern sind die Halter von Fahrzeugen in der Regel selbst verantwortlich. Denn die Filterprüfung gehört nicht zur Hauptuntersuchung. In der HU werde allein die Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlagen geprüft, um beschlagenen Scheiben zu verhindern.

Filterwechsel

Die Innenraumfilter sind in den Fahrzeugen häufig hinter oder unterhalb des Handschuhfachs eingebaut. Alternativ finden sie sich im Motorraum nahe der Windschutzscheibe und gelegentlich auch unter dem Armaturenbrett. Ein Innenraumluftfilter nahe der Windschutzscheibe ist meist durch Blätter und Schmutz beeinträchtigt. So sollten Fahrer genau prüfen, ob dadurch die Filterwirkung beeinträchtig werden könnte.

Filterwechsel können Autofahrer selbst vornehmen. Entweder ist dieser im Handbuch beschrieben oder bei Großserienfahrzeugen hat es irgendein Nutzer schon mit einem Video dokumentiert. Besonders zu beachten ist dabei die Strömungsrichtung; meist durch Pfeile markiert. So ist darauf zu achten, diesen richtig herum einzubauen.

Bei der Leistungsfähigkeit unterscheiden sich einzelne Filtertypen deutlich. Die Basisvarianten nutzen Faser- oder Vliesmaterial, um die Luft im Innenraum sauber zu halten. Dadurch werden Pollen, Staub und gröbere Partikel zurückgehalten. Doch für Abgase ist der Filter nicht fein genug. Bei Stop-and-Go-Verkehr oder beim Befahren eines Tunnels ist es sinnvoll, die Luftzufuhr auf Umluft einzustellen. Das funktioniert mit dem Umluft-Schalter, der einen geschwungenen Pfeil in einer Fahrzeugsilhouette zeigt. Die vorhandene Luft im Fahrzeug wird dann nur umgewälzt, aber keine neue zugeführt.

Filtermodelle

Aktivkohlefilter können auch Stickoxide und die sogenannten VOCs aufnehmen – das sind flüchtige organische Verbindungen, die von Kunst- oder Klebstoffen abgegeben werden. Diese können auch im Fahrzeug selbst entstehen. Das trifft insbesondere auf Neufahrzeuge zu, bei denen es zu einer stärkeren Ausdünstungen kommen kann. Bei hohen Außentemperaturen im Sommer können diese Ausdünstungen extrem sein. Deshalb ist auf eine gut funktionierende Frischluftzufuhr zu achten. Bei der Ermittlung möglicher Schadstoffemissionen im Innenraum von Fahrzeugen kann eine entsprechende Messung für Aufklärung sorgen.

HEPA-Filter („High Efficiency Particulate Air“) versprechen, dass selbst Bakterien und Viren am Eintritt ins Fahrzeug gehindert werden. Während Standard-Innenraumfilter bereits ab fünf bis acht Euro zu haben sind, können HEPA-Modelle schon mal 60 bis 80 Euro kosten. Meist sind diese Filtertypen in hochpreisigen Fahrzeugen verbaut. Eine Umrüstung ist in der Regel problemlos möglich. HEPA-Filter fangen zudem Feinstaub besonders zuverlässig ab. Dagegen halten Aktivkohle-Filter auch unangenehme Gerüche und Gase zurück. Eine kleine Änderung im Nutzungsverhalten der Klimaanlage kann Gerüchen entgegenwirken, die im Fahrzeug selbst entstehen. Wenn kurz vor dem Fahrtende die Klimaanlage abgeschaltet, aber das Gebläse weiterläuft, wird die entstandenen Feuchtigkeit auf der Klimaanlage abtransportiert. Denn Feuchtigkeit ist eine mögliche Quelle für Geruchsbildung am Verdampfer der Klimaanlage.

Schimmelbildung vermeiden

Durch diese Vorgehensweise lässt sich auch Schimmelbildung vermeiden. Denn Schimmel bildet sich immer dann, wenn Feuchtigkeit entstanden ist und nicht abtransportiert werden kann. Die Schimmelsporen können in die Lunge eindringen und zu sehr ernsthaften Erkrankungen und Infektionen führen. Darüber hinaus kann Schimmelbefall zur Brutstätte für Bakterien führen. Bei den folgenden Anzeichen sollten Fahrzeughalter umgehend einen Filterwechsel vornehmen, um Gesundheitsgefahren zu vermeiden:

Muffiger Geruch: Riecht es im Fahrzeug und vor allem aus der Lüftungsanlage modrig oder muffig, könnten sich Bakterien oder Schimmel gebildet haben.

Beschlagene Scheiben: Beschlagen die Scheiben leicht, kann feuchte Luft nicht mehr richtig aus dem Innenraum transportiert werden.

Schwache Lüftung: Arbeiten Lüftung, Klimaanlage oder Heizung nicht mehr mit voller Kraft, kann eine Ursache sein, dass kaum noch Luft durch das verstopfte Vlies kommt.

Allergische Reaktionen: Treten im Fahrzeug häufiger Niesanfälle, akuter Schnupfen oder brennende Augen auf, können defekte Pollenfilter die Ursache sein.