Bäderreise

Anerkannte Bäder- und Kurorte bilden das Rückgrat des deutschen Gesundheitssystems. Ohne dieses Engagement der deutschen Kurorte wäre unser Gesundheit heillos überfordert. Mit Luft, Klima und Bäder kann die individuelle Gesundheit erhalten werden, meint luckx – das magazin.

Heilsamer Urlaub in Thermen und Bädern

Über 200 Jahre gibt es schon Kurorte in Deutschland. Aber auch über Deutschland hinaus hat sich diese Kultur und Tradition weiterentwickelt. In einigen europäischen Städten versteht man Baden nicht bloß als vergnüglichen Zeitvertreib, sondern als wesentlichen Teil der lokalen Kultur und Gesunderhaltung. Über Jahrhunderte entstanden, bietet die dortige Bäder- und Kur-Tradition Reisenden gerade in schnelllebigen Zeiten die Chance, den Urlaub zur echten Wohltat für Körper und Geist zu machen. Kein anderer Ort verbindet Badekultur und gesellschaftliches Leben mit so viel Grandezza wie die ungarische Hauptstadt Budapest. Über Jahrhunderte ist das berühmte Széchenyi-Heilbad zum gesellschaftlichen Fixpunkt geworden. In den insgesamt 21 Schwimmbecken sprudelt Wasser aus über 1.200 Metern Tiefe. Besonders schön wird es, wenn kalte Luft auf das warme Wasser trifft und die Konturen der eleganten Gebäude langsam im Dampf versinken. Auch in Aachen gibt es diese ikonische Bädertradition: In der Kaiserquelle sprudelt das mit 74 °C heißeste Thermalwasser Mitteleuropas. Die Carolus Thermen spiegeln dagegen die Ursprünge der Thermalstadt meisterhaft wider. Der dortige Rundgang führt durch 23 Stationen, wobei die Felsengrotte und das baltische Saunadorf zu den schönsten Stopps zählen zählen.

Böhmische Bäderdreieck

Das berühmte Böhmische Bäderdreieck ist alleine schon mit seiner grandiosen Architektur eine Wohltat. In Karlsbad (Karlovy Vary) flaniert man mit der legendären Schnabeltasse unter den Kolonnaden, während der „Sprudel“ zwölf Meter hoch in die Luft schießt. Das nahe Marienbad gleicht dagegen einem riesigen Landschaftspark, eindrucksvoll in Szene gesetzt von der gusseisernen Kolonnade aus dem 19. Jahrhundert. Auch hier spielt die Trinkkur eine zentrale Rolle: Das Wasser der über 40 Quellen ist kühler als in den Schwesterorten und wird traditionell bei Nieren- und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Franzensbad komplettiert das Trio als klassizistische Ruheoase, spezialisiert auf Moorbäder und Trinkkuren aus der eisenhaltigen Quelle.

Royale Eleganz

Bad Kissingen gilt als Inbegriff der Entschleunigung. Als Teil des UNESCO-Welterbes beeindruckt die bayerische Stadt mit ihrem Regentenbau und den historischen Arkadenwegen. Die KissSalis Therme ist durch ihre gläserne Architektur wunderbar lichtdurchflutet und öffnet den Blick in die umliegende Landschaft. Baden-Baden am Rande des Schwarzwalds versprüht dagegen mondänen Glamour. Die Caracalla Therme lädt zum entspannten Baden unter ihre Glaskuppel, während das historische Friedrichsbad seit 1877 römisch-irische Bade-Rituale kultiviert. Das berühmte Casino und die kosmopolitische Geschichte als Treffpunkt von Jetset und Adel machen die Stadt bis heute zum Ziel von Reisenden aus aller Welt.

Alpine Landschaften und Tradition

Im österreichischen Bad Gastein trifft die Belle Époque auf dramatische Natur: Ein Wasserfall tost mitten im Ort, flankiert von Gebäuden, die sich elegant an die Hänge des Ortes schmiegen. Genau dieser Blick ist es, den Wellness-Urlauber in der Felsentherme vor sich haben, wenn sie die wohltuende Wirkung des radonhaltigen Wassers genießen. Versteckter liegt Bad Wildbad im Schwarzwald. Das dortige Palais Thermal zählt mit seinen Mosaiken und Ornamenten zu den wohl schönsten historischen Bädern Deutschlands. Bad Ischl schließlich pflegt die österreichische Sommerfrische-Tradition: Villen der Jahrhundertwende und die Eurotherme, die lokale Solevorkommen nutzt, schaffen ein traumhaftes Ambiente für alle Erholungssuchenden.

Französisches Flair und Wellnesskultur

Auch die westlichen Nachbarländer können mit besonderen Wellnessorten aufwarten: Frankreichs „Königin der Badestädte“, Vichy, verbindet klassische Trinkkuren mit zeitgemäßen Wellness-Konzepten. In Aix-les-Bains am Ufer des Lac du Bourget sorgt in den Thermes Chevalley das wechselnde Licht über dem See für meditative Gelassenheit. Nicht unerwähnt bleiben darf Spa in Belgien, der Namensgeber der Wellnesskultur. Die eisenhaltigen Quellen werden hier schon seit Jahrhunderten genutzt. Die modernen Thermes de Spa bieten einen weiten Blick über die Landschaft. Hier steht weniger das gesellschaftliche Leben als vielmehr die Ruhe im Mittelpunkt. Ein Ort, an dem sich der ursprüngliche Gedanke der Kur – der bewussten Pause – bis heute erhalten hat.