Viele Bürgerinnen und Bürger möchte gern mehr aus ihrem Zuhause machen. Seit rund zwei Jahrzehnten verspricht die Elektrotechnik, dass unser Haus mit einfachen Mitteln überwacht und gesteuert werden kann. Doch so richtig kommen diese Lösungen weder in der Mietwohnung noch im Eigenheim an, meint luckx – das magazin.

Antriebs- und Steuerungstechnik

Es soll eigentlich ganz einfach sein: intelligente Antriebs- und Steuerungstechnik soll für Komfort und Energieeffizienz sorgen. Damit sollen beispielsweise Rollladen, Sonnenschutz und mehr automatisch gesteuert werden. Diese Steuerung sollen dann Teil einer Smart Home Lösung sein und für mehr Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz sorgen. Nun hat die Industrie erkannt, dass diese Steuerung die meisten Elektriker überfordert und versucht durch einfachere Lösungen für mehr Bewegung im Smart Home zu sorgen. Solche Lösungen werden aktuell auf der Messe light + building in Frankfurt vorgestellt. Doch dazu kommen wir in einem späteren Bericht.

Der eigentliche Ansatz einer smarten Gebäudesteuerung ist, den Komfort zu erhöhen und Energieeffizienz zu verbessern. Darüber hinaus sollen Gebäude effizienter, sicherer und komfortabler werden. Aktuell steht im Fokus das Thema Energiesparen mit Antrieben und Steuerungen für Rollläden und Sonnenschutz. Moderne Automationslösungen vernetzen alle relevanten Gewerke und reagieren auf Wetter sowie Tageszeit und helfen so, spürbar Energie zu sparen. Wenn sich Wohnräume im Sommer durch hohe Außentemperaturen stark aufheizen, sorgen automatisch gesteuerte Beschattungslösungen dafür, dass Hitze vor dem Eindringen gestoppt wird – auch dann, wenn niemand zu Hause ist. So bleiben Räume angenehm temperiert, Einrichtung und Materialien werden vor UV-Strahlung geschützt und der Bedarf an energieintensiver Klimatisierung sinkt.

Wärme und Kälte

Auch im Winter leisten automatisierte Rollläden einen Beitrag: Sie halten die Kälte außen vor und reduzieren Wärmeverluste über die Fenster. Je nach Gebäudeart, Alter und Fensterfläche lassen sich durch den Einsatz automatisierter Rollläden und Sonnenschutzsysteme über 30 Prozent Heizenergie einsparen – ein Plus für Haushaltsbudget, Umwelt und nachfolgende Generationen. Warum das so wichtig ist, zeigt die Entwicklung des Klimas. So erwarten Meteorologen für Mitteleuropa in den kommenden Jahren deutlich höheren Temperaturen. Eine Studie zeigt, dass es bereits 2045 nahezu 100 Tage mit Rauminnentemperaturen von mindestens 26 °C geben könnte.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Vernetzung: Neue Standards wie Matter prägen die Zukunft der Gebäudetechnik. Wenn alles gut läuft und richtig verbunden ist, lassen sich smarte Lösungen nahtlos in Smart Home-Systeme integrieren. Das ist dann von der einfachen Bedienung per App bis hin zu komplexen Szenarien der Gebäudeautomation möglich.

Das erhebliches Energie- und Komfort-Potenzial gehoben werden kann, ist den meisten Bürgern bewusst. Doch klar ist auch, Smart Home ist kein Selbstzweck. Die Kosten für Installationen und Einrichtung dürfen in keiner Weise die Ersparnisse übersteigen, wie es heute noch ist. Sonst wird es nichts mit Energiesparen, Klimaschutz als auch beim Komfort zu Hause und im Büro.

Zwar gibt es aktuelle Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie steuerliche Erleichterungen für außenliegenden Sonnenschutz. Das können nur zusätzliche Anreize für Bürger sein, sich dem Thema Smart Home zu widmen und nicht der Industrie zu Preissteigerungen dienen.